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Erinnerungen 03

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Erelyn
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Er ließ ihren Arm, den er die ganze Zeit über noch festgehalten hatte, frei, um damit ihre rechte Brust zu massieren. Er umfasse sie so fest, dass es beinahe schmerzte, schaffte es jedoch perfekt den Punkt zu finden, an dem die Erregung noch stärker war. Instinktiv drückte sie sich im ein wenig entgegen, umschloss dabei seinen Schaft vollständig, ließ ihn tief hineingleiten, sodass er beinahe vollständig in ihr war.

Wieder ließ sie ihn sanft ihre Zähne spüren, was damit quittierte, dass er nun mit beiden Händen ihre Brüste knetete. Ihr Stöhnen wurde dadurch erstickt, dass er ein Stück weiter in sie eindringen wollte, als es möglich war. Für einen Sekundenbruchteil geriet sie in Panik möglicherweise zu ersticken, wodurch sie ihren Kopf ruckartig zurückschnellen ließ. Ein wenig unsanfter als sie gewollt hatte, er reagierte jedoch nur mit einem kurzen Schnaufen.

Dennoch traute sie sich nicht, dies eventuell zu wiederholen. Betont auffällig ließ sie ihre linke Hand wieder zwischen ihre Beine wandern, nur um zu bemerken, dass sie immer noch von einer lästigen Schicht Stoff aufgehalten wurde. Sie sah ihm tief in die Augen, als sie sich streichelte, um ihm zu bedeuten, dass es Zeit war. Mit einem angedeuteten Lächeln zog er sie wieder auf die Füße, legte seine linke Hand auf ihre, dirigierte nun die Bewegungen.

Es überraschte sie ein wenig, dass er nun so sanft vorging, beinahe fragte sie sich, ob er seine Entschlossenheit bereits an sie verloren hatte. Als sie noch darüber nachdachte, spürte sie schon seine zweite Hand an derselben Stelle, diesmal schob er ihre Hose jedoch einfach mit nach unten. Er stoppte auf ihrem Venushügel, musste die Hitze spüren, die von ihr ausging. Sein Lächeln wurde breiter, küsste sie innig, sodass sie unfähig war, irgendetwas zu tun, außer die Wellen der Erregung über ihren Rücken zu genießen.

Mit seiner linken Hand dirigierte er weiterhin ihre, die nun ungehindert über ihr Heiligtum strich. Er zwang sie liebevoll dazu, ihre eigene Nässe zu spüren, ihr Daumen glitt ein paar Millimeter in sie hinein, was ihr weitere Schauer über den Rücken jagte. Dass er dabei den Druck mit der anderen Hand erhöhte verstärkte den Effekt nur noch, doch er erlöste sie nicht.

Weiterhin führte er nur ihre Hand, sodass nur sie selbst ihre Spalte berührte, mit jedem Mal ein klitzekleines Stück weiter eindrang, ohne dabei wirklich Befriedigung zu erlangen. Als sie ihre Beine ein wenig auseinander stellte, lächelte er nur und hielt sie nun noch sanfter, sodass sich nichts veränderte. Sie spürte seinen heißen Atem, der sich auf dem daumenbreiten Spalt zwischen ihren Mündern mit ihrem vereinigte. Sie roch ihre Lust, schmeckte seine in Küssen mit immer kürzerem Abstand.

Nach einer gefühlten Ewigkeit löste er sich von ihr, fasste sie mit der linken Hand an der linken Schulter und bedeutete ihr mit leichtem Druck, dass sie sich umdrehen sollte. Ohne Widerstand folgte sie der Aufforderung und registrierte erleichtert, dass er ihre Beine auseinanderdrückte. Instinktiv beugte sie sich ein Stück nach vorne und war ein wenig enttäuscht, als nur seine Hand über ihren Hintern strich.

Schließlich trat er einen Schritt an sie heran, sodass sein Glied nun zwischen ihren Beinen ruhte. Peinlich genau schien er darauf zu achten, dass es nicht ihre Spalte berührte, als er sich über sie beugte und ihr einen Kuss in den Nacken gab. Sie schloss die Augen und versuchte ihn mit all ihren Sinnen auszukosten, genoss seine Wärme, drückte sich an ihn, um ihn noch intensiver spüren zu können.

Unvermittelt drang er endlich in sie ein, mit einer einzelnen Bewegung füllte er sie vollständig aus. Sie kam kaum dazu zu schreien, als er sich mit tiefen Stößen in ihr bewegte. Seine Hände fanden ihre Brüste, seine Berührung auf ihren harten Nippeln brannte, als wären sie wund, beinahe brutal zog er daran, doch es heizte sie nur noch weiter an.

