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Die Skaterin Teil 04

byKrystanX©

Sirenen heulten durch die Straßen der Stadt. Blaulicht funkelte und erhellte die Straße unweit des Bahnhofs. Polizisten mit Maschinenpistolen standen um das Happy 18's herum, während ihre Kollegen mit Sturmhauben und schweren Schutzwesten aus dem Gebäude herauskamen.

Kommissar Wilhelms blickte mit ernster Miene zu seinen Mitarbeitern. Auch er hatte sich eine Schutzweste übergestreift und sich ein paar Reservemagazine zugelegt, bevor er zu dem Einsatz aufgebrochen war. Zwangsprostitution war eines der schlimmsten Verbrechen, welches er in seinem Beruf gegenüberstand. Ace war bekannt dafür, doch bis jetzt konnte ihm nie etwas nachgewiesen werden.

Bis heute Nacht. Der Verdacht, dass ein Mädchen, vielleicht minderjährig, in das Bordell verschleppt wurde, reichte aus, um einen Durchsuchungsbefehl zu erhalten. Alle Mann seiner Abteilung, auch die, die heute Abend eigentlich freihatten, meldeten sich freiwillig für diesen Einsatz. Sie spürten, dass Ace nun den Bogen überspannt hatte, und sie endlich etwas Handfestes gegen ihn unternehmen konnten.

Doch nun war es Mitternacht und aus Hoffnung war Verzweiflung geworden. Eine einzige polnische Nutte mit legalen Aufenthaltspapieren und einen Rausschmeißer, der zu Ace gehörte, war alles, was sie in dem Happy 18's vorfanden. Dies war jedoch nicht das, was die Stirn des Kommissars am meisten verdunkelte. Unter seinem bereits ergrauten Haar breitete sich eine ganz andere Sorge aus.

Lola war bereits 34 Jahre und gehörte von ihrem Aussehen sicher nicht zu dem jugendlich wirkenden Stammpersonal des Bordells. Ace war vorgewarnt und hatte den Laden mit allen Beweisen verlassen. Die Beweise waren in diesem Fall die Frauen oder besser die Mädchen, die in der Hand dieses Zuhälters waren. Wilhelms wollte sich nicht ausmalen, was dieses Arschloch mit seinen Opfern alles tun mochte. Er wollte es nicht, aber aus seiner Erfahrung bei der Kriminalpolizei war dies leider schon fast eine Routine, die unweigerlich einsetzte. Wissen war manchmal ein Fluch.

"Habt ihr irgendwas gefunden?", fragte er seine Kollegen, wohlwissend, dass man die Beweismittel sicher längst fortgebracht hatte.

Die Polizisten schüttelten nur enttäuscht die Köpfe. Kommissar Wilhelms nahm die Bestätigung seiner Vorahnung kommentarlos zur Kenntnis. Auch Alex, der das ganze Schauspiel aus der Ferne beobachtet hatte, verstand. Vier Stunden waren vergangen, seit er die Polizei anonym informiert hatte. Vier verdammte Stunden, und nun schienen sie nichts in den Händen zu halten, obwohl er ihnen alles gesagt hatte was er wusste.

Ace, der Bordellbesitzer hatte Kim, die mit seinem Kind schwanger war, in seiner Gewalt. Alex und die Skaterin waren eigentlich kein Paar. Eigentlich mochten sie sich auch überhaupt nicht. Doch nun, wo das Straßenmädchen in Gefahr war, tat der ehemalige Soldat alles, um sie zu retten. Nein, er tat noch nicht alles, aber er würde alles tun. Aber dazu musste er erst einmal wissen, wo diese Ratte seine Kim hingebracht hatte.

***

Ihr Kopf dröhnte, während sie von Finsternis umschlossen war. Kim versuchte sich umzusehen, doch da war nichts was sie sehen konnte. Der schwere Duft von Zigarren lag in der Luft und sie hört entfernte Musik. Wo war sie? Was war passiert? Und wie hatte sie nur so dumm sein können?

