tagExhibitionist & VoyeurAlissa und Lara 03

Alissa und Lara 03

byLara74©

Alissa öffnete mit zitternden Händen den Brief. Sie war sehr nervös. Der Brief stammte von der Verwaltung des Studentenheims. Sie hatte sich schon vor einigen Monaten um eine Aufnahme beworben. Leider war damals nichts daraus geworden, es hatte lediglich geheißen, sie wäre auf der Warteliste. Wenn jetzt ein Brief kam, musste das doch bedeuten, dass ein Platz freigeworden war. Es konnte doch gar nicht anders sein.

Sie brauchte diesen Platz. Ihre jetzige Wohnung war ihr einfach zu teuer. Sie konnte sie sich nicht wirklich leisten. Ihre Eltern unterstützten sie zwar so gut es ging, aber viel Geld hatten auch sie nicht. Und so blieb ihr kaum etwas übrig, um halbwegs vernünftig über die Runden zu kommen. Sie begann den Brief zu lesen. Ihre Miene erhellte sich. Sie hatte einen Platz bekommen. Es war zwar nur ein Doppelzimmer, aber das machte ihr nichts aus. Schließlich war es auch bedeutend günstiger als ein Einzelzimmer.

Diesen Lichtblick konnte sie gut gebrauchen. Das letzte halbe Jahr war nicht leicht für sie. Neben den finanziellen Schwierigkeiten war auch die Trennung von ihrem Freund dazu gekommen. Diese hatte sie sehr mitgenommen. Sie waren sehr lange zusammen und dann kam diese Brünette, die ihn ihr ausgespannt hatte.

Diese hatte wie ihr Freund Volkswirtschaft studiert. In den Vorlesungen saß sie, wie sie später erfuhr, immer neben ihm. Eine Bekannte, die das gleiche studierte, hatte ihr erzählt, dass sie aufpassen solle. Es gebe da eine Studentin, die sich an ihren Freund heranmache und verdammt gut aussehe. Alissa hatte das nicht wirklich ernstgenommen. Diese Bekannte erzählte viel, wenn der Tag lang ist.

Und dann beschloss sie eines Abends statt zum Pilateskurs zu gehen, ihren Freund überraschend zu besuchen. Sie öffnete mit ihrem Schlüssel die Wohnungstüre. Im Wohnzimmer war er nicht, er musste wohl in seinem Zimmer sein. Alissa machte die Zimmertüre auf. Die Überraschung war wirklich gelungen. Er lag im Bett mit dieser Brünetten.

Sie war ruhig geblieben, obwohl sie dieser Tussi am liebsten das Gesicht zerkratzt hätte. Auf ihren Freund war sie aber zu ihrer eigenen Überraschung nicht wütend. Sie war nur enttäuscht von ihm. Unendlich enttäuscht. Noch an Ort und Stelle hatte sie die Beziehung mit ihm beendet. Er hatte später mehrmals versucht, mit ihr zu sprechen. Aber für Alissa gab es nichts mehr zu besprechen. Er hatte sie betrogen, das konnte sie ihm nicht verzeihen.

Der Umzug würde Alissa gut tun. Mit der alten Wohnung waren zu viele Erinnerungen an ihren Freund verbunden. Mit ihrer Vermieterin hatte sie schon gesprochen. Wenn sie ein Zimmer im Studentenheim bekommen würde, dann konnte sie zum Monatsende ausziehen. Ihre Vermieterin war da sehr locker. Kein Wunder, eine Wohnung wie diese war sehr begehrt. Wenn man einen Zettel an das schwarze Brett an der Uni hängte, dann hatte man schon nach einigen Stunden mehrere Interessenten. Das Entgegenkommen der Vermieterin hing wohl auch damit zusammen, dass sie bei einer neuen Vermietung mehr verlangen konnte.

