tagIllustriertDas Zimmermädchen und ihr Killer

Das Zimmermädchen und ihr Killer

byKrystanX©

Der Schlag traf sie mitten ins Gesicht und Melanie fiel auf das frisch bezogene Bett. Sie trug ein hellblaues Kleid und eine weiße Schürze. Ihr schulterlanges blondes Haar bedeckte einen Teil ihres Gesichtes, in dem sich erste Tränen bildeten. Die hübsche junge Frau lag nun vor einem leicht übergewichtigen Mann, dessen dunkle Haare leicht gekräuselt waren. Sein Gesicht konnte einen mehr an ein Schwein erinnern, auch wenn Melanie früher nicht so gedacht hatte.

"Hast du gedacht, du könntest mir entkommen, Schlampe?", fauchte der wütend. In seinen kleinen runden Augen kochte ein Zorn, der in den letzten Monaten in blanken Wahnsinn umgeschlagen war. "Du bist meine Frau!"

"Ich habe die Scheidung eingereicht", meinte sie kleinlaut. Ihre Wange brannte wie Feuer und sie wollte einfach nur, dass Tom ging und sie allein ließ. Für immer. Aber ihr Ehemann wollte nicht gehen. In den Händen hielt er die Scheidungspapiere, die ihm wohl heute Morgen mit der Post zugegangen waren.

"Du kleine Fotze wirst dich nicht von mir scheiden lassen!", fauchte er und schleuderte ihr die Blätter entgegen. "Du gehörst mir. Ich werde nicht zulassen, dass du mich verlässt. Vorher bring ich dich und die Kleine um!"

Melanies Herz stockte. Seit zwei Monaten hatte sie Tom verlassen und wohnte jetzt mit ihrer 4 Jahre alten Tochter Lisa in einem Zimmer des Hotels, in dem sie als Zimmermädchen eine Arbeit gefunden hatte. Der Grund dafür war einfach. Tom hatte im volltrunken zustand einmal zu oft die Beherrschung verloren und sie vor den Augen ihrer Tochter hatte er sie fast krankenhausreif geschlagen, als sie etwas später von der Arbeit heimkam. Tom war schon immer eifersüchtig auf seine hübsche Frau. Aber würde er es tatsächlich wagen, so weit zu gehen?

Tom warf die Tür hinter sich in das digitale Schloss des Hotelzimmers und überwand die Schritte zu dem Bett, in dem seine Nochehefrau sich gerade wieder aufrappelte. Langsam schritt er auf sie zu und öffnete den Gürtel seiner Hose. Verzweifelt versuchte Melanie, sich zurückzuziehen. Dabei zerwühlte die junge Frau das frische Laken, welches sie gerade erst über das Bett gezogen hatte. Es war ihr gleich, denn für sie ging es längst nicht mehr darum, dass ihr Mann sie auf der Arbeit belästigte. Nein, in ihr kam Todesangst auf, als er den Ledergürtel wie eine Peitsche durch die Luft schnalzen ließ.

Draußen stand ihr Putzwagen. Jeder würde wissen, wo sie war. Nein, nur jemand der nach ihr suchte. Doch wer würde um diese Uhrzeit nach ihr suchen? Es war später Vormittag. Das Hotel war fast verlassen. Die Gäste hatten längst ausgecheckt oder waren in der Stadt unterwegs. Sie war alleine für den vierten Stock zuständig, und so würde niemand aus dem Hotel nach hier Ausschau halten oder sie vermissen. Erst in Stunden, doch da könnte es bereits zu spät sein.

Er schlug zu. Der Lederriemen traf sie an der Schulter. Ein Schmerzensschrei drang aus ihrer Kehle. Sie machte eine Abwehrbewegung doch, schon war ihr Mann über ihr. Mit seinem Leib drückte er sich zwischen ihre Beine, so dass ihr Kleid über die Hüften rutschte. Mit seinen Händen fing er die ihren und drückte sie grob aufs Bett.

