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Erinnerungen 03

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Erelyn
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„Ich kann mich nicht erinnern erwähnt zu haben, ich würde von der bereits eroberten Seite der West-Front kommen."

Eine gewagte Erwiderung, aber wenn sie ihr Ziel erreichen wollte, musste sie wohl oder übel ein wenig in die Offensive übergehen. Dass er keine Reaktion zeigte, hieß jedoch selbstverständlich überhaupt nichts.

„Außerdem bin ich durch das Rabengebirge gewandert. Allein, damit man mich nicht entdeckt."

„Um diese Jahreszeit? Das ist unmöglich!"

Sie lächelte. Jetzt hatte sie ihn da, wo sie ihn haben wollte. Dass sie wirklich diesen Weg gewählt hatte, machte alles sogar noch ein wenig authentischer. Ein Spaziergang war es allerdings nicht gewesen, immerhin damit hatte er Recht. Zeit, die Katze aus dem Sack zu lassen. Sollte er wirklich ein Magier der Geisteskünste sein, dann hatte er von höheren Schutzzaubern allenfalls in Büchern über die alten Meister gelesen. Wenn nicht, war sie tot, was aber an ihrer aktuellen Situation nicht viel ändern würde. Immerhin war sie nach wie vor angeklagt, die öffentliche Ordnung missachtet zu haben und hatte unerlaubterweise versucht, in die Gedanken einer ranghohen Person zu gelangen.

Sie breitete die Arme aus und murmelte uralte Worte in einer fast vergessenen Sprache der Macht. Dies war einer der Teile, die noch eine Handvoll Lehrbücher schmückten.

Ihre Augen begannen zu glühen, als sie das Feuer beim Namen nannte. Einen Augenblick später wurde sie in Flammen gehüllt, die jedoch keinen Nährboden zu haben schienen, sie nicht verbrannten, ihr wie eine zweite Haut gaben. Sie sah ihm direkt in die Augen, als sich ihre Augenfarbe von glühendem feuerrot in eine blaue Flamme verwandelte, woraufhin es beinahe unmerklich ein wenig kälter im Raum wurde.

Ihre Lippen formten ein einzelnes weiteres Wort, woraufhin die Flammen ohne sichtbaren Übergang verschwanden, als wären sie niemals dagewesen.

„Und nun hätte ich gerne eine Audienz."

Ihre kleine Vorführung, welche zugegebenermaßen nicht viel mehr als eine nette Show ohne wirklich Macht war, hatte zu ihrem Erstaunen kaum etwas bewirkt. Das letzte Mal, als sie dergleichen getan hatte, hatte ihr Gegenüber vor Angst gezittert. Auch wenn dieser wohl kaum überhaupt etwas von solcherlei Magie gelesen hatte, mangels der generellen Fertigkeit des Lesens. Trotzdem hatte sie ein wenig mehr als ein anerkennendes Augenbrauenheben des Verwalters erwartet. Nun, der Tod war immerhin endgültig, über dergleichen würde sie sich bald keinerlei Gedanken mehr machen müssen. Gleich würde er sie töten. Doch nichts geschah, nur ein überhebliches Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.

Als er etwas sagte, meinte sie zum ersten Mal so etwas wie Gefühle in seiner Stimme mitschwingen zu hören. Die eisige Kälte kühler Berechnung schwang darin mit.

„Schön, wenn ihr mich töten wolltet, oder dazu in der Lage wärt, hättet ihr das schon längst getan. Wenn ihr tatsächlich so mächtig seid, warum kommt ihr dann zu mir, wie eine einfache Bittstellerin? Doch wohl deswegen, weil ihr niemals in den Palast kommen würdet, ohne nach den ersten drei Schritten von den Wachen aufgegriffen zu werden. Sosehr ihr euch auch bemüht, aber ihr braucht meine Unterschrift auf einem Dokument. Im Grunde ist es mir egal, warum ihr Luarek töten wollt, das ist es doch, oder? Wahrscheinlich gäbe es sogar genug, die das als Revolution oder so ähnlich feiern würden. Aber ihr seht nicht danach aus, als würdet ihr die Heldin spielen wollen. Also, worum geht es?"