Plötzlich fehlte etwas, als er sich wieder zurückzog. Immerhin ließ er sich nicht allzu viel Zeit damit, sie zu sich auf den Boden zu drängen, sodass sie nun auf ihm saß. Mit beiden Händen umfasste er ihre Hüfte und hob sie in der Geschwindigkeit, die er bestimmte an, ließ sie wieder fallen, wenn er es für richtig hielt. Das trieb er so weit, dass er hin und wieder nur noch mit der Spitze in ihr blieb und diese Position für einige Sekunden hielt. Offensichtlich gefiel es ihm, sie vor Erregung zittern zu sehen. Sie musste jedoch zugeben, dass es nichts Geileres gab, als daraufhin dann immer wieder kurz losgelassen zu werden und zu spüren, wie er sie wieder vollkommen ausfüllte.

Immer stärker wurde das Gefühl, er trieb sie langsam aber sicher dem Höhepunkt entgegen. Ein oder zwei Stöße, bevor sie ihn erreicht hatte, stoppte er wieder und drückte sie auf den Rücken. In der ältesten Position von allen legte er sich über sie, brachte seinen Schaft genau vor ihren Eingang. Als er in sie eindrang, drückte er mit einem Daumen sanft auf ihre Klitoris, was sie unweigerlich über die Klippe hievte. Ihre Muskeln zogen sich alle gleichzeitig zusammen, nur ums sich sofort danach wieder zu entspannen und das Ganze zu wiederholen.

Als es langsam schwächer wurde, spürte sie, wie eine warme Flüssigkeit an ihr herunterlief, auch Ralik war gekommen. Sie merkte, dass sie ihre Augen geschlossen hatte, als sie sie jedoch öffnen wollte, hielt sie der warme Hauch von seinem Atem davon ab, der über ihre Wimpern strich. Sie wusste, dass er genau wie sie lächelte.

„Wie müsst ihr zurück?", fragte er sanft.

Es riss sie aus dem Traum von eben heraus, doch es fühlte sich wunderbar an. Jeder Traum hatte ein Ende.

„Drei bis vier Tagesmärsche, ich habe euch doch erzählt, wo mein Dorf liegt", antwortete sie.

„Schon, aber ich kenne mich im Wald nicht wirklich gut aus, wie sollte ich etwas mit Ortsangaben wie ‚An den Zwei Quellen' etwas anfangen können?", entgegnete er mit einem entwaffnenden Lächeln.

„Es ist nicht schwer zu finden, von hier gesehen ist es vom Waldrand aus vielleicht noch eine Stunde. Warum wollt ihr das wissen?"

Sein Lächeln wurde zu einem verschmitzten Grinsen.

„Ich hatte gehofft, für jene Zeit entsprechende Tagesmahlzeiten von eurer Beute nehmen zu können. Ihr wollt nicht, dass ich euch begleite, was ich vollkommen verstehen kann. Mein Problem, dass ich sonst wahrscheinlich verhungern würde, löst sich damit aber leider nicht."

„Ich habe Proviant dabei, den man nicht zubereiten muss, um schneller voranzukommen. Was soll ich antworten, wenn sie fragen, was ich damit gemacht habe?"

„Ihr hattet plötzlichen Heißhunger?"

Sie musste lachen. Aber er hatte natürlich Recht, und wenn sie ehrlich war, hätte sie ihm nach diesem Sex wohl kaum einen Wunsch verwehrt.

„In Ordnung, ich lasse mir etwas einfallen."

Dabei stand sie auf, sammelte ihre quer verstreuten Sachen wieder ein und zog sich an, während Ralik sie beobachtete.

„Wenn man euch so sieht möchte man überhaupt nicht glauben, dass ihr ohne die Klamotten noch schöner seid", kommentierte er und stand nun selber auf.

„Verdammter Heuchler", murmelte sie gespielt verärgert, ihr unterdrücktes Lachen verriet sie jedoch.

Auch er sammelte nun seine Kleidung wieder ein, beachtete ihren letzten Kommentar scheinbar gar nicht. Er wusste auch so, dass er Recht hatte.

Die nächste Stunde, in der sie ihre Beute für den Transport vorbereitete, ein wenig für Ralik übrig ließ und sie sich schließlich mit einem letzten, sehr intensiven Kuss voneinander verabschiedeten verging viel zu schnell. So schön es gewesen war, es würde nichts weiter als ein kleines Abenteuer bleiben, von dem sie noch nicht einmal etwas erzählen durfte. Erst recht nicht, dass sie einem quasi Fremden den Aufbau und den Standort ihres Dorfes einfach so erzählt hatte. Dergleichen war nicht ohne Grund Hochverrat. Das Volk der Waldläuferinnen blieb nur versteckt, wenn man ihre Anwesenheit nicht herumposaunte.