Mit den Fragen kam der Schmerz, der sich wie eine Schlange durch ihren Körper zu winden schien. Sie wollte sich bewegen doch ihre Handgelenke waren von eisernen Klammern gefangen. Seltsam verzerrt hörte sie das Klimpern von Ketten, als sie daran zog. Jemand hatte ihr Handschnellen angelegt, nachdem man sie niedergeschlagen hatte. Sie hatte den Schlag kommen sehen. Der brutale Schläger des Bordellbesitzers hatte einen Totschläger ausgefahren. Erinnerungsfetzen kamen zurück, während sie schmerzhaft ihren Kopf wand.

"Was ist los?", fragte sie in die Dunkelheit hinaus. Sie wollte wissen, was passiert war. Doch nichts war zu hören. Niemand war da, der ihr antwortete. Nur eine entfernte Melodie kam wie das Echo einer andere Welt zu ihr durch.

Kim lag auf dem Bauch. Ihre Hände waren mit auf dem Rücken gefesselt worden. Mühevoll erkämpfte sie eine aufrechte Position. Sie wollte wissen, wollte verstehen, wollte die Angst abschütteln, welche sich nun mit dem Erwachen mehr und mehr ausbreitete. Anscheinend war sie wohl wirklich in den Händen von Verbrechern. Ein Gedanke, der sich erst langsam, in dem sonst so unerschrockenen Mädchen, manifestierte.

Kim war in das Happy 18's gegangen, um Informationen über ein verschwundenes Mädchen zu erhalten, welches einst zu ihrer Clique gehört hatte. Die Großmutter des Mädchens hatte sich in einem verzweifelten Appell an sie gewandt. Das kommt davon, wenn man sich um die Probleme anderer kümmert, schoss es ihr durch den Kopf. Sie versuchte damit, ihre eigene Angst und Unsicherheit zu überspielen. Sie steckte wirklich in der Klemme und hatte keine Ahnung, wie sie diesmal da raus kommen würde.

Beschwerlich schaffte es ihr athletischer junger Körper schließlich, sich trotz der Fesseln, aufzurappeln. Wie in dem alten Blindekuh-Spiel taumelte das Skatermädchen in einer ihr unbekannten Welt umher. Mit dem Knie traf sie gegen einen Stuhl und wäre beinahe darüber gefallen. Dann knallte sie, immer noch ein wenig von dem Schlag gegen ihren Kopf benommen, gegen einen Tisch.

Gerade versuchte sie sich irgendwie zurecht zu finden als als sie eine entfernte, fremde Stimme vernahm. Ohne lange nachzudenken, rief sie so gut es ging um Hilfe. Ihre Stimme war schwach, heiser, trotzdem wurde sie gehört. Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht und ein Tür öffnete sich. Auf einmal erkannte sie, dass sie vielleicht die falschen Leute auf sich aufmerksam gemacht hatte. Wieder einmal.

"Was willst du Mädchen?", fragte eine raue Stimme mit leichtem, slawischen Akzent.

"Lassen Sie mich und Silvia sofort frei. Dann verspreche ich, die Polizei außen vor zu lassen."

"Dafür ist es etwas zu spät", meinte der Mann, der wohl ein paar Schritte auf sie zu machte. "Die Bullen suchen bereits nach dir. Igor war ziemlich dumm, dich nicht einfach raus zu schmeißen, aber der Idiot hatte es wohl mit der Angst zu tun bekommen. Er kann nicht so gut mit Mädchen."

Sie spürte die Nähe des Mannes und ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Immer wieder kämpfte sie aufkommende Panik nieder. Seine Nähe, seine Stimme, der Atem, der ihre Haut streifte, all dies verunsicherte Kim nun zusehend. Auf der Straße hatte sie gelernt, mit Frechheit und Selbstsicherheit zu überleben. Sie war es gewohnt, die Kontrolle über ihren Körper und über die Situation zu haben.

"Sie können uns einfach gehen lassen."

"Woher weißt du, dass Silvia bei uns ist?", fragte die Stimme, die nun ganz nahe war. Sie konnte Zigarrenrauch riechen, der frisch an ihrer Nase vorbei zog. "Wer hat gesungen? Wer hat es dir verraten?"

