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Click here„Ja, so ist sie."
„Wollnse was trinken? Geht aufs Haus, für die heiße Show."
„Gerne. Ein Bier. Meine Kehle ist etwas trocken."
Die dicke Wirtin lachte laut auf.
„Dat kann ich mir vorstellen!"
Die anderen Gäste zerstreuten sich auch und ihnen schien es ebenso zu gehen, denn nahezu alle steuerten die Theke an. Greg konnte einige Wortfetzen ihrer Unterhaltungen mit verfolgen.
„Hast du DIE FOTZE gesehen?! Der Hammer!"
„Joh. Und ihr Mösengeruch braucht nen Waffenschein."
„Ein feuchter Traum! Das werde ich niemals vergessen!"
„Wie soll ich denn jetzt bei meiner Alten jemals wieder einen hoch bekommen?"
„Bekommst Du doch eh nicht mehr..."
Greg nahm sein Bier entgegen, prostete den anderen Männern zu und begab sich zu Selen.
Diese lag immer noch breitbeinig auf dem Tisch. Ihr Anblick war verheerend, nahezu überall hatten die Männer hin gespritzt, am meisten allerdings auf ihre Möse und die Oberschenkel. Aber auch ihre Füße, Haare und ihr Gesicht war besamt worden. Die üppigen Brüste glänzten speckig, dort hatte sie den Liebessaft offensichtlich verrieben.
„Du hast eine tolle Show geboten, Sel, aber vielleicht solltest du dich nun ein bisschen frisch machen."
„Danke für das Kompliment, Sir! Es war unglaublich geil! Hoffentlich hat es den Männern auch gefallen."
„Oh, da kannst du sicher sein. Sie schwärmen alle von dir."
„Toll! Übrigens brauche ich mich nicht frisch zu machen, Commander. Ich werde das Sperma über meine Haut absorbieren und es biochemisch analysieren, um eine größere Bandbreite an Sexualpheromonen entwickeln zu können."
Greg sah fasziniert zu, wie der Glanz der Brüste verschwand und auch an anderen Stellen die Spermaflecken kleiner wurden. Sie sog den Samen der Männer über die Haut in sich auf!
„Äh, lass aber bitte noch etwas übrig zum abwaschen, Sel. Sonst fragen sich nachher alle, wie das Sperma verschwunden ist und wir wollen doch nicht auffallen."
„Oh, Sie haben recht, Sir."
Die Androidin erhob sich, stieg vom Tisch, sammelte ihre Sachen zusammen und machte sich auf den Weg zur Bedürfniseinrichtung. Knappe zehn Minuten später kam sie frisch gestylt zurück.
Die Männer prosteten ihr zu und grinsten vielsagend. Sie lächelte sie an und warf abermals mit Kussmündern um sich.
Wie sie sah, war das Lokal inzwischen von den Gästen wieder in seinen Ursprungszustand versetzt worden. Greg saß bei den drei Air-Bikern. Sie lächelte freundlich in die Runde und nahm ebenfalls Platz.
„Wir brechen in ein paar Minuten auf. Seid ihr soweit?", fragte der Anführer.
Der Unternehmer und Selen nickten.
„Gut! Ich bin übrigens Hank, dieses Frettchen hier Bob und die Bohnenstange heißt Fred.", stellte er seine zwei Kumpel vor.
„Helme und Brillen bekommt ihr von uns."
Er grinste Selen an und ergänzte: „Du fährst bei mir mit, Babe! Dein Stecher kommt hinter Bob."
Abermals nickten sie zustimmend.
„Dann kann´s ja losgehen. Ach, eins noch ..."
„Ja?", fragte der Unternehmer.
„Der Deal mit den Blowjobs steht doch, oder?"
Bevor Greg etwas sagen konnte, antwortete Selen.
„Absolut. Das machen wir, wenn wir in East End angekommen sind."