Einige Wochen später hatte sie Ralik wiedergetroffen. Während er als General einer feindlichen Armee ihr Dorf überrannte.

*****

Schweißgebadet wachte sie auf, die Erinnerungen jagten sie wie Beute. Bevor sie es verhindern konnte, rannen Tränen aus ihren Augen, sie vergrub ihr Gesicht in ihrem Kissen, doch es half nichts. Ein schluchzendes Häufchen Elend war sie, schwach, schon immer gewesen. Ihre eigene Stimme hallte wie Hohn in ihrem Kopf wieder, eine starke, stolze Waldläuferin sollte sie sein? Eine Stammesführerin, weil sie daran schuld war, dass es keinen Stamm mehr gab?

Nur langsam versiegten die Tränen, als sie die verklebten Augen öffnete schien ihr die schon hochstehende Sonne durch das kleine Fenster im Raum ins Gesicht. Wie lang hatte sie geschlafen? Wahrscheinlich kaum ein paar Stunden beantwortete sie sich die Frage selbst. Die ganze Nacht hatte sie versucht einzuschlafen, sie hatte sogar Quinn wach gehalten, war der Meinung gewesen, ihm mitten in der Nacht ihre Geschichte erzählen zu müssen.

Erst jetzt bemerkte sie, dass niemand außer ihr im Raum war. Bis gerade eben hatte sie nicht dran gedacht, dass Quinn neben ihr geschlafen hatte, doch sein Platz war leer. Zu leer. Nicht einmal eine Decke oder ein Kissen war dort zu finden. Panisch sprang sie aus dem Bett, nur um unmittelbar darauf zu bemerken, dass sie so unmöglich vor die Tür gehen konnte. Sie war splitternackt.

Sie sah sich im Zimmer um, ihre Sachen lagen erstaunlicherweise ordentlich zusammengelegt auf einem Stuhl neben dem Bett. Mechanisch schlüpfte sie hinein, ohne zu registrieren, dass jemand einen kleinen Zettel auf den Stapel gelegt hatte. Unbeachtet flog er davon und verschwand in einer Ecke. Instinktiv machte sie sich daran das Bett zu ordnen, als ihr ein verräterischer, etwas feuchter Fleck etwas in der Mitte auffiel. Offensichtlich hatte sie sehr lebhaft geträumt.

Sie fand Quinn schließlich auf einer Bank auf dem Dorfplatz, wie er sich mit dem Dorfältesten, dem Schmied und einigen anderen Männern unterhielt, die sie nicht mehr zuordnen konnte. Wahrscheinlich waren es Bauern. Sie versuchte zu verstehen, worüber sie redeten, als sie jedoch in Hörweite kam, unterbrach Quinn mit einer Handbewegung das Gespräch und winkte sie heran.

„Guten Morgen, ausgeschlafen?", fragte er mit einem vielsagenden Lächeln.

So gut es ging verbarg sie, dass sie alles andere als ausgeschlafen war, revanchierte sich mit einer kurzen Umarmung und einem Kuss. In seinen Augen sah sie jedoch, dass er ihr ihren geistigen Zustand genauestens ansah.

„Danke für alles, wir wissen eure Hilfe wirklich sehr zu schätzen. Auch wenn wir nicht erwartet hätten, dass sie von einem so ungewöhnlichem Paar kommt", hörte sie den Stammesältesten sagen, dann verschwand die kleine Gruppe, als würden sie vor ihr flüchten.

„Manchmal versteckt sich im Acker nun mal der größte Schatz und im Schatzkeller nur ein Schuldschein", sagte Quinn noch, doch die Männer konnten ihn schon nicht mehr hören. Vermutlich war das auch besser so.

Er wendete sich wieder ihr zu, sein Gesichtsausdruck verriet Besorgnis. Ihre Lippen formten zur Antwort ein „Später", ohne wirklich zu wissen, wann dies eigentlich sein sollte.

„Nach den gestrigen Ereignissen habe ich mit den, meiner Meinung nach, verständigsten Personen hier gesprochen. Habe ihnen noch einige Anweisungen gegeben, wie sie die schwer Verwundeten am besten weiter versorgen können, damit wir weiterreisen können."