Sosehr sie auch nachdachte, sie musste zugeben, dass er Recht hatte. Egal was sie tat, er hatte die Macht. Sie war von ihm abhängig und nicht andersherum.

Als sie nicht antwortete, übernahm er die Aufgabe:

„Nun, gut, wie wäre es mit einem Deal? Wenn ich etwas für euch tun soll, so tut ihr etwas für mich. Seid ihr damit einverstanden?"

Er wartete eine Minute ab, doch sie blieb ohne Regung.

„Lasst es mich etwas konkreter ausdrücken: Wenn ihr tut, was ich verlange - und nur dann - so erweise ich mich vielleicht als gnädig und verschaffe euch eine Audienz. Solltet ihr ablehnen oder nicht meinen Anweisungen folgen, so lasse ich euch töten. Wir beide wissen, dass ich das kann. Also, wie entscheidet ihr euch?"

Ihr Nicken war mechanisch, als hätte man einen Schalter umgelegt. Sie hatte sich selbst in eine Falle geführt, diese war soeben zugeschnappt.

„Ah, ich wusste, ihr würdet nicht widerstehen können", flötete er,

„Aber jetzt habe ich zu tun, ihr habt doch sicherlich Verständnis dafür, wenn ihr bis heute Abend leider meine Gefangene bleiben müsst. Ihr seid doch ein kluges Mädchen, nicht wahr?"

Dabei drehte er sich um und läutete eine kleine Glocke auf seinem Schreibtisch. Sie wurde von den fünf Wachen von vorhin gefesselt und abgeführt.

Die Männer drängten sie grob durch schier unendliche Gänge, bogen mal links, mal rechts ab, sodass sie gar keine andere Möglichkeit hatte, als die Orientierung zu verlieren. Schließlich ging vor ihr eine Treppe nach unten, dort war es jedoch so dunkel, dass sie nicht weiter als zwei Schritt sehen konnte. Einer der Wachen drängte sich an ihr vorbei und bedeute ihr, zu folgen. Die Treppe war so endlos wie die Gänge, irgendwann kamen sie an einem Absatz an, zu beiden Seiten eine geschlossene Eisentür. Die rechte wurde geöffnet, sie hineingestoßen und wieder geschlossen. Nun war sie also offiziell am Ende. Der Tod wäre wohl doch angenehmer gewesen.

Ihre Idee war von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Nachdem sie die Armee verlassen hatte, musste sie fliehen, irgendwohin, wo man sie niemals oder mindestens für sehr lange Zeit nicht finden würde. Sie hatte die Wahl zwischen einem tagelangen Marsch über die karge Ebene gehabt und dem Weg durch das Rabengebirge. Ein Proviantvorrat für rund zwei Wochen hatte sie entwenden können, über das Gebirge konnte ihr niemand folgen. Die Entscheidung über die nächsten Monate war gefällt.

Der Gedanke, König Luarek persönlich von dem Scheitern seiner Armee zu berichten war eine Idee gewesen, die ihr auf dem Weg eingefallen war. Erst hatte sie die Idee als sinnlos wieder verworfen, doch mit den einsamen Tagen in der Kälte kochte sie immer wieder hoch. Als sie hier in Lanan angekommen war, hatte sie sich bereits entschieden. Ob es aufgrund der Stimme war, die sie seit einigen Tagen wie eine zweite Haut begleitete oder weil sie einfach nur seinen Ausdruck des Scheiterns sehen wollte interessierte sie nicht.

Schon mehrmals hatte sie sich gefragt, ob sie verrückt wurde. Stimmen, die einzelne, unverständliche Worte murmelten, waren für gewöhnlich Dinge, die man als Wahnvorstellungen abtat. Die Betroffenen bezeichneten sie oft als Freund oder sahen es als eine Vision ausgesendet von höheren Mächten an, sie hingegen spürte nichts dergleichen. Die Stimme war einfach nur da. Wenngleich sie nichts verstand, so hatte sie die Stimme doch unmissverständlich angewiesen, eine Weile hierzubleiben und nicht weiterzugehen. Warum sie sich dabei so sicher war, wusste sie selbst nicht.