Eigentlich hatte Kim es gar nicht gewusst. Als sie dem Drängen von Silvias Oma nachgegangen war, hatte sie von Bekannten auf der Straße die Gerüchte gehört, dass das Mädchen, welches sie unter dem Namen Shiva kannte, im Happy 18's anschaffte. Ihr Unwissen war eigentlich der Grund, warum sie das Bordell gegangen war und ganz frech nach Silvia gefragt hatte, so als ob sie genau wusste, wo sie war. Sie hatte dem Rausschmeißer sogar direkt mit der Polizei gedroht, als er anfangs jedes Wissen verneinte. Sie hatte geblufft. Doch dieser Bluff war nach hinten losgegangen.

Der Schläger war plötzlich über sie hergefallen und hatte sie niedergeschlagen. Kim hatte schon öfters Prügel kassiert und störte sich nicht sonderlich daran. Sie hatte Skinheads und übel gelaunte Wachleute überstanden, und war immer mit ein paar blauen Flecken davongekommen. Diesmal sah es jedoch etwas anders aus. Die Nähe des fremden Mannes ließ sie erschaudern. Sie fühlte die Gefahr, in der sie sich befand. Auch wenn sie selbst meist die Gefahr suchte, war diesmal etwas anders. Sie war gefesselt und blind in einem fremden Raum. Sie hatte keinerlei Kontrolle und nicht einmal den Hauch einer Hoffnung sie wieder zu erlangen. So fiel auch ihre Antwort für Kims Verhältnisse erstaunlich kleinlaut aus.

"Ich wusste es nicht. Man hat mir nur gesagt, dass sie bei euch gearbeitet hat."

"Wer hat das gesagt?", fragte die Stimme und Kim konnte eine Hand spüren, die über ihren Pulli glitt. Anfangs streichelte sie über ihren Arm, doch rasch wanderte sie über den leicht gewölbten Bauch der jungen Frau. Der Mann atmete aus und eine frische Brise des ekeligen Zigarrendufts umspielte ihre Nase.

"Ich weiß nicht", meinte sie. Auf der Straße hatte sie gelernt, dass man seine Freunde nicht verriet. Und auch wenn Raffi nicht mehr in ihrer Clique war, so wollte sie doch nicht, dass er wegen ihr jetzt vielleicht Ärger bekam. Die Hand des Mannes wanderte tiefer, bis er sie schließlich zwischen ihre Schenkel legte. "Lassen Sie das!", zischte das Mädchen, drehte sich von ihm und seiner aufdringlichen Hand weg und stieß ihn mit ihrer Schulter.

"Du Fotze hältst dich wohl für ganz schlau!", schrie der Mann nun etwas verärgert. Er war es offensichtlich gewohnt, dass man vor ihm Angst hatte und einknickte. Kims Verhalten zollte von mangelndem Respekt. Sie war mit ihrer Respektlosigkeit jedoch noch nicht am Ende. Sie hatte etwas Spucke gesammelt, und als der Fremde ihr ganz nahe war, spie sie ihm die klebrige Masse entgegen. Sie traf und der Mann keuchte fassungslos. Dafür sollte sie büßen.

Kim sah die Ohrfeige nicht, die sie traf, sie spürte nur die Explosion aus Schmerz auf ihrer Wange, als sie von der Wucht zu Boden gerissen wurde. Durch die Handschellen konnte sie sich nicht abstützen und fiel ungeschickt auf dem Boden, wobei ihr Kopf gegen ein Tischbein schlug. Von einem Moment auf den anderen sah sie tausend Sterne funkeln, bevor sie erneut das Bewusstsein verlor.

***

Viktor verließ das Polizeirevier, nach einem kurzen Verhör, mitten in der Nacht. Die Polizei konnte ihm nichts nachweisen und seine Arbeit als Türsteher im Happy 18's war kein Verbrechen. Der leicht untersetzte Mann kam aus Kasachstan und hatte durch seine deutschen Vorfahren seit mehr als einem Jahrzehnt die deutsche Staatsbürgerschaft. Er sprach Deutsch mit einem starken, russischen Akzent, doch das allein reichte nicht, um ihn weiter festzuhalten. Auch die Hure Lola war den Ermittlern keine Hilfe. Sie wusste natürlich von nichts und ging ganz normal ihrer Arbeit nach. Von dem verschwundenen Mädchen, von Zwangsprostitution oder gar Minderjährigen hatte sie noch nie etwas gehört. Natürlich arbeitete sie auf eigene Rechnung und mietete sich bei Ace Nachtklub lediglich ein.