Dann überlegte sie kurz, begann reichlich dreckig zu grinsen und ergänzte:
„Wobei ich euch auch ein wenig mehr Action anbieten könnte. Wozu ein Loch nutzen, wenn drei zur Verfügung stehen? Ist dann ja auch fairer -- Drei gegen Drei."
Der bärtige Biker stutzte und begann schallend zu lachen.
Als er sich wieder halbwegs gefangen hatte, meinte er amüsiert:
„Den Spruch merk ich mir! Du bist ne Braut nach meinem Geschmack! Aber nun sollten wir los. Wir sind schon viel zu lange auf dem Boden!"
Sie standen auf, verabschiedeten sich von den Gästen und der Wirtin und gingen gemeinsam nach draußen zu den drei Airbikes. Ihre drei Fahrer verstauten noch ein paar Sachen in den Seitenkoffern, reichten ihnen jeweils Helm und Brille und bestiegen die Bikes. Brüllend erwachten die Schubturbinen zum Leben und das blaue Leuchten der Antigraveinheiten illuminierte den Dorfplatz. Nachdem sie hinter den Bikern Platz genommen hatten, fuhren Haltegreifer aus, legten sich um Oberkörper, Hüften und den Rücken, verbanden sie auf diese Weise fest mit dem Gefährt.
Sel war aufgeregt. Sie hatte natürlich Holos über diese abenteuerliche Art zu reisen gesehen, aber es war etwas völlig anderes, auf der monströsen Maschine zu sitzen. Sie spürte die starken Vibrationen des Motors bis in ihr Innerstes und empfand sie als äußerst lustvoll. Das Gefühl war so stark, dass sie laut keuchte.
„Alles klar, Schätzchen?", ertönte die Stimme ihres Fahrers in ihrem Helm.
„Ja, alles klar. Es ist nur, äh, reichlich intensiv."
„Geil, oder? Treibt´s Dir den Saft in die Spalte, Kleines? Ich krieg auch reichlich oft nen Ständer von der Power! Mein Baby hat 1450 Pferdchen bei nur 830 Kilo. Warte mal ab was passiert, wenn ich ihm die Sporen gebe."
„Es ... es macht mich wirklich geil. Und wie!"
„Dann wirst Du die nächsten zwei Stunden viel Spaß haben, Babe."
Die zwei Frontscheinwerfer flammten auf und tauchten die ganze Szenerie in gleißendes Licht. Schließlich baute sich an der Front der blassgelbe, fast transparente Windschutzschirm auf. In langsamer Fahrt stiegen die drei Airbikes nun senkrecht nach oben, bis sie die Firste der höchsten Häuser passiert hatten, dann beschleunigten sie.
Selbst mit der stützenden Funktion der Haltegreifern spürte Sel die Gravitationskräfte, die nun auf sie einwirkten. Die Vibrationen in ihrem Schoß nahmen deutlich an Intensität zu. Erneut keuchte sie auf. Sie fühlte die entfesselte Kräfte der Motoren und spürte wie ihre Erregung exponentiell anstieg.
Die Androidin fragte sich, ob es etwas mit ihrer abnorm vergrößerten Klitoris zu tun hatte, dass sie so unglaublich intensiv empfand oder es dem Umstand zu verdanken war, dass sie mit blanker Möse auf dem Sattel saß.
„Möchtest Du es sanft oder willst Du Action, Babe?", hörte sie wie aus weiter Ferne die Stimme von Hank.
Selen musste nicht mal den Nanobruchteil einer Sekunde überlegen.
„Action!", stieß sie leidenschaftlich hervor.
„Habt ihr mitgehört, Jungs? Die Dame wünscht ein bisschen Spaß!"
„Roger, Hank!", bestätigten die beiden anderen Biker fast zeitgleich. Man konnte das Grinsen auf ihren Gesichtern beinahe hören.
„Yiiiiiiehah!"
Mit diesem Ausruf drehte er die Maschinen auf. Das Bike schoss wie ein wütender Stier nach vorne und stieg gleichzeitig immer höher.