So oder so begann sie langsam, sich mit der kalten Zelle abzufinden. Es war zwar feucht und kalt, die Ecken stanken nach einem Cocktail aus menschlichen Exkrementen, über deren Entstehung sie lieber nichts wissen wollte. Immerhin gab es eine kleine Holzpritsche zum Schlafen und eine Schale mit Wasser, das einigermaßen genießbar zu sein schien. Viel ungemütlicher als eine Winternacht auf dem Schlachtfeld war es hier mitnichten. Sich ihrem Schicksal beugend rollte sie sich auf der Pritsche zusammen und fand sogar ein wenig Schlaf.

*****

„Wie lange ist es her?"

Sie zuckte mit den Achseln, lächelte aber ergeben, während Licir sich um sie kümmerte und massierte. An einer Stelle, die nicht ganz zu ihren verspannten Muskeln passen wollte. Die letzten drei Tage über den Gebirgspass hatten sie mehr mitgenommen, als sie sich eingestehen wollte, hatte das Angebot des Heilers dann aber nicht ausschlagen können.

„Was tut das zur Sache?"

Es klang etwas härter, als sie beabsichtigt hatte, war aber zu erschöpft, um dies wieder auszugleichen.

„Entschuldigt, aber ihr seid nun schon ein paar Monate bei uns und ich habe nie jemanden zu euch ins Zelt kommen... Vielleicht habe ich bisher nur noch niemanden wie euch kennengelernt. Ich hatte nur bisher angenommen, auch ihr hättet ... Bedürfnisse."

Sie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Ihr meint Sex?"

Sie hätte viel dafür gegeben, seinen Gesichtsausdruck zu sehen, blieb jedoch dann ruhig mit dem Gesicht nach unten auf der Liege und lachte in sich hinein.

„Ich hatte schon gedacht, ihr würdet nie fragen."

Er hatte Recht, es war wirklich zu lange her. In den letzten Wochen war sie immer gefühlsloser gegenüber allem geworden. Wenn man mehrmals die Woche mehrere hundert Tote sieht, die noch nicht einmal kalt geworden sind, dann sehen alle Farben irgendwann grau aus. Dann ist es egal, ob man Kaviar und Hasenkeulen mit Wein vorgesetzt bekommt oder trockene Getreidekleie mit abgestandenem Wasser. Alles schmeckt gleich, Essen wird zu einer lästigen Notwendigkeit, bevor die Nacht beginnt, nach der hoffentlich alle wieder aufwachen.

Wenn man denn schlafen kann. Zum Glück wusste niemand, dass sie bereits seit Wochen nur mit einer Hand voll Galiakräutern einschlafen konnte, Drogen dieser Art waren während der Schlacht strengstens untersagt. Natürlich, sie hatten sie noch unempfindlicher gegen alle äußeren Einflüsse gemacht. Gestern hatte sie sich dabei erwischt, wie sie eine einzige Pflanze minutenlang angestarrt hatte, als wäre sie nicht von dieser Welt. Es war zum Glück niemandem aufgefallen.

Sie seufzte und das Hochgefühl, das ihr die Aussicht auf fleischliche Freuden bereitet hatte, war wie weggewischt. Sie wusste, dass sie nichts spüren würde, wenn Licir das zu Ende führte, womit er angefangen hatte. Sie wusste das aus den vielen Nächten, als sie alleine in ihrem Zelt gelegen hatte und versucht hatte, sich abzulenken. Nach ein paar Minuten hatte sie immer aufgegeben, ohne, dass ihr Körper auch nur den kleinsten Hinweis einer Reaktion gezeigt hatte. Es war, als hätte sie einen Teil von sich selbst einfach verloren.