Kommissar Wilhelms blickte dem muskulösen Aussiedler hinterher. Sein kahler Schädel war ebenso, wie seine Arme mit Tattoos übersät, die vermutlich zum Teil noch aus Sowjetzeiten stammten. Der Polizist hasste es untätig zusehen zu müssen, wie jemand, von dem er vermutete, dass er etwas über die dunklen Machenschaften eines der schlimmsten Verbrecher in der Stadt wusste, einfach so in die Nacht entschwand.

Wilhelms war jedoch nicht der Einzige, der in dieser Nacht ein wachsames Auge auf Viktor hatte, als dieser in eine Lederjacke gekleidet zur U-Bahn ging. Sein Schatten war unauffällig, wie ein Geist, und doch allgegenwärtig. Immer wieder sah Victor sich um, als er die Stufen der U-Bahn-Station hinuntereilte und dann auf dem verlassenen Bahnsteig wartete. Der kräftige Mann war vorsichtig. Automatisch ergriff er anerzogene Vorsichtsmaßnahmen für den Fall, dass die Polizei ihn beschattete. Ace hatte ihn genau erklärt, was er zu tun und zu lassen hatte. So griff er nicht zum Handy, wie es die Anfänger machen, sondern schalte es aus. Er fuhr nicht ins Happy 18's sondern erst einmal nach Hause. Ace hatte ihn schon diesbezüglich instruiert. Er würde nichts tun, was der Polizei in irgendeiner Weise helfen könnte. Er vertraute auf Aces Intelligenz und hielt sich an die zuvor vereinbarte Prozedur.

Als er in die U-Bahn stieg, war sein Abteil fast leer. Nur eine Gruppe betrunkener Jugendlicher sorgte für etwas krach. Sie hatten offenbar noch nicht bemerkt, dass sie die Feier von der sie kamen längst verlassen hatten und sagen aus Leibeskräften irgendwelche Sauflieder. Trotzdem hatten die Teenager noch genug verstand, sich von Viktor fernzuhalten. Auch wenn er gerade nicht als Rausschmeißer arbeitete, strahlte er doch jene aggressive Autorität aus, welche die meisten Menschen erschaudern ließ.

Es war 5:30 als Viktor endlich Zuhause ankam. Inzwischen war er sich sicher, jeglichen möglichen Verfolger abgehängt zu haben. Er steckte den Schlüssel in die Tür seiner kleinen Wohnung in einem renovierungsbedürftigen Altbau, als er plötzlich ein Knistern hörte. Binnen eines Augenblicks überkam ihm ein Stromschlag von vielen Tausend Volt, der durch seinen Körper strömte und Muskeln unkontrolliert zucken ließ. Der stämmige Mann fiel wie ein nasser Sack zu Boden und schlug mit dem Kopf auf den gefliesten Boden des dunklen Treppenhauses auf. Ein leises Stöhnen war alles, was er von sich geben konnte. Dann zog man ihm einen schwarzen Sack über den Kopf und es wurde dunkel um ihn herum.

***

Ein Stöhnen und Wimmer verschmolz mit der sanften Kuschelmusik, die den in zartes orangenes Licht getauchten Raum beschallte. Der Mann, der sich über das Mädchen gebeugt hatte, trug eine Ledermaske. Schweiß glänzte auf seiner Brust und seinen Schultern. Seine Identität blieb durch die Maske verborgen, doch wenn man genau hinsah, erkannte man das schon vorangeschrittene Alter des Maskierten. Sein Körper bewegte sich im Rhythmus seiner Stöße, die dem Mädchen seine Männlichkeit in den Hintern rammten. Er keuchte vor Erregung, während sie sich hilflos unter ihm wandte und diese Bewegungen in erstickte Schreie umwandelte, die von dem Ballonknebel in ihrem Mund entfremdet wurden.

