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Die Dienstreise

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Sie ließ sich in den Business Sessel der 747 fallen, ließ sich von der lächelnden Stewardeß ein Glas Champagner reichen und atmete ganz tief durch. Als sich der Vogel nach dem Start über die Wolken erhebt und sie nach Wochen trüben Wetters wieder mal die Sonne sieht kann sie geradezu fühlen, wie ihr Körper das helle Licht aufsaugt.

Als sie nach so vielen Stunden das Flugzeug verläßt und in die tropische Wärme eintaucht sind innerhalb von Minuten das Wetter in Europa, die leicht verspannte Schulter und der fehlende Schlaf vergessen. Wie ein Traum fliegen die Eindrücke am Fenster des Taxis vorüber. Wenn diese unglaublichen Aromen und das Gefühl der warmen Sonne in ihrem Gesicht nicht wären würde sie glauben zu träumen.

Im Hotel genießt sie nur ganz kurz den Eindruck des exotisch eingerichteten Zimmers, denkt nur einmal ganz kurz darüber nach, daß es jetzt in Europa schon späte Nacht ist, um dann zu beschließen daß dieser Nachmittag hier viel zu wundervoll ist um ihn mit Wehwehchen zu verplempern. Nach einer erfrischenden Dusche zieht sie sich einen Badeanzug an, ein Tuch darüber und geht in den Garten. Ein Liegestuhl im Schatten am Pool ist schnell gefunden und nach einem kurzen Spaziergang durch den Park, ein paar Runden im Pool und einem exotischen Cocktail wird im Schatten einer Palme zumindest noch etwas Schlaf nachgeholt.

Sie erwacht als die Sonne unter geht und ist davon etwas verwirrt, ist dann aber sogleich von der wundervollen Umgebung wieder gefangengenommen, geht auf ihr Zimmer, macht sich für den Abend etwas zurecht, zieht einen weiten Rock, ein luftiges Top und einen Hauch ihres Lieblingsparfums an, um danach zur Restaurantterrasse zu schlendern. Sie entscheidet sich für die Verlockungen des Buffets, probiert ein wenig von wirklich allem, läßt sich wohlig entspannt in ihren Korbsessel fallen, um sich kurz danach auf die Suche nach weiteren Köstlichkeiten zu begeben.

Irgendwie scheint sich jetzt doch ihr Tag und Nacht Rhythmus bemerkbar zu machen und sie schier unwiderstehlich ins Bett zu rufen, aber sie sträubt sich, will diesen wundervollen Tag noch nicht loslassen und schlendert zur Bar. Mit einem Glas Scotch setzt sie sich an einen der kleinen Tische und versinkt in den Duft des Whiskys, die Reflexion des Mondes auf dem Pool, die fremden Geräusche -- als sie plötzlich das Gefühl hat, daß irgendwer oder irgend etwas diesen Frieden stört. Sie läßt ihren Blick auf die Erde zurückkehren, kann zunächst nichts finden, bis sie in einigem Abstand, an einem anderen Tisch einen einzelnen Mann bemerkt, der sie anzusehen scheint. Als er ihren Blick bemerkt senkt er seinen Kopf nicht, sondern er scheint, soweit sie das bei seinem dunklen Vollbart feststellen kann, zu lächeln. Sie ist verärgert über diesen Kerl, der ihren Frieden so stört. Sie versucht sich wieder zu entspannen, aber die Stimmung ist zerstört, sie ist wütend. Was will dieser Kerl von ihr? Klar was er will! Aber jetzt wird sie ihm auch den Abend verderben. Sie hält sich an ihrem Whiskyglas fest, atmet noch einmal tief durch, steht auf und geht zu seinem Tisch. Inzwischen ist sein Lächeln deutlich sichtbar und seine Augen beginnen zu leuchten als sie näher kommt. Sie will sich vor ihm aufbauen, die Hände in die Hüften gestützt, will ihm sagen wie sauer sie ist, als er aufsteht ihr galant einen Stuhl anbietet und immer noch in dieser verzauberten Art lächelt.

Jetzt hat sie Zeit ihn näher anzusehen. Er scheint Araber zu sein, ist bestimmt noch einen halben Kopf größer als sie hat sehr gepflegte Hände und ein wirklich bezauberndes Lächeln. Ihr Zorn beginnt schon zu verrauchen, was wird ihr hier noch alles begegnen? Als er zu sprechen beginnt ist sie von seiner tiefen Stimme sogleich fasziniert. Als er ihr dann noch erklärt, daß es in diesem Land weit einfachere Wege zu einer rauschenden Nacht gäbe, als mit Europäerinnen an der Hotelbar zu flirten, schämt sie sich fast ein wenig für ihre Gedanke. Nein sagt er, er frage sich ob sie an diesem Abend hier auf der Terrasse wohl mit ihm gemeinsam eine Zigarre rauchen würde. Sie ist zunächst mal perplex, denkt an ihre Müdigkeit, ganz kurz an ihren Mann in Europa und läßt sich dann tatsächlich mit diesem fremden Mann zusammen je eine Zigarre anzünden. Als sie den ersten Zug inhaliert hat beginnt ihr Körper zu schweben, kehrt der Frieden zurück, kann sie wieder den Mond im Pool und die Düfte in ihrer Nase wahrnehmen. Und noch etwas nimmt sie wahr, nimmt sie permanent wahr, die Gegenwart dieses Mannes, der schweigend neben ihr sitzt und ebenfalls dem Diesseits entrückt zu sein scheint.

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