Sie drehte sich auf den Rücken, als sie spürte, das Licir sie nicht mehr massierte. Angesichts der Tatsache, dass sie nun vollkommen nackt mit einem offensichtlichen Angebot vor ihm lag, war sein Blick gefasster, als sie erwartet hatte. Seine geübten Hände hatten ihre Muskeln wirklich gelockert, so schaffte sie es sogar, ihm ein einigermaßen ehrliches Lächeln zu schenken.

„Ich hatte gedacht, dass ich mich so ein wenig bedanken könnte, immerhin seid ihr zurzeit jemand, der sich trotz der harten Reisetage euch auch noch um mich kümmert."

Er reagierte nicht sofort, also öffnete sie ihre Beine ein wenig. Immerhin würde es sie für ein paar Minuten ein wenig ablenken von den Bildern, die unaufhörlich durch ihren Kopf spukten. Sie versuchte sich vorzustellen, wie er sie anfasste, ihr etwas wie Freude bereitete. Sie musste sich damit aushelfen, sich an Nächte zu erinnern, die lange zurücklagen.

Sein Gesichtsausdruck wurde weich, lächelnd beugte er sich über sie, sodass ihre Gesichter nur noch eine Handbreit voneinander entfernt waren. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, sie erstickte es mit einem bestimmten, aber gefühlslosen Kuss. Sie hatte nicht danach gefragt, geliebt zu werden. Sie wollte Sex, und zwar jetzt in diesem Moment, solange sie noch einen Hauch von Erregung spürte und dieser nicht wieder vollkommen von ihren Gedanken erstickt wurde.

Immerhin fügte er sich nun und quittierte ihre Initiative mit der Fortsetzung der begonnenen Massage, nur dass er nun mit deutlich festerem Griff ihre Brüste knetete. Zu ihrer Überraschung wurden ihre Nippel als unmittelbare Reaktion darauf hart. Immer wenn seine Hände darüber strichen, antworte sie mit einem etwas tieferen Atemzug. Ein leichtes Stöhnen entwich ihr, als er begann, sie leicht zu zwirbeln.

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit spürte sie, wie sich in ihrer Mitte eine vergessen geglaubte Wärme ausbreitete. Automatisch fuhr sie mit ihrer Hand darüber, war erneut überrascht, dass ihre Finger feucht waren, als sie damit ihren Bauch nach oben strich. Die Anspannung von Wochen löste sich von Sekunde zu Sekunde, beinahe vergaß sie, dass sie sich mitten im Gebirge auf einem Feldzug befand.

Wann auch immer Licir sich seiner Kleidung entledigt hatte, es fiel ihr erst auf, als er näher an sie herantrat, sie auf der Liege nach vorne zog, und ihre Beine so weit spreizte, dass er sein Glied direkt an ihrer Pforte platzieren konnte. Wenn er denn gewollt hätte. Stattdessen ließ er seine Finger sanft über ihre Klitoris fahren, sodass es mehr einem starken Luftzug als allem anderen glich.

Zum Glück verstärkte er den Druck nach kurzer Zeit, noch immer fiel es ihr schwer, die Erregung zu genießen. Sie unternahm nicht das Geringste, um ihm zu zeigen, dass es ihr gefiel. Ihr wurde bewusst, dass selbst ihr Lächeln aufgesetzt wirken musste, und ließ es fallen. Sie beobachtete ihn dabei, wie er kleine Kreise um ihre Perle zog, dann wieder sanft darüber strich, die Richtung des Kreises wechselte. Nur ihre leicht schnellere Atmung bewies, dass sie überhaupt etwas fühlte.

Testweise drang er leicht in sie ein, als er gerade wieder eine Runde abgeschlossen hatte. Als wäre sie nicht Teil der Szene, beobachte sie, wie ihre Schamlippen im schwachen Licht der Öllampe leicht glänzten. Sie schloss die Augen, um sich auf seine Bewegungen konzentrieren zu können, bereute es sofort wieder, als unweigerlich wieder Erinnerungen an ehemalige Gefährten hochkamen, deren Körper nur noch ein Festessen für die Raben und anderen Aasfresser hergab.