Das blonde Mädchen hatte Tränen in den Augen. Schmerz jagte sichtlich durch ihren Körper, während der Mann ganz alleine seine Lust an ihr auslebte. Sie lag auf dem Bauch und ihre Hände waren über ihrem Kopf mit Handschellen an das Bett gefesselt. Die Spuren von Peitschenhieben und Kerzenwachs zeichneten ihren zarten Rücken, auf den der Schweiß des Mannes tropfte.

Durch ein verspiegeltes Fenster beobachtete Ace das Schauspiel. Der dunkelhaarige Mann saß in seinem Bürostuhl und spielte mit einem Feuerzeug, während nur wenige Meter entfernt der Freier das Mädchen ordentlich rannahm. Das war sein gutes Recht, denn er hatte dafür auch über tausend Euro springen lassen. Dafür quälte er die Kleine schon seit Stunden. Der Maskierte gehörte zu den Stammgästen und Ace genoss es manchmal, ihm bei seinem Treiben zu beobachten. Er wusste nicht, wer sich unter der Maske befand und es interessierte ihn auch nicht. Die Stadt hatte viele reiche Männer, die manchmal hinausfuhren, um in seiner exklusiven Villa den besonderen Spaß zu haben.

Ace war bekannt für seine jungen Mädchen. Und wenn ein Kunde etwas Exklusives wollte, konnte er es ihm fast immer beschaffen. Das Mädchen, welche vor seinen voyeuristischen Augen in den Arsch gefickt wurde, war hingegen nur eine recht abgemagerte Nutte, die für etwas Stoff alles mit sich machen ließ. Vermutlich würde sie ihn, sobald der Maskierte verschwunden war, sofort wieder um den nächsten Schuss anbetteln. So war es immer mit der Kleinen. Für das Versprechen auf einen langen Rausch ließ sie sich von jedem Mann auch ohne Gummi in jedes ihrer immer noch engen Löcher vögeln. Der Zuhälter verstand zwar die Kerle nicht, die dieses Risiko eingingen, doch ihm machte es auch nichts, wenn das Geld stimmte.

Sandy, so nannten sie das Mädchen, würde von dem Geld am Ende jedoch nichts zu sehen bekommen. Er hielt sie bei sich in der Villa für Kost und Logis. Ihre Bezahlung war Heroin, ein teuflisches Gift, mit dem er die meisten Mädchen gefügig hielt, die sich oft einst freiwillig in seine Fänge begaben.

Der Mann mit der Maske stöhnte und schnaufte immer lauter. Bald würde er seinen Saft in Sandys Darm entleeren. Die Erregung des Voyeurs hielt sich in dieser Nacht jedoch in Grenzen. Manchmal hatte er sich eines seiner Mädchen hier herkommen lassen, die ihm dafür den Schwanz blies, doch heute war es ein Mädchen, das ihm Sorgen bereitete.

Silvia war eines der Straßenmädchen, die bei ihm gelandet waren. Da sie zwar jung, aber nicht wirklich kindlich war, hatte er sie in seinem normalen Bordell in der Innenstadt anschaffen lassen. Sie war ein Leckerbissen, der Männerträume wahrwerden ließ. Einer dieser Männerträume sah dummerweise den Tod des Mädchens vor. Dies war bei einem Straßenmädchen kein Problem, wenn man die Leiche verschwinden lassen konnte. Niemand fragte nach ihnen, niemand interessierte sich für sie. Bis heute Nacht. Ohne auf den Höhepunkt des Schauspiels zu warten, sprang der braun gebrannte Mann auf und ging zur Tür. Er hatte noch etwas Unerfreuliches zu erledigen.

***

Als Kim erneut erwachte, waren ihre Hände über dem Kopf gefesselt. Sie trug noch immer eine Augenbinde und war so ihres Sehsinns beraubt. Man hatte ihre Handschellen an irgendetwas befestigt, sodass sie aufrecht wie eine Kerze stehe musste. Ihre Arme schmerzten, denn sie hatten wohl einige Zeit ihr Gewicht getragen, während sie bewusstlos in ihren Fesseln hing.