"Du kleine Hure dachtest wohl, du könntest mir entkommen? Ja?", fauchte er sie an. Melanie war zwar nicht wirklich schwach, doch hatte sie nie gelernt zurückzuschlagen. Schon als Kind hatte sie oft prügel kassiert, nicht in der Schule, wie andere, nein, ihr Stiefvater hatte an ihr seinen Frust ausgelassen. Sie über das Knie gelegt, und ihren blanken Hintern versohlt, wann immer ihre Mutter nicht rechtzeitig nach Hause kam. Nun war es wieder so. Melanie war starr. Sie konnte es nicht fassen, konnte sich nicht wehren.

Tom packte sie an den Händen und drückte diese auf das Laken. Er hatte leichtes Spiel, wog er doch fast doppelt so viel wie seine Frau. Der Hass in seinen Augen loderte und die junge Frau wagte es nicht, auch nur um Hilfe zu rufen.

"Bis das der Tod uns scheidet! Hast du die Worte vergessen? Du hast es geschworen, und nur der Tod kann uns scheiden. Du gehörst mir! Verstanden?"

Er schlug sie erneut. Der Ledergürtel traf sie im Gesicht. "Hast du das verstanden?", brüllte er erneut und holte erneut zu einem Schlag aus.

Melanie, deren Wange durch den Hieb knallrot war, nickte nur. Sie wollte nicht ja sagen, wollte ihm nicht die Genugtuung verschaffen, klein beizugeben. Doch sie wollte auch keine weiteren Schläge. So nickte sie unter Tränen, während er zufrieden lächelte. Binnen wenigen Augenblicken veränderte sich Tom Gesichtsausdruck. Sein Becken drückte noch immer gegen das ihre und sie konnte plötzlich fühlen, dass ihn diese Stellung wohl erregte. Ja, in seinen Augen glänzte nun statt Mordlust eine unheimliche Lust.

Sie regte sich nicht, wagte es nicht, sich ihrem Mann zu entziehen, der sie gerade wieder so brutal unterworfen hatte. Innerlich hasste sie sich selbst dafür, nicht aufbegehrt zu haben, doch die Angst war zu groß. Angst vor dem, was er ihr antun könnte. Angst vor dem, was er ihrem Kind antun könnte, welches in diesem Moment noch im Kindergarten war.

Mit einer Hand hielt er sie immer noch fest, während die andere, nun den Gürtel fallen ließ und sanft die Strieme in ihrem Gesicht nachfuhr, die er ihr damit geschlagen hatte. Melanie zitterte. Es war ein seltsam widersprüchlicher Schauer, der sie durchfuhr. Er war nicht mehr grob, jetzt war er der andere Tom. Der Mann, der sie als Mädchen an der Schule abgeholt hatte. Der Mann, der sie in die körperliche Liebe eingeführt hatte. Er war der erste Mann in ihrem Leben. Der Mann, der sie mit 16 geschwängert hatte. Und nun war er der Mann, der sie nun mit Gewalt nahm. Der einzige Mann, mit dem sie jemals das Bett geteilt hatte.

Melanie hatte gar nicht bemerkt, wie Tom sein Glied aus der Hose befreit hatte. Plötzlich spürte sie es an ihrem Slip. Er drückte sich gegen sie, doch fand er keinen Einlass. Erst als er die Hand von ihrer Wange langsam tiefer wandern ließ, bis er über den Rand ihrer hoch geschobenen Schürze ihre Vulva erreichte und den Stoff zwischen Melanies Schenkeln zur Seite drückte, konnte er in sie eindringen.

Sie biss sich auf die Lippen, um den Schmerz zu unterdrücken. Sein Fleisch schmerzte in ihr. Ihr Mann legte sich nun über sie und begann langsam ihren Leib zu stoßen. Das Zimmermädchen legte ihren Kopf zur Seite. Sie wollte ihn nicht anblicken. Nein, sie wollte nicht die lüsterne Fratze sehen, während er an ihr seiner Lust befriedigte. Ihre Schenkel waren weit geöffnet. Sie hätte versuchen können, sich ihm zu entziehen, doch dazu fehlte ihr der Mut. Es war besser stillzuliegen und es hin zu nehmen, als erneut Schläge oder etwas Schlimmeres zu riskieren.