Sie legte den Brief zur Seite. Bis zum Semesteranfang waren es noch zwei Wochen. Sie war schon einige Tage hier, um sich auf eine Prüfung vorzubereiten. Sie hatte es nicht mehr geschafft, diese am Ende des vorigen Semesters abzulegen. Deshalb hatte sie sich zu dem Prüfungstermin in der Woche vor dem Semesterbeginn angemeldet. Sie war heute schon recht fleißig, aber nach dem Lesen dieses Briefes war ihr nicht mehr nach Lernen zu Mute. Diese positive Nachricht musste sie feiern, indem sie esvsich den Rest des Tages gut gehen ließ.

Alissa klappte ihr Notebook auf. Sie liebte Seiten mit Schuhen. Leider blieb es meist beim Schauen und Träumen. Alissa lächelte. Wenn sie nicht mehr so viel für die Wohnung brauchen würde, dann würde sich wohl öfter das eine oder andere Paar ausgehen. Alissa schaute Seite um Seite an, und begann zu träumen, wie sie wohl in den schönen Schuhen ausschauen würde. Besonders ein Paar High-Heels hatte es ihr angetan. Die würden ihr gut stehen. Waren super sexy. Damit würde sie Blicke auf sich ziehen. Sie lehnte sich zurück. Alissa hatte plötzlich Lust auf Sex. Sie speicherte dieses Paar auf ihrem Wunschzettel ab und tippte ihre Lieblingsadresse ein. Es war eine Seite mit Stories über Selbstbefriedigung.

Auf dieser Seite beschrieben Männer und Frauen ihre heißesten Masturbationserlebnisse. Alissa war auf diese Seite gestoßen, als sie einmal in einer Suchmaschine nach dem Thema Masturbation gesucht hatte. Sie hatte sich dazumal regelmäßig selbst befriedigt und war neugierig, wie es andere machen. Sie konnte sich noch gut erinnern, wie aufgeregt sie war, als sie diese Vielzahl von Geschichten sah. Männer und Frauen, die es alleine machten, Männer mit Frauen, aber auch Männer miteinander und Frauen. Ihr hatte es regelrecht die Sprache verschlagen.

Sie hatte zunächst zwei Geschichten von Männern gelesen, die es sich selbst machten. Sie war so erregt, dass schon bei der ersten Geschichte eine Hand in ihrem Höschen war, bei der zweiten kam sie zum ersten Mal. Normalerweise reichte ihr ein Höhepunkt. Aber die Neugier trieb sie weiter. Sie klickte fasziniert die nächste Geschichte an. In dieser schilderte eine junge Frau ihre Masturbationsgewohnheiten. Das, was sie tat, war nicht spektakulär, aber sie beschrieb es so intensiv, dass von der Entspannung, die der Orgasmus gebracht hatte, nichts mehr übrig war.

Die eine Hand glitt wieder in ihr Höschen, während die andere auf der Maus blieb und langsam nach unten scrollte. Die Schilderung zog sie immer mehr in ihren Bann. Sie konnte diese Frau vor sich sehen. Alissa schob ihr Höschen nach unten und ließ es zu Boden fallen. Der Rock war hochgeschlagen. Sie betrachte, wie ihre Finger über ihre Klitoris strichen. Es war wie in dieser Geschichte. Alissa kam stark. Der Höhepunkt brachte aber keine Entspannung. Sie las weiter. Als sie am Ende der Geschichte war, begann sie damit wieder von vorne. Und ihre Hand blieb die ganze Zeit zwischen ihren Beinen.

Von da an hatte Alissa täglich diese Seite aufgerufen. Sobald sie von der Uni kam, schaltete sie ihr Notebook ein, um zu sehen, ob es neue Stories gab. Neben den Solo-Geschichten las sie auch gerne solche, in denen es zwei zusammen machten. Geschichten, in denen zwei Männer einander masturbierten, wie sie einander zum Höhepunkt brachten, fand sie heiß. Sie hatte immer eine Hand zwischen ihren Beinen, wenn sie las. Wenn aber sich zwei Frauen gegenseitig befriedigten, ging sie noch mehr ab. Der Sessel vor ihrem Notebook wurde mit der Zeit der Ort in ihrer Wohnung, an dem sie am meisten Orgasmen erlebte.