Für einen Moment war sie enttäuscht, trotz aller Widrigkeiten waren ihr einige Dorfbewohner ein wenig ans Herz gewachsen. Vielleicht auch deswegen, weil sie es nicht gewohnt war, anderen helfen zu können. Man kam sich dabei unweigerlich näher, überwand allein aus der Notwendigkeit heraus Barrieren, die man anders niemals überwunden hätte. Wann hatte sich ihr das letzte Mal die Möglichkeit geboten, unbeschwert mit jemandem plaudern zu können?

So schwer auch das Argument wog, dass es sich ändern würde, nach dem gestrigen Abend wohl nur noch wenige auf natürliche Weise mit ihr reden würden. Sie konnte sich nicht dazu durchringen, glücklich über die Weiterreise zu sein. Selbst wenn sie außer Acht ließ, dass sie gerade erst begonnen hatte, sich an ein richtiges Bett zu gewöhnen. Natürlich, Quinn war bei ihr. Aber mit jedem weiteren Tag rückte Lanan näher und sie wollte nicht darüber nachdenken müssen was passieren würde, wenn sie ihren Bruder gefunden hatte.

XIV.

Die Dämmerung war beinahe vorbei, als sie durch das riesige Tor hinaus ins Freie trat. Intuitiv pumpte sie so viel Luft wie nur möglich in ihre Lungen und ließ sie langsam wieder entweichen, nur um es eine Sekunde später wieder zu bereuen. Die schwere Stadtluft erzeugte einen stechenden Schmerz in ihrer Lunge, als würde sie flüssiges Eisen einatmen. Die Verletzungen aus der letzten Schlacht vor einigen Wochen waren noch nicht ganz verheilt, würden es vielleicht niemals tun. Noch eine weitere hätte sie vielleicht nicht überlebt. Was genau genommen angesichts ihrer bevorstehenden Aufgabe wahrscheinlich gar keine so üble Option gewesen wäre.

Langsam stieg sie die wenigen Stufen auf den nun menschenleeren Platz hinab, auf dem sie sich heute Morgen noch durch das Gedränge gekämpft hatte. Die hellen Pflastersteine reflektierten die letzten Sonnenstrahlen und bildeten ein goldenes Meer, das sich durch ihren langen Schatten auf magische Weise vor ihr teilte.

Ohne Hast lief sie quer über den Platz, bog in eine kleine Seitenstraße ein und steuerte auf das Gasthaus zu, in dem sie schon die letzte Nacht verbracht hatte. Bereits vor der Tür empfing sie der beißende Geruch von Met und starkem Bier. Bevor sie die Tür öffnen konnte, wurde sie aufgeschlagen und ein verwahrloster, untersetzter Mann unter wüsten Beschimpfungen herausgestoßen. Sie lächelte und zog sich die ihre Kapuze über den Kopf, bevor sie eintrat.

Mit einem Kopfnicken begrüßte sie den Wirt und kämpfte sich durch den Haufen Trinker, die um die Tür herumstanden.

„Scheint heute ruhig zu bleiben", grinste sie, als sie den Tresen erreicht hatte.

„Solange sie bezahlen und die Tische in Ruhe lassen, ist es mir ganz recht", brummte der Wirt,

„Wenn sie sich miteinander streiten, haben sie keine Zeit, sich über meine Preise zu beschweren."

Sie nickte.

„Met und ein Zimmer für die Nacht, falls noch eins frei ist", gab sie ihre Bestellung auf.

Der Wirt verschwand kurz durch eine Tür hinter dem Tresen und kam ein paar Sekunden später mit einem Schlüssel wieder.

„Sechs Bronzestücke, wie immer."

„Falsch, nur eins für den Met. Ihr habt eure Wette verloren."

Der Wirt machte einen missmutigen Gesichtsausdruck, der sich jedoch in einen ungläubigen verwandelte, als er den Met auf dem Tresen abstellte.

„Ihr habt wirklich eine Audienz bekommen? Ich würde euch ja glauben..."

„Aber?", hakte sie lächelnd nach.

Der Wirt war im Allgemeinen wirklich freundlich, er hatte sie ein wenig in die Gepflogenheiten der Stadt eingeführt. Er hatte nur gemeint, eine allein reisende Frau wäre ungewöhnlich und würde es verdienen, wenn man ihr eine wenig unter die Arme griff. Sein eindeutiger Blick auf ihre Brüste erzählte eine andere Geschichte, aber ansonsten war er ein feiner Kerl. Wäre er nicht doppelt so alt wie sie gewesen und verheiratet, hätte sie die vorangegangenen Nächte vielleicht sogar auf anderem Wege bezahlt.