Ihr Körper reagierte gnädig und ließ ihre enge Grotte etwas feucht werden. Es war nicht die Erregung einer Frau, die sich in Lust unter einem Mann rekelte. Es war schlicht die Reaktion auf die immer schneller werdende Penetration. Tom hatte ihre Hände losgelassen und hielt sich an seiner Frau fest, so wie es Liebende tun. Doch da war keine Liebe. Er küsste ihren Hals. Küsste ihre Wange. Leckte über den roten Streifen, der sich von ihrer Schläfe bis zum Kinn zog.

Melanie hatte dabei tränen in den Augen. Sie stöhnte leise, denn ihr Körper verriet sie. Er erwartete die Lust dieses Spiels und weigerte sich auf den Verstand der jungen Frau und Mutter zu hören. Sie bewegte nun auch ihr Becken. Unbewusst, aber dennoch so, dass Tom es als Zeichen ihrer Lust verstand. Immer schneller stieß er in sie. Immer wilder wurden nun seine Stöße. Zwei Monate war es her, dass sie unter ihm gelegen hatte. Nun war sie wieder die Seine.

Tom schnaufte und lechzte begierig. Er umarmte sie und drückte sich an ihren zarten Leib. Schweißperlen bildeten sich auf seiner geröteten Stirn. Rein raus, immer wieder pflügte sein Fleisch tief in ihre Grotte. Sie legte ihre Arme um ihn. Nicht aus Liebe, nicht aus Lust, nur aus Gewohnheit. Sechs Jahre waren sie ein Paar. Sie hatten gute Zeiten erlebt. Die Geburt ihrer Tochter gehörte dazu. Doch in den vergangenen Jahren folgten fast nur noch schlechte Zeiten. Tom hatte seine Arbeit verloren und lebten seitdem nur noch von Hartz4 und dem Geld, was sie inzwischen hier im Hotel verdiente.

Sie spürte die kräftigen Stöße gegen ihre Vulva immer intensiver. Verzweifelt biss sie sich auf die Lippen, um nicht laut zu stöhnen. Sie wollte es nicht. Sie wollte ihm nicht diese letzte Geste der Unterwerfung zeigen. Wollte ihm nicht ihre Lust schenken, wo er sich doch schon alles andere von ihr nahm. Immer noch glänzten ihre Augen, doch zwischen ihre Tränen mischte sich auch Lust. Eine Lust, die es nicht mehr geben dufte. Eine Lust, die sie weit mehr quälte, als jeder seiner Schläge in den vergangenen Jahren. Er schaffte es immer wieder, ihren verräterischen Körper zu erregen. Selbst jetzt, selbst hier, auf dem Bett eines Hotelzimmers, während sie in ihrer Arbeitskleidung unter ihm lag. Sie konnte nicht länger gegen ihre eigene Libido ankämpfen. Zu vertraut und intim waren seine Stöße. Nur eng war noch immer das Band, welches sich über fünf Jahre geknüpft hatte. Sie stöhnte auf, hielt sich fest an ihn, den sie doch so hassen wollte. Sie drückte sich gegen ihn und drückte ihn noch tiefer in sich. Sie fühlte sein heißes Fleisch, spürte es, wie es sich gegen ihre feuchte Grotte wand und sie dehnte.

Plötzlich versteifte sich Tom und begann laut zu keuchen. Noch nicht, dachte sie, noch nicht. Doch dann kam er schon. Das vertraute Zucken seines Glieds füllte sie aus. Sie spürte den heißen Samen. Spürte ihn tief in sich und dachte im selben Moment daran, dass sie seit zwei Monaten auch die Pille abgesetzt hatte. Bitte nicht. Bitte lieber Gott, nicht so, nicht jetzt. Ihre Gedanken waren vollkommen aufgewühlt und sie bemerkte nicht einmal richtig, wie sich Tom von ihr löste und seine Hose wieder schloss.



"Ich hole jetzt Lisa aus dem Kindergarten. Wenn du mit der Arbeit fertig bist, pack eure Sache. Heute Abend sind wir dann wieder zuhause", meinte Tom, während Melanie in einem Gefühlschaos mit geöffneten Schenkeln auf dem Bett lag. Sein Samen tropfte langsam aus ihr heraus und beschmutzte das Laken. Melanie hatte die ganze Zeit über nichts gesagt. Auch jetzt nicht. "Hast du mich verstanden?"