Die Geschichten, in denen Frauen sich gegenseitig befriedigten, fanden auch immer mehr Eingang in ihr Kopfkino, wenn sie auf ihrem Bett lag oder unter der Dusche stand, und sie es sich selbst machte. Und sie machte es oft. Waren es vorher vielleicht zwei- oder dreimal pro Woche, machte sie es nun täglich, manchmal auch öfters.

Der Sex mit ihrem Freund kam deshalb nicht zu kurz. Aber in ihr hatte ein Feuer begonnen zu brennen, das immer stärker wurde. Als sie sich dann von ihrem Freund getrennt hatte, wurde es immer mächtiger. Es blieb nicht nur bei den Stories. Sie begann auch Videos anzuschauen. Zuerst noch bunt gemischt, mit der Zeit nur noch welche, in denen es zwei Frau miteinander machten, vorzugsweise wenn eine von der anderen verführt wurde. Sie törnten sie unglaublich an. Sie verbrachte viel Zeit vor ihrem Notebook, dabei blieb es nie bei einem Höhepunkt. Ein Höhepunkt allein konnte sie im Gegensatz zu früher kaum mehr befriedigen, zu stark war die Stimulation. Und ihr Körper lernte immer mehr dazu.

Alissa hatte, bevor sie begonnen hatte, diese Stories zu lesen, nie einen Gedanken an Sex mit Frauen verschwendet. Aber jetzt begann sie sich immer mehr auszumalen, wie es wohl wäre, so etwas auszuprobieren. Sie ertappte sich auch immer wieder dabei, dass sie Frauen mit einem Interesse anschaute, das sie früher nie gehabt hatte. Wenn sie nach dem Pilates unter der Dusche stand und die Studentinnen in den gegenüberliegenden offenen Duschabteilen beobachtete, wie das Wasser auf deren Brüste perlte, wie sie mit Schaum an ihren Händen über ihren Körper strichen, bis zur Körpermitte und sich dort wuschen, meist nur flüchtig, hin und wieder ausführlich, spürte sie wie Lust in ihr aufstieg.

Sie war froh, kein Mann zu sein, dem man seine Erregung deutlich ansehen konnte. Aufgerichtete Nippel bei einer Frau konnten hingegen viele Ursachen haben. Bei Alissa war der Grund meist derselbe. Ab und zu bemerkte sie, dass auch andere verstohlen zu ihr blickten. Dann widmete sie sich besonders ausführlich dem Waschen ihrer Brüste, seifte sie gründlichst ein und verteilte mit kreisenden Bewegungen den Schaum. Irgendwann wanderten dann die Hände zur Körpermitte, um sich dort zu waschen. Es törnte sie unglaublich an, wenn sie sich dabei beobachtet fühlte. Ihre Lust wurde oft beinahe unerträglich. Aber sich in einer öffentlichen Dusche selbst zu befriedigen, traute sie sich dann doch nicht. Wenn sie dann nach Hause kam, fand sie sich innerhalb kürzester Zeit nackt auf ihrem Bett wieder, dabei vor Augen, die nackten Körper der anderen Frauen in der Dusche, wie diese auch zu ihr blickten und jetzt wohl das gleich wie sie taten.

Alissa saß nun an ihrem Notebook und las eine Geschichte, wie eine Studentin ihre Mitbewohnerin verführte. Alissa hatte eine Hand in ihrem Höschen. Die Geschichte war heiß. Die Erregung wurde immer größer. Plötzlich durchzuckte sie ein Gedanke. Ich werde jetzt auch eine Zimmerkollegin haben. Wie es wohl wäre, es mit ihr zu tun. Sie zu verführen, zu berühren. Mit ihrer Klit zu spielen. Einen Finger einzuführen, ihre Feuchtigkeit zu spüren, wie sie sich vor Lust windet. Sie hatte sich zurückgelehnt, die Augen geschlossen. Ihr Atem ging immer schneller. Zwei Finger waren in ihr. Sie presste ihr Becken dagegen, während sich die andere Hand ihrer Klitoris widmete. Und die andere würde dann sie verwöhnen. Einen Finger einführen, einen zweiten, mit der Zunge um ihre Klit spielen. Alissa kam heftig.