Sie zwang sich dazu, die Augen wieder zu öffnen, immerhin hatte er nicht bemerkt, wie ihre Atmung kurz ins Stocken geraten war. Oder er hielt es für eine Bestätigung für ihre Erregung, was wahrscheinlich auch besser war. Solange er der Meinung war, sie wäre vollkommen bei der Sache, dann würde er weitermachen. Solange er nicht aufhörte, konnte sie wenigstens daran denken. Sich ablenken.

Unmittelbar stoppte er und richtete sich auf. Bevor sie protestieren konnte, drang er mit seinem Schwanz in sie ein. Wenn sie ihn nicht beobachtet hätte, sie hätte nicht bemerkt, dass er währenddessen wieder anfing, ihre Brüste zu massieren. Diesmal jedoch so leicht, dass es ihr schwerfiel, seine Bewegungen auch nur zu spüren. Deutlich prägnanter war das Gefühl, wie er sie langsam immer mehr ausfüllte, begleitet von einem unterdrückten Laut, den sie als lustvoll interpretierte.

Ihr Körper reagierte eindeutig, sein Glied war nass, als er sich langsam wieder zurückzog. Die Hitze aus ihrer Mitte strahlte über ihren ganzen Körper aus, ihre Atmung ging stoßweise, obwohl er sich kaum merklich in ihr bewegte. Ihre Nippel wurden steinhart und begannen zu schmerzen, als wollten sie von dem wunderbaren Gefühl ablenken, dass Licir in ihr verursachte.

All das Beobachtete sie wie eine Außenstehende. Sie reagierte stärker als sie es erwartet hatte, sie spürte, wie die Erregung mit jeder Sekunde stärker wurde. Sie wollte den Sex, alles an ihr sehnte sich danach, dem erlösenden Orgasmus wieder ein wenig näher zu kommen. Ihr Geist streckte sich danach, selbst die Initiative zu übernehmen, nicht nur, wie teilnahmslos dazuliegen. Mechanisch leistete sie diesem Gedanken Folge und schob sich ihm mit jedem Stoß nun entgegen, was ihm sogar ein kehliges Stöhnen entlockte. Aber es fühlte sich einfach nicht vollständig an.

Sie beschleunigte den Rhythmus, musste sich darauf konzentrieren, gleichmäßig zu Luft zu holen Auf einmal hob er sie scheinbar spielend leicht hoch, ohne sich dabei jedoch aus ihr zurückzuziehen. Er drückte sie mit beiden Armen an sich, hielt ihr Gewicht nun völlig frei im Raum stehend. Sein tief in ihr ruhender Schwanz verhinderte, dass sie sich groß bewegen konnte, der Druck, mit dem er sie an sich presste, tat sein Übriges. Es fiel ihr schwer zu atmen, ihre ohnehin schon schmerzenden Brüste nahmen ihr die Luft.

Bedächtig, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, drehte er sich um die eigene Achse und ließ sich auf der Liege näher, auf der sie bis eben noch gewesen war. Endlich ließ er ihr wieder ein wenig Bewegungsfreiheit, als er sie auf seinen Oberschenkeln absetzte. Seine Augen blitzen vor Erregung, während sie begann, sich langsam auf und ab zu bewegen. Er lächelte schwer atmend. Gerade noch rechtzeitig dachte sie daran, es ihm gleich zu tun.

Ob es nun an ihrer generellen Erschöpfung lag oder dass sie nicht mehr daran gewöhnt war, es dauerte viel zu kurz, bevor es nicht mehr zu ihrer Zufriedenheit aus eigener Kraft schaffte, ihn zu reiten. Morgen würden ihre Muskeln noch mehr brennen als ohnehin schon. In ihr kämpften der Wille endlich zum Ende zu kommen, und die scheinbare Vernunft sich nicht noch weiter zu quälen.