Selen spürte, wie unglaublich intensive Nervenimpulse von ihrem Schoß in ihre Brüste und von dort aus direkt nach oben in ihr neuronales Zentrum schossen. Sie katapultierten sie in Sekundenbruchteilen in den intensivsten Orgasmus, den bisher erlebt hatte. Sie kreischte laut auf vor Begeisterung.
Nach dem Anstieg folgte ein Sturzflug, dann mehrere Rollen, Vorwärts- und Rückwärtssaltos, Tiefflugmanöver, ihr Pilot zeigte alle Register seines Könnens um sie zu beeindrucken. Erst eine knappe Viertelstunde später wurde ihr Flug wieder ruhiger.
Die Androidin stand in Flammen. Sie hatte irgendwann aufgehört, ihre Höhepunkte zu zählen, einer hatte den anderen gejagt, manche war direkt in den Nächsten übergegangen. Ihr Sattel schwamm in ihrem Saft.
„Alles klar, Hottie?", meldete sich Hank über die Rufanlage.
„Du bist ja reichlich abgegangen..."
„Alles Roger. Vielen Dank für den wilden Ritt, aber nun hätte ich es gerne wieder etwas ruhiger.", stieß Selen, immer noch von den Nachwehen des letzten Orgasmus geflasht, keuchend hervor.
„Gern geschehen. Over and out."
Der Rest des Fluges verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Die Androidin hatte Zeit, wieder etwas herunterzukommen, dennoch erregten die Vibrationen sie kontinuierlich weiter.
Als sie an ihrem Ziel angekommen waren, war sie heiß wie eine läufige Hündin. Selbst nachdem sie abgestiegen war, vermeinte sie das Beben im Inneren ihres Körpers noch zu spüren.
Sicherheitshalber waren sie nicht direkt bis zu dem Domizil von Simon geflogen, sondern einen Block entfernt gelandet, da sie nicht wissen konnten, ob es überwacht wurde. Es war besser erst einmal die Lage zu erkunden.
Sie nahm Helm und Brille ab und legte sie vorsichtig auf den Sattel. Hank, der ebenfalls gerade den Helm geöffnet hatte, grinste sie breit an.
„Und, wie hat´s Dir gefallen, Babe?"
„Es war unglaublich."
„Du hast abgespritzt, eh?"
„Mehrfach. Ständig."
„Cool. Vielleicht solltest Du Dir auch mal ein Bike zulegen ..."
„Auf jeden Fall."
Greg und die beiden anderen gesellten sich dazu und sie besprachen, wie es nun weitergehen sollte. Sie beschlossen, die „Belohnung" für ihren Transit erst am morgigen Abend auszuzahlen. Die drei Biker gaben als Treffpunkt ein Hotel an, in dem sie einchecken wollten. Sie tauschten mit Greg und Selen ihre Intercom-Kennungen aus, verabschiedeten sich von den beiden, schwangen sich auf ihre Maschinen und flogen winkend davon.
„Und was machen wir beiden Hübschen nun?", fragte Greg die Androidin.
„Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich gern die Lage rund ums Haus auskundschaften, Sir."
„Okay. Ich warte so lange dort drüben in der Kneipe."
„Gut. Aber denken sie bitte daran, dass sie nicht mit ihrer Credit-Card zahlen können."
„Verdammt, das hatte ich schon wieder vergessen. Nun, ich denke eine Zeitlang werde ich dort geduldet, ohne etwas zu trinken. Ansonsten mache ich es mir hier irgendwo in der Nähe gemütlich."
„Ich werde sie finden, Commander. Bis später."
Die Haut der Androidin wurde dunkler, bis sie so nachtschwarz wie bei einer Afrikanerin war, ebenso verfärbte sich das Weiß ihrer Augen. Letzteres sah ein wenig gruselig aus, fand der Unternehmer.
Ohne ein weiteres Wort machte Selen sich auf den Weg. Sie ging schnurstracks zur nächsten Häuserwand und kletterte, einem geschmeidigen Panther gleich, mühelos die Fassade hoch.