Sie nickte nur und das schien ihm zu reichen. Er drehte sich von ihr ab und öffnete die Tür. In dieser drehte er sich zu ihr herum und sprach: "Ich werde deinen Chef anrufen und bescheid geben, dass du jetzt nicht mehr hier übernachtest, wie eine kleine Hure. Und wag es nicht, zu trödeln. Unsere Tochter wartet auf ihre Mutter. Und du willst Lisa doch nicht warten lassen?"

Melanies Augen weiteten sich. Die unterschwellige Drohung mit ihrem Kind verfehlte nicht an Wirkung. Tom konnte es deutlich sehen und lächelte zufrieden. Er wandte sich nun von ihr ab und schloss die Tür hinter sich. Melanie schlug die Hände vors Gesicht und begann nun bitterlich zu weinen. Mehr blieb ihr nicht übrig. Er hatte sie in der Hand.

***

Zufrieden schlenderte Tom den Gang des Hotelflurs entlang und bog ab um das Treppenhaus zu nehmen. Er wollte nicht den Fahrstuhl nehmen, der direkt zur Rezeption führte. Er hatte keine Lust auf die dummen Blicke des der dortigen Angestellten. Tom vermutete, dass seine Frau vielleicht mit einem von ihnen eine Affäre hatte. Diese verdammten Bastarde sollten alle in der Hölle schmoren. Melanie war seine Frau. Sie auch nur zu begehren, verstieß gegen die Zehn Gebote.

Tom lebte in einer schlimmen Zeit. Einer Zeit, der es an Glauben und Rechtschaffenheit mangelt. Eine Zeit, in der nur Lügner und Betrüger Arbeit fanden, und er, der sich immer so sehr bemühte, er, der an Gott und die heilige Kirche glaubte, ausgestoßen wurde. Vermutlich hing Melanies seltsames Verhalten ihm gegenüber mit ihrer Arbeit zusammen. Er sollte wirklich ihren Chef anrufen, um ihm ins Gewissen zu reden. Aber was, wenn er es war, der mit seiner Frau eine Affäre hatte?

Der Mann kratze sich am Kopf und schien zu überlegen. Schließlich nahm er das Bitte-nicht-stören-Schild von der letzten Tür des Gangs. Auf der Rückseite des Kartons standen alle wichtigen Servicenummern der Hotels. Sobald er Lisa vom Kindergarten abgeholt hatte, würde er den Mann anrufen. Er würde ihn eine freundliche, aber bestimmte Warnung zukommen lassen, in Zukunft die Finger von seiner Frau zu nehmen. Ja, das würde er tun.

Tom öffnete die Tür in das Treppenhaus. Das Treppenhaus hatte einen eigenen Ausgang zu den Parkplätzen des Hotels. So war er auch in das Hotel gekommen, in dem er eigentlich Hausverbot hatte. Normal konnten nur Gäste mit einem aktivierten Pincode die Tür von außen öffnen. Er hatte gewartet, bis er der Gäste raus kam. Dann war er durch die Tür herein geschlichen, um mit seiner Frau zu sprechen und sie zur Vernunft zu bringen.

Als er unten angekommen war, registrierte er einen Mann mit Brille und schwarzen Hut. Er hielt eine Zigarette in der Hand. Offenbar gehörte er zu den Gästen, die ein Opfer des neumodischen Rauchverbots waren. Überall gab es neue Regeln und Gesetze. Gesetze, die von homosexuellen, perversen Politikern erschaffen wurden. So konnte es nicht weiter gehen. Es war an der Zeit, dass jemand aufstand und es diesem ganzen islamistischen, schwulen, multikulti Pack einmal richtig gab. Aber leider lebte er in einer Welt, in der diese verdammte linke ungläubige Presse, gleich über jeden anständigen Mann herzieht, der zu Recht gegen dieses korrupte System kämpft.