Ein Eimer kaltes Wasser ließ sie aufschreien, als er sich über ihrem Kopf ergoss. Rasch kroch die Nässe durch ihren Pulli und ihre Jeans, während sie heftig ihren Kopf schüttelte und fluchte. "Was soll das?"

"Nur ein kleiner Muntermacher", meinte Ace, der zusammen mit Igor in das Verlies gekommen war, wo sie das Mädchen nun versteckten. Das Verlies war ein Bunker aus der Nazizeit, der durch einen Geheimgang mit der Villa verbunden war. Ace benutzte diesen Ort als Spielwiese für seine besonderen Gäste und zugleich auch als Kerker.

"Was habt ihr Schweine vor?", fragte Kim, die einfach nur wütend auf die Kerle war. Eigentlich hätte sie Angst haben müssen. Andere Frauen hätten dies vermutlich auch, aber Kim hatte inzwischen auf stur geschaltet. Sie fühlte, dass sie mit betteln nicht weiterkommen würde.

Ihr Hochmut wurde mit einer weiteren, kräftigen Ohrfeige bestraft, die sie in ihre Fesseln fallen ließ. Ihre Schultern protestierten vor Schmerz, während Igor seinem Chef zufrieden bei der Arbeit zusah. Der Hüne von einem Mann hatte Spaß daran, Mädchen zu quälen. Es war besser, als selbst derjenige zu sein, der etwas auf die Fresse bekam. Vielleicht war auch das ein Grund, warum er Kim in der Stadt niedergeschlagen und zu Ace gebracht hatte. Das arrogante Ding hatte ihn gereizt, nun sollte es dafür bezahlen.

"Hm, mal sehen", meinte der Zuhälter mit einem Lächeln auf den Lippen und nahm einen Zug von seiner Zigarre. "Vielleicht lassen wir dich hier ein paar Monate am Leben. Schwangere Teenieschlampen finden bestimmt einige Interessenten. Schauen wir mal, was du so zu bieten hast. Igor!"

Auf den Befehl hin trat der bullige Kerl an sie heran, griff ihr an den Kragen und zerriss mit einem Ruck ihren Pullover. Ein lautes Geräusch hallte durch den Raum, als der Stoff ächzend nachgab. Kim stockte für einen Moment der Atem, ob der schieren Kraft des für sie unsichtbaren Mannes, als auch ob der Worte des Verbrecherbosses, der ihr ebenfalls unbekannt war. Mit entblößter Brust stand sie nun vor ihnen. Nackt, beschämt und weit weniger Selbstsicher als noch vor ein paar Augenblicken.

"Die hat ja wirklich einen Braten in der Röhre", stammelte Igor, der im Gegensatz zu Ace, nicht ihren Bauch befühlt hatte. Dies holte er jetzt nach. Seine groben, kräftigen Finger glitten über ihren gespannten Bauch, während Kims Herzschlag und ihr Atem zu rasen begannen. Kim versuchte sich wegzudrehen, doch seine raue Hand folgte ihrer Bewegung. "Darf ich sie ficken, Boss?"

"Wegen deiner Dummheit ist sie überhaupt erst hier. Du hast dir keine Belohnung verdient. Die Schnecke sieht wirklich heiß aus. Ich denke sie wird uns in den nächsten Monaten sicher noch fünfzig Riesen oder so einbringen, bevor wir sie endgültig entsorgen", meinte der Chef mit beunruhigend leisem Tonfall. Das Mädchen zitterte, während er mit der Zigarre in der Hand nach ihr griff. Sie wollte keine Angst haben, wollte diesen Banditen keine Schwäche zeigen, doch sie konnte nicht anders. Ihr Körper übernahm die Kontrolle und verriet sie. Sie spürte die Wärme des Glutbettes, als er die Zigarre unterhalb ihrer rechten Brustwarze hielt. Plötzlich wurde sie ganz ruhig, um sich nicht aus Versehen zu verbrennen. Ace merkte ihre Reaktion und lächelte zufrieden. Das Ding war wirklich hübsch, ihr Schmerzen zuzufügen, würde seinen Kunden gewiss große Lust bereiten. Er hielt die Spitze seiner Zigarre über die Nippel des Mädchens und gab ihr mit dem Finger einen kleinen Klaps.

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