Greg sah ihr nach, bis sie das Dach erreicht hatte und verschwand. Sie wirkte wie ein Mittelding aus Superheldin und Ninja.
Eine äußerst pornöse Superheldin.
Ständig offen und zugänglich.
„Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist KILLERFOTZE!", intonierte er halblaut ein Zitat aus einem uralten Filmklassiker.
„Falls tatsächlich jemand auf uns wartet, dann tun die mir jetzt schon ausgesprochen leid."
Kapitel 6 -- Jagdfieber
Selen huschte auf leisen Sohlen katzengleich über die Dächer des Häuserblocks. Während sie sich ihrem Ziel näherte, lud sie via Intercom dreidimensionales Kartenmaterial der Umgebung herunter.
Sie überlegte, ob sie aus dem Basisschiff Drohnen herbeiordern sollte, verzichtete aber darauf, da es zu lange dauern würde, bis diese den Ort des Geschehens erreichten.
Als sie einen Beobachtungspunkt gefunden hatte, von dem aus sie das Areal rund um das Haus von Mr. Pratt perfekt observieren konnte, aktivierte sie neben der bereits eingeschalteten Nachtsicht ihre Thermal- und Bewegungsdetektoren. Anschließend ließ sie ihren Abhörlaser über die Fensterflächen streichen.
Es dauerte eine geraume Zeit und sie musste mehrfach ihren Standort wechseln, aber schließlich fand sie, wonach sie gesucht hatte. In einem der Häuser, die Pratt´s Domizil schräg gegenüberlagen, wurde im dritten Obergeschoß von mehreren Personen eine Unterhaltung auf Likianisch geführt.
Die Androidin beschloss, erst einmal eine Weile zu horchen. Vielleicht konnte sie ja interessante Informationen in Erfahrung bringen, außerdem war es auf diese Weise möglich herauszufinden wie viele Personen sich dort aufhielten.
Die Likianer unterhielten sich gerade darüber, wie lange es noch dauern würde, bis ihr Einsatz begann und wo sich ihre Ziele wohl gerade befanden. Offenbar waren sie ungeduldig.
Aus den Gesprächen und Geräuschen schlussfolgerte Selen, dass sich mindestens sechs Subjekte in den Räumlichkeiten befinden mussten. Man wollte wohl keinerlei Spielraum für Eventualitäten mehr offen lassen nachdem der Angriff mit den Gleitern schief gelaufen war.
Selen fluchte leise.
Vermutlich waren die Anwesenden Soldaten oder Söldner, bis an die Zähne bewaffnet und bestens ausgerüstet. Und sie waren einsatz- und kampfbereit, daher entfiel das Überraschungsmoment. Eigentlich hatte sie gehofft, dass es sich um eine kleinere Gruppe handelte und sich die Möglichkeit ergab, sie unauffällig auszuschalten, aber das konnte sie nun vermutlich vergessen.
Sie spielte verschiedenste Strategie-Szenarios mit Wahrscheinlichkeitskalkulationen durch, aber fast alle hatten zum Ergebnis, dass es laut und hässlich werden würde.
Die Androidin bedauerte nun, dass sie nicht mit Narkosegas ausgestattet war. Das hätte die Sache stark vereinfacht, da sie dann einfach die Wohnung, in der sich ihre Gegner befanden, damit hätte fluten können.
Verschiedene Arten von Gift konnte sie zum Einsatz bringen, aber die setzten alle voraus dass sie freie Schussbahn für ihre Projektile hatte oder sich im Nahbereich ihrer Gegner befand.
Einige potentiell leisere und unauffällige Angriffsvarianten gab es dennoch und sie beschloss, diese so weit wie möglich zu realisieren.
Als erstes suchte sie auf dem Dach einen Zugangspunkt für die elektronische Steuerung des Hauses. Da sie diesen nicht fand, vermutete sie, dass er sich vermutlich im Kellergeschoss befand.
Das war ärgerlich.