Tom beachtete den Mann nicht weiter und hing seinen Gedanken nach. Wie weit war es nur mit dieser Welt gekommen. Kinderschänder und Perverse waren überall. Niemand unternahm etwas gegen sie. Ein redlicher Mann, wie er konnte dabei nur zu einem Wutbürger werden. Einem Menschen, der genug hatte von all dem Schmutz und dem Unrat, der die Welt zugrunde richtete.

***

Melanie war in Tränen aufgelöst, als sie aus dem Zimmer schlich. Kurz hatte sie sich hergerichtet um den widerlichen Geschmack ihres Mannes los zu werden, dessen Samen sie immer noch in sich fühlte. Sie konnte immer noch keinen klaren Gedanken fassen und so machte sie weiter mit ihrer Arbeit. Sie fluchte über ihre eigen Schwäche und hoffte auf ein Wunder. Doch wo sollte es herkommen. Wie sollte sie ein Engel erlösen?

Mechanisch machte ein Bett nach dem anderen. Lustlos, kraftlos. Alles dauerte endlos lang. Plötzlich klingelte ihr Handy. Es war eigentlich nicht ihres. Es war das Betriebshandy. Sie hob ab.

"Ja?", hauchte sie in den Hörer.

"Melanie, was ist los? Dein Mann hat mich gerade angerufen. Er ist halb durchgedreht." Es war Louis, der Manager des Hotels.

"Er war hier", meinte sie tonlos. Tränen bildeten sich erneut in ihren Augen.

"Was?", schrie Louis in den Hörer. Er hatte Tom vor über zwei Monaten Hausverbot erteilt, als dieser Melanie im Foyer geschlagen hatte. "Soll ich kommen?"

"Nein, es ist schon ok." Louis war ein netter Kerl. Sie wollte ihn nicht mit ihrem Dreck belasten. Er war der Sohn des Eigentümers und hatte ihr vor zwei Jahren diese Stelle gegeben. Damals war Lisa gerade in den Kindergarten gekommen und sie konnte eine Arbeit annehmen, nach dem ihr Mann seine gerade verloren hatte. Louis war für sie so etwas wie ein großer Bruder. Er hatte ihr auch das Zimmer im Hotel geben, als er von den Problemen der jungen Frau gehört hatte. Das war wirklich nett und sie wollte nicht, dass er noch weiter in die Sache hinein verwickelt wurde. "Ich werden heute Abend zu ihm gehen und mit ihm reden."

"Bist du dir sicher?", fragte er mit ehrlicher Besorgnis.

Nein, sie war sich nicht sicher. "Ja, es muss sein."

"Gut, aber wenn irgendwas ist, ruf mich an. Lisa und du, ihr könnt auch bei mir übernachten, wenn du Angst hast wegen ihm."

"Danke", flüsterte sie in den Hörer. Wenn Lisa nur bei ihr wäre, wie gerne hätte sie Louis Angebot angenommen. Doch Tom hatte das Kind. Er würde vermutlich jetzt schon mit ihr zuhause sein. Ihr Herz schmerzte. Sie wollte es Louis sagte, wollte ihm erzählen, was Tom mit ihr angestellt hatte, doch sie konnte nicht. Der Schmerz, die Scham war zu groß. Niemand würde es verstehen. "Ich kann nicht, aber danke."

"Dann pass in jedem Fall auf dich auf. Und wenn er wieder handgreiflich wird, ruf die Polizei."

"Ja." Sie würde es nicht tun. Die Polizei anzurufen würde bedeuten, sich einem Fremden zu offenbaren. Sie beendete das Gespräch.

***

Das Reinigen der Zimmer hatte für Melanie eine fast meditative Bedeutung. Jeder Handgriff saß. Alles kam an seinen Platz. Keine Unordnung. Kein Chaos. Alles war richtig. Alles war gut. Sie liebte diese Arbeit, auch wenn sie anstrengend war. Vielleicht war diese Arbeit der einzige Grund, warum sie überhaupt noch lebte. Sie zog ihre Chipkarte durch den Schlitz der nächsten Tür. Das Schild, welches sie vom Eintritt abhalten sollte, war von Tom beim Rausgehen entfernt worden.