Als der Höhepunkt abgeklungen war, stand sie auf und schob ihr völlig feuchtes Höschen hinunter und ließ es zu Boden fallen. Dann setzte sie sich auf ihr Bett und entnahm der Nachttischschublade ihren Vibrator. Sie legte sich mit dem Rücken auf ihr Bett, schlug den Rock nach hinten und führte ihn langsam ein. Sie war so feucht, dass er wie von selbst in sie hineinglitt. Ohne ihn einzuschalten bewegte sie ihn langsam vor und zurück, drehte ihn hin und wieder leicht, und durchlebte in ihrem Kopfkino immer wieder dieselbe Geschichte, wie sie gerade gelesen hatte.

In den nächsten Wochen hatte sie viel zu tun. Einerseits musste sie auf die Prüfung lernen, andererseits war der Umzug vorzubereiten. Dennoch gönnte sie sich immer wieder Pausen, in denen sie auf ihrem Bett lag und Phantasien mit ihrer zukünftigen Zimmerkollegin nachhing. War es anfangs nur eine Phantasie, die sie antörnte, begann sich der Gedanke an Sex mit ihrer zukünftigen Zimmerkollegin immer mehr zu einem Wunsch zu verdichten.

Schließlich gelangte sie an einen Punkt, an dem der Wunsch übermächtig wurde. Sie wollte es ausprobieren. Sie überlegte hin und her, wie sie es anstellen könnte. Ob sie sich von ihr erwischen lassen sollte? Aber wenn sie schlecht darauf reagierte? Das wäre megapeinlich und das weitere Zusammenleben wäre dann irgendwie komisch. Nein, sie musste zuerst abchecken, wie sie zu dem Ganzen steht.

Am besten würde sie sie direkt darauf ansprechen, ob es ihr etwas ausmacht, wenn sie sich auch dann befriedigt, wenn sie im Zimmer anwesend ist. Wenn sie damit nicht einverstanden ist, ist nichts verloren und eine megapeinliche Situation kann vermieden werden. Wenn sie aber keine Einwände hat, dann kann sie es durchziehen. Sie würde zunächst in ihrer Anwesenheit masturbieren und schauen, ob sie darauf anspricht. Sobald die andere soweit sein würde, dass sie auch mitmacht, würde sie dann einen Schritt weitergehen.

Alissa hatte die Prüfung erfolgreich absolviert und stand nun nervös in der Lobby des Studentenheims. Sie hatte gerade die Zimmerschlüssel bekommen. Ob ihre neue Zimmerkollegin schon da war? Was, wenn sie nicht attraktiv oder total unsympathisch ist? Sollte sie es dann wirklich durchziehen? Plötzlich schien ihr die Vorstellung, ihre Zimmerkollegin zu verführen keine gute Idee mehr zu sein. Wenn es schief ginge, dann hätte sie den Salat. Das Zusammenleben wäre dann gelinde gesagt etwas problematisch. Was mache ich mir denn jetzt schon Gedanken, ging es ihr durch den Kopf, ich lasse einfach alles auf mich zukommen.

Sie atmete tief durch und ging zum Lift. Wie wohl das Zimmer ist? Sie fuhr ins oberste Stockwerk. Na die Aussicht dürfte jedenfalls gut sein. Sie ging den Gang entlang zum Zimmer. Alissa war sehr nervös. Sie öffnete die Türe. Erleichtert stellte sie fest, dass niemand da war. Ihre neue Zimmerkollegin hatte das Semester wohl noch nicht begonnen. Alissa stellte ihre Taschen ab und sah sich im Raum um. Die Aussicht war tatsächlich atemberaubend. Leider waren der Schreibtisch und das Bett am Fenster schon besetzt. Am Bücherregal über dem Schreibtisch standen einige Lehrbücher und auf dem Bord beim Fenster verschiedenste kleine Dinge wie Wecker, Papiertaschentücher und ähnliches.