Aber sie entdeckte etwas anderes. Und zwar, dass es noch einen weiteren Gegner gab, der es sich direkt in ihrer Nähe mit einem Sniperlasergewehr auf dem Dach des benachbarten Hauses bequem gemacht hatte.
Der einzige Grund, warum er sie nicht bemerkt hatte, war, dass er fortwährend durch sein Zielfernrohr die Straße observierte.
Ihre eigene Position war nur wenige Meter von ihm entfernt.
Wie hatte ihr das entgehen können?
Vermutlich lag es daran, dass sie zu wenig echte Kampferfahrung im Feld besaß.
Umgehend scannte sie die oberen Bereiche der anderen umliegenden Gebäude und fand tatsächlich, in einiger Entfernung, einen weiteren Scharfschützen.
Damit erhöhte sich die Gesamtanzahl der Gegner auf acht. Dieser Umstand erforderte es ihre vorherigen Optionen erneut zu überdenken.
Die Androidin fragte sich, ob die beiden wohl in regelmäßigen Zeitintervallen per Funk eine Statusmeldung an ihre Mitstreiter im Haus sendeten?
In diesem Fall musste sie, sobald sie sie ausgeschaltet hatte, schnell handeln. Sie beschloss, erneut erst einmal abzuwarten um sich ein Bild über die Abläufe zu verschaffen.
Sie hatte Zeit.
Es würde noch knapp zweieinhalb Stunden dauern, bis die künstliche Sonne aufging.
Zudem vermied eine gründliche Analyse der Situation und ein besonnenes Vorgehen Fehler.
Selen stellte sämtliche Sensoren auf Maximum und verharrte in ihrer Position. Um die Wartezeit zu nutzen, entwarf sie neue potentielle Szenarios.
Eine denkbare Alternative war ein Ablenkungsmanöver. Es konnte die Mannschaft aus dem Haus ins freie Gelände locken und dort standen ihre Chancen wesentlich besser.
Sie spähte zur Straße hinunter und entdeckte dort einige parkende Gleiter. Das eröffnete neue Möglichkeiten.
Das Gerüst eines Plans reifte in ihrem kybernetischen Gehirn. Die einzige Unwägbarkeit war bei dieser Variante, ob die Likianer das Gebäude verließen oder sich darin verschanzten. Die Wahl die sie treffen würden entzog sich natürlich ihrer Kontrolle, aber vielleicht konnte sie ihre Gegner ja bei der Entscheidungsfindung ein wenig in die richtige Richtung schubsen.
Sie hackte sich in die Bordcomputer von drei Gleitern ein, bis sie Zugriff auf die wichtigsten Funktionen hatte. Dies war hoch kompliziert und kostete sie fast eine halbe Stunde, aber es war vertretbar für den Nutzen, den es ihr bringen konnte.
Zu ihrer Freude stellte sie fest, dass zwei der Fluggeräte vom likianische Handelskontor gemietet worden waren und somit höchstwahrscheinlich von ihren Gegnern genutzt wurden.
Selen grinste.
Das konnte von Vorteil sein.
Vor allem, falls sie in ihren Fahrzeugen fliehen wollten.
Aber nun galt es zuerst die beiden Scharfschützen loszuwerden.
Derjenige in ihrer unmittelbaren Reichweite hatte bisher sein Funkgerät noch nicht benutzt, somit konnte sie sich Zeit lassen.
Lautlos schlich sie sich von hinten an sein Versteck heran, die letzten zwei Meter jedoch legte sie auf dem Boden kriechend zurück.
Er lag bäuchlings am Rand des Daches, sein rechtes Auge klebte buchstäblich am Okular seines Zielfernrohrs.
Ständig wanderte der Gewehrlauf von links nach rechts, von oben nach unten. Von seiner Umwelt schien er überhaupt nichts mitzubekommen.
Selen fuhr einen knapp vier Zentimeter langen, spitzen Fingernagel aus und stach die vergiftete Spitze durch den Uniformstoff in seinen Unterschenkel, knapp oberhalb der Stiefel.