Mit zielsicheren Handgriffen entfernte sie die benutzten Handtücher, ohne dem geöffneten Gepäck des hier wohnenden Gastes weitere Beachtung zu schenken. Sie zog die Decke vom Bett und wollte sie gerade aufschütteln, als es auf einmal einen Knall machte. Erschrocken blickte Melanie auf den zu bodengefallenen Koffer. Er war aus schwarzem Leder gefertigt und sah unglaublich teuer aus. Durch den Sturz war er aufgesprungen und einige Papiere hatten sich auf dem Boden verteilt. Innerlich fluchte sie über dieses Missgeschick. Heute war wirklich nicht ihr Tag.

Rasch griff sie nach den Papieren und wollte sie wieder in den Koffer stecken. Da fiel ihr die schwarze Pistole auf, die sich wohl ebenfalls in dem Koffer gelegen hatte. Oh, mein Gott, dachte sie. Ist die echt? Ohne nachzudenken, griff Melanie nach der Waffe. Sie fühlte sich schwer an. Unbequem. Wie lange war es her, dass sie das letzte Mal eine Pistole in der Hand gehalten hatte. 15 Jahre. Irgendwann zu Fasching. Und das war ein Spielzeug. Diese fühlte sich echt an.

"Was suchen Sie hier drin?", tönte auf einmal eine raue Stimme hinter ihr. Sie presste die Pistole an sich. Wollte nicht zeigen, was sie entdeckt hatte. Sachte drehte sie ihren Kopf in die Richtung des Mannes. Er trug einen schwarzen Hut, den er weit ins Gesicht gezogen hatte. Er war muskulös und wirkte mit seinem kantigen Zügeln irgendwie brutal. Er machte ihr Angst, selbst, wenn sie nichts von der Waffe gewusst hätte.

"Ich, ich bin das Zimmermädchen", stotterte sie und versuchte die Waffe unter ihrer Schürze zu verbergen, denn sie hatte keine Chance, sie ungesehen in den Koffer zu legen.

"Verschwinde. Ich brauch dich hier nicht. Das Zimmer ist in Ordnung."

Sie wusste, dass dies nicht der Grund war. Das Zimmer hatte vermutlich schon ein paar Tage keine Reinigung mehr erfahren, nur hatte sie nicht darauf geachtet. Hastig erhob sie sich und versuchte sich an ihm vorbei zu drücken, die Pistole immer noch unter der Schürze verborgen. Sie nahm seinen Geruch war. Er roch nach Zigaretten. Ein seltsamer, süßlich herber Geruch. Sie erkannte ihn. Russische. Es war dieselbe Sorte, wie sie auch ihr Stiefvater geraucht hatte.

"Ja, ich gehe ja schon."

Als sie durch die Tür war, schloss er augenblicklich die Tür hinter ihr. Sie ergriff den Servicewagen und eilte mit ihm davon. Sie wollte einfach nur weg. Es war das letzte Zimmer auf der Etage, gleich neben der Treppe. Sie war fertig und das nicht nur bildlich gesprochen. Fast hatte sie den Aufzug erreicht, als abermals ihr Handy klingelte. Was? Nicht jetzt, bitte. Sie konnte nicht anhalten. Sie musste weg. Die gestohlene Waffe lag tonnenschwer in ihrer Hand. Sie ließ sie unter einem Stapel Handtücher verschwinden und schob den Wagen in den Aufzug. Das Klingeln des Handys erstarb, als sich die Türen schlossen.

Melanie schloss sie Augen und überlegte fieberhaft. Sie konnte die Pistole nicht zurückgeben. Nein, das war unmöglich. Ihre einzige Hoffnung war, dass er ihr verschwinden nicht bemerken würde. Sicher brauchte er hier im Hotel keine Waffe. Sie würde nach Hause gehen. Zu Lisa, ihrer kleinen Tochter und zu Tom, ihrem Ehemann. Alles würde gut werden. Im selben Moment erkannte sie die Lüge. Nein, nichts würde gut werden. Tom würde sie weiter schlagen und missbrauchen. Er würde sie mit ihrem Kind erpressen.

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