Über dem Bett hing auch ein Bild, das ihre zukünftige Mitbewohnerin zeigte. Der Mann neben ihr musste wohl ihr Freund sein. Sie wirkten sehr verliebt. Unangenehme Gefühle stiegen in Alissa hoch. Sie war neidisch, hätte sich das aber nie eingestanden. Der Typ schaute nicht schlecht aus, der hätte ihr auch gefallen. Ihre Zimmerkollegin wirkte total gut auf dem Foto. Wenn sie in Wirklichkeit nur halb so gut aussah, waren ihre Bedenken in dieser Hinsicht auf jeden Fall grundlos gewesen.

Die Enttäuschung, dass der Fensterplatz schon besetzt war, hielt sich in Grenzen. Alissa fand das Zimmer sehr gemütlich. Es war hell und freundlich und auch von ihrer Zimmerseite hatte man immer noch eine tolle Aussicht. Alissa begann ihre Tasche auszupacken. Die Kleidung verräumte sie in ihrem Kasten, ihre Lehrbücher verstaute sie in dem Bücherregal. Sie hatte auch zwei erotische Bücher dabei. Sie surfte zwar recht oft auf erotischen Seiten, aber hin und wieder ein erotisches Buch zu lesen, hatte auch etwas. Das eine Buch hatte sie schon gelesen. Es enthielt kurze Geschichten, in den Frauen ihre erotischen Phantasien erzählten. Es war sehr anregend, weshalb sie es immer wieder gerne zur Hand nahm. Das andere war aus der Shades of Grey Serie. Das plante sie zu lesen, sobald sie einmal mehr Zeit übrig haben würde.

Sie wollte die beiden Bücher schon in ihr Nachtkästchen geben. Dann überlegte sie es sich anders und stellte sie auf dem Bord, das die beiden Betten trennte, neben ihrem Wecker ab. Vielleicht würde ihre Zimmerkollegin ja neugierig werden. Dann könnte man leicht das Gespräch in die richtige Richtung lenken. Und an ihrer Reaktion würde sie auch ablesen können, wie offen ihre Zimmerkollegin in Bezug auf Sex war.

Als Alissa ihre Taschen ausgeräumt hatte, setzte sie sich an ihren Schreibtisch. Sie hatte am Nachmittag bereits die erste Lehrveranstaltung. Sie nahm ein Buch aus dem Regal und schlug es auf. Sie wollte sich auf diese erste Lehrveranstaltung noch etwas vorbereiten. Auch wenn Alissa zuletzt viel Zeit im Internet verbracht hatte, war ihr Studium nie zu kurz gekommen. Sie hatte immer gute Noten gehabt. Und das war ihr wichtig. Sie konnte es auch überhaupt nicht leiden, unvorbereitet in eine Lehrveranstaltung zu kommen.

Sie hatte gerade das letzte Kapitel durch, als sie hörte, wie sich Schritte näherten. Ob das ihre neue Zimmerkollegin war? Alissa war plötzlich sehr nervös. Die Zimmertüre öffnete sich und eine junge Frau trat ein. Sie war etwas größer als Alissa und hatte lange braune Haare. Alissa war wie vom Blitz getroffen. Sie sah noch besser aus, als auf dem Foto. Die Frauen in ihrem Kopfkino sahen genauso aus wie sie. Sie musste es mit dieser Frau tun. Alissa riss sich zusammen, sie durfte sich jetzt nichts anmerken lassen.

Ihre Mitbewohnerin stellte sich als Lara vor. Sie studierte Betriebswirtschaft. Normalerweise mochte sie solche Damen nicht. Rechtswissenschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft. Das war alles irgendwie die gleiche Sorte. Kamen sich gut vor. Aber komischerweise störte es sie bei Lara nicht. Im Gegenteil, sie empfand es sogar als reizvoll, auch wenn sie nicht sagen konnte warum. Sie plauderten eine Weile. Dann entschuldigte sich Alissa, weil sie noch auf die Uni musste.