In dem Augenblick, in dem die Vernunft zu gewinnen schien, unterstützte Licir ihre Bewegungen, indem er sie an der Hüfte hochhob, als wäre sie nicht schwerer als ein Blatt Papier. Ihr Blick streifte die Muskeln an seinen Armen, das perfekte Zusammenspiel, um ihnen beiden ein Stück mehr Lust zu bereiten. Warum auch immer ihr kurz vor dem Höhepunkt nichts Besseres in den Sinn kam, fasziniert blieb ihr Blick daran hängen, zwang sie darüber nachzudenken, woher er so viel Kraft hatte.

Ihre Muskeln verkrampften sich innerhalb des Bruchteils einer Sekunde. Gleichzeitig wurde das Pulsieren zwischen ihren Beinen so stark, dass sie für einen Moment ihre Selbstbeherrschung verlor und ein tiefes Stöhnen entwich. Am Rande ihres Bewusstsein spürte sie etwas Warmes an sich herunter laufen, registrierte, dass sie nicht länger auf und ab gehoben wurde. Ohne nachzudenken, ließ sie es zu. Der Orgasmus überrollte ihre Gedanken und verbreitete ein einmaliges Gefühl der Befreiung. Für einen kleinen Augenblick konnte sie fliegen.

Viel zu schnell war der Moment vorüber, viel zu schnell schickte ihr Kopf sie wieder in die Realität zurück. In den Sekunden danach, in denen jeder mit seinen eigenen Sekunden beschäftigt war, kamen die Bilder zurück. Quälten sie und erinnerten daran, dass sie sich in den nächsten Tagen unbedingt um neue Galiakräuter kümmern musste. Automatisch setzte sie ein Lächeln auf, ohne es wirklich zu meinen. Für ein paar Minuten wenigstens war sie entkommen. Ob es das wert gewesen war, wusste sie nicht.

*****

„Aufwachen, Schlampe! Der Verwalter des Königs will dich sehen."

Bevor sie die Augen öffnen konnte, wurde sie mit einer kräftigen Bewegung von der Pritsche heruntergestoßen, sodass sie unsanft auf dem Steinboden landete. Als sie vorsichtig ihre schmerzenden Glieder streckte, möglichst ohne die Stellen zu belasten, auf die sie gefallen war, griff eine Hand in ihre Haare und riss sie nach oben. Gerade noch rechtzeitig sah sie die beiden anderen Wachen, die sie von beiden Seiten flankierten, hielt ihre unwillkürlich aufflammende Wut zurück und ließ sich aus der Tür hinauszerren.

„Sei nicht zu grob zu ihr, du weißt doch, dass der Verwalter es nicht mag, wenn die Huren halbtot sind, wenn sie bei ihm ankommen. Halten dann wahrscheinlich nicht lange genug durch", hörte sie eine Stimme hinter sich, während ihr Peiniger sie die Treppe hinaufstieß.

„Heuchler. Leben, um zu dienen", spottete sie, woraufhin ihr ein kräftiger Schlag in die Rippen für einen Moment den Atem raubte. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, so brutal diese Männer auch versuchten zu wirken, im Kern waren doch alle eitle Sklaven. Es war immer wieder amüsant mit anzusehen, wie sie nicht einmal das realisierten.

„Lasst sie los ihr Dummköpfe! Wenn ich das nächste Mal jemanden als meinen Gast zu mir bestelle, behandelt ihr ihn gefälligst auch so. Es sei denn natürlich, ihr legt Wert darauf, eine Woche in der Zelle einmal selbst auszuprobieren."

Der Verwalter stand am oberen Treppenende und hatte das erste Mal, seitdem sie ihn kannte, einen betont strafenden Gesichtsausdruck. Durchaus eindrucksvoll, wie sie fand, als könnte er nur mit seinen Augen Blitze verschießen. Seine Stimme war so emotionslos wie immer, es herrschte jedoch kein Zweifel, dass er seine Drohung wahrmachen würde.

Erelyn
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