Das Kontaktgift wirkte in Bruchteilen von Sekunden.
Er keuchte auf, wandte suchend den Kopf zu ihr um, dann setzte auch schon die Lähmung ein.
Wenige Sekunden später spuckte er weißen Schaum aus dem Mund, dann erfolgte der Herzstillstand.
Die Androidin hatte einen Moment lang überlegt, ob sie nur Betäubungsmittel einsetzen sollte, aber da ihre Gegner, wie die Erfahrungen gezeigt hatten, definitiv Tötungsabsichten hatten sah sie keinerlei Grund für Rücksichtnahme.
Zudem war eine vollständige Terminierung wesentlich effizienter, da es die Reihen der Feinde dauerhaft ausdünnte.
Leise kroch sie davon und kletterte, auf sicheren Umwegen, zum zweiten Schützen.
Im Gegensatz zu Ersterem lag dieser nicht auf dem Bauch, sondern befand sich in einer hockenden Körperhaltung.
Erneut schlich sie sich langsam und vorsichtig von hinten an ihr zweites Opfer heran. Bevor sie allerdings nah genug an ihn herangekommen war, knarrte es, trotz aller Vorsicht, leise beim Auftreten unter ihren Stiefeln.
Blitzschnell wirbelte er herum, die Waffe im Anschlag. Die großen, milchigen, lidlosen Augen in dem hageren, weißhäutigen Gesicht blickten sie ausdruckslos an, aber sein mit spitzen Zähnen besetztes, großlippiges Maul verzerrte sich zu einer bösen Grimasse .
Nun musste es schnell gehen. Wenn er schrie oder feuerte, würden die anderen dies mit Sicherheit bemerken.
Selen sprang einen kraftvollen Satz nach vorne, ergriff den langen Gewehrlauf und entriss ihm seine Waffe. Einer Ballerina gleich verlagerte sie ihr Gewicht auf die rechte Fußspitze und kanalisierte die Sprungenergie in eine Drehbewegung.
Sein Schädel brach mit einem lauten, knirschenden Geräusch, als der Kolben seines eigenen Gewehrs knapp über seinem linken Ohrlappen einschlug.
Er war augenblicklich tot.
Durch die Wucht des Aufpralls wurde er aber, zu Selens Schrecken, nach hinten getragen und drohte vom Dach zu stürzen. Buchstäblich im letzten Moment konnte die Androidin jedoch die drohende Katastrophe mit einem beherzten Griff um eines seiner dürren Beine abwenden.
Sie zog ihn wieder auf das Dach, legte die Leiche behutsam beiseite, ergriff sein Funkgerät und machte sich zurück auf den Weg zu ihrem ersten Opfer.
Nun galt es, die übrigen Männer aus ihrem Versteck zu locken.
Selen klinkte sich in den Gleiter ein, der etwas abseits stand und nicht ihren Attentätern gehörte, startete ihn und ließ ihn per Kamera langsam eine halbe Runde um den Häuserblock drehen. An der hinteren Ecke der Straße schließlich beschleunigte sie das Gefährt und dirigierte es so, dass es gut vom Fenster der Gegner aus sichtbar sein musste.
Sie ergriff das Funkgerät, rief mit verstellter, männlicher Stimme auf likianisch laut „Kontakt, Kontakt!" hinein, riss das erbeutete Gewehr hoch und jagte in schneller Folge drei rote Lichtlanzen in die Frontscheibe des Gleiters.
Anschließend ließ sie das Gefährt schlingern und schräg in eine der Häuserfassaden krachen.
Sie hoffte, dass es für die anderen so aussah, als ob sie den Fahrer getroffen hatte.
Der Gleiter überschlug sich, rutschte auf dem Dach noch ein Stück die Straße entlang und ging schließlich in Flammen auf.
Wenn alles lief wie geplant, dann würden sie sich nun vergewissern, ob ihre Ziele beseitigt waren.