Es war schon Abend, als Alissa nach der Lehrveranstaltung über den Univorplatz ging. Sie wollte noch nicht zurück ins Studentenheim. Sie war kleinmütig geworden. Sollte sie das wirklich wagen? Es war doch verrückt. Nein, das konnte sie nicht tun. Geschichten sind das eine, die Realität eine andere. Alissa hatte noch nie Sex mit Frauen gehabt. Sie mochte Männer. Sie war doch nicht lesbisch. Aber vielleicht bisexuell? Aber andererseits, viele Frauen hatten doch Phantasien über Sex mit anderen Frauen. Das war doch nicht ungewöhnlich. Wegen dem war man doch nicht lesbisch oder bisexuell. Aber wenn sie es auslebte? Gut. Auch einmal ausprobieren sollte drinnen sein.

Ob es beim Ausprobieren bleiben würde? Alissa spürte, wenn man einmal die Tür geöffnet hatte, würde es kaum mehr möglich sein, sie wieder zu schließen. Die Phantasien hatten sie zu verändern begonnen. Sie hatten Wünsche in ihr geweckt, die sie vorher nie gehabt hatte. Und diese Wünsche begannen sie immer mehr anzutreiben und ihr Handeln zu bestimmen. Was sollte sie nur machen? Es war so verlockend, diese Phantasien auszuleben. Aber sie spürte auch, dass sie dafür einen Preis zu bezahlen hatte, und sei es nur, dass sie zu jemand anderem wurde, als sie jetzt war.

Seit sie begonnen hatte, diese Geschichten zu lesen und sich diesen Phantasien zu öffnen, hatte sie sich verändert. Das wusste sie. Tief in ihrem Innern war aber etwas, das Zweifel anmeldete, ob das wirklich gut für sie war. Aber diese Zweifel waren so leise, dass es ihr leicht fiel, sie zu überhören. Die Lust, die ihr Leben prägte, war zu dominierend und verlockend.

Alissa kam an einem Straßencafé vorbei. Es war ein sehr angenehmer Herbstabend und viele Leute saßen draußen an den Tischen. Alissa entdeckte ein kleines, freies Tischchen mit Blick auf den Fluss. Sie nahm Platz. Sie brauchte jetzt etwas zu trinken. Als die Kellnerin kam, bestellte sie einen Martini. Während sie auf ihr Getränk wartete, betrachte sie die dort sitzenden Leute. Sie wirkten fröhlich. Es waren auch einige Paare dort. Sie schienen verliebt zu sein. Etwas zog sich in ihr zusammen. Sie fühlte sich unbehaglich, ohne zu wissen warum.

Alissa wandte ihren Blick ab und schaute auf den Fluss, das Wasser, wie es ruhig und friedlich dahinströmte. Leichter Wind strich ihr durch das offene Haar. Die Blätter an den Bäumen raschelten sanft. Alissa seufzte und nahm einen ersten Schluck von dem Martini, den die Kellnerin ihr inzwischen gebracht hatte. Das tat gut, sie begann sich zu entspannen. Sie saß einfach nur da und genoss den wunderschönen Abend.

Sie hatte einen zweiten Martini bestellt und ihn schon fast ausgetrunken. Sie musste wieder an ihre neue Zimmerkollegin denken. Sie war schon attraktiv. Alissa spürte, wie die Erregung in ihr anwuchs. Sie mussten ja nicht Sex miteinander haben. Ihr beim Masturbieren zuschauen und von ihr dabei beobachtet werden, wäre schon heiß genug. Das müsste doch gehen. Das würde sie doch nicht zu einer Lesbe machen. Alissa gelang es schließlich, sich selbst zu überzeugen und als sie das Lokal verließ, hatte sie den Entschluss gefasst, es zu probieren.

Als Alissa ins Studentenheim zurückkam, lag Lara auf ihrem Bett und blätterte in einer Modezeitschrift. Alissa setzte sich an ihren Schreibtisch und schlug die Beine so übereinander, dass ihr schon recht kurzes Kleid noch weiter nach oben rutschte. Alissa hatte tolle Beine und sie wusste das. Lara hatte bemerkt, dass das Kleid nicht mehr viel verdeckte, schien sich daran aber nicht zu stören. Zu Alissas Bedauern konnte sie damit bei Lara keine besondere Reaktion hervorrufen.

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