So blieb es dabei, dass sie sich ein wenig präsentierte, er dafür Stillschweigen bewahrte und sie mit einigen Informationen ausstattete. Da sie bis jetzt der einzige Übernachtungsgast hier gewesen war, hatte sie auch nichts gegen einen Gesprächspartner einzuwenden gehabt. So hatte er heute Morgen halb im Scherz mit ihr gewettet, dass sie trotz allem niemals Luarek persönlich sehen würde. Wenn doch, dürfte sie fortan kostenlos bei ihm übernachten.

„Ich weiß allerdings zufällig, dass heute niemand eine Audienz bekommen hat. Überhaupt wurden die wartenden Leute bereits nach drei Stunden wieder weggeschickt, weil es einen Zwischenfall gegeben hat. Während dieser Zeit ist ausnahmslos jeder mit enttäuschtem Gesicht wieder herausgekommen!"

„Warum seid ihr euch da so sicher?", fragte sie ruhig.

Er senkte ein wenig beschämt den Kopf, fing sich jedoch schnell wieder.

„Ich habe Jalan gebeten, heute ein Auge drauf zu werfen. Es tut mir leid, ich war neugierig."

„Und wer ist dieser Jalan?"

Sie klang nicht vorwurfsvoll oder anklagend, eher beruhigend. Immerhin war sie mitnichten auf dem üblichen Weg zu ihrem Ziel gekommen, die genauen Umstände würde sie ihm heute Abend aber nicht in einer vollen Taverne auf die Nase binden. Sie rechnete nicht damit, dass Warren wirklich der Einzige war, der auf sie aufpassen sollte. Erst recht nicht damit, dass sie niemand beobachtete, solange sie sich noch in der Stadt aufhielt.

„Er hilft dem Verwalter, die Anträge zu bearbeiten. Oft ist er es, dem die undankbare Aufgabe zukommt, einen Bittsteller nach dem anderen vorzulassen. Ihr habt ihn vielleicht gesehen. Er ist noch recht jung, wird später aber bestimmt mal einen hohen Posten im Palast einnehmen."

Sie nickte, der kahlköpfige Junge am Eingang hieß also Jalan. Interessant war allerdings, dass Uriel nach ihr niemanden mehr empfangen hatte.

Einige Minuten verstrichen, in denen sie den Metkrug zusehends leerte und den Wirt beobachtete, wie er einem Neuankömmling einen Zimmerschlüssel überreichte und einen Bierkrug für ihn füllte. Ihr entging nicht, dass er für Bier und Übernachtung acht Bronzestücke zu zahlen hatte, was dieser offensichtlich nicht guthieß. Nachdem er jedoch gesagt bekam, es stünde ihm frei auch wieder zu gehen, kramte er widerwillig in seiner Tasche und holte ein kleines Silberstück hervor.

Er war groß und schmal, dunkle, fast schwarze Haare umrahmten ein fahles, eingefallenes Gesicht. Die tiefen Augen sprühten vor Misstrauen, sein Gesichtsausdruck wirkte beinahe versteinert, als hätte er in seinem Leben noch nicht ein einziges Mal gelächelt. Ein langer, schwarzer Mantel hüllte ihn ein, aus dem nur zwei gespenstisch dünne Arme hervorstachen und braune Lederstiefel mit Sporen an seinen Füßen zu erkennen. Entweder ein Bote oder ein Auftragsmörder, in welchen Diensten auch immer. Die Verzierungen an den Lederstiefeln ließen jedoch darauf schließen, dass er recht anständig bezahlt wurde. Ein Mörder also.

Sie erschrak beinahe, als er für einen Augenblick sein Gesicht zu ihr wendete und argwöhnisch betrachtete. Sie sah eine Kette um seinen Hals, an der ein goldenes Wappen befestigt war. Das Wappen des Königshauses. Bevor sie sich darüber klarwurde, was das hieß, knallte ihm der Wirt das Restgeld auf den Tisch. Er wendete sich ab von ihr, steckte sie sich ein, nahm sich sein Bier und verschwand in einer Ecke der Taverne, in der sie ihn nicht mehr sehen konnte.

Sie beugte sich in betont vertraulicher Haltung zum Wirt herüber und senkte ihre Stimme, als sie das begonnene Gespräch fortführte.

„Ich habe nie behauptet, ich hätte eine Audienz bekommen..."

„Nicht jetzt!", wurde sie unterbrochen,

„Der Mann, den ihr eben gesehen habt..."

Er schluckte hörbar.

„... war ein Vertrauter von König Luarek persönlich. Diese Männer können schneller töten, als euch lieb ist, und sie brauchen nichts und niemand zu fürchten. Sie stehen über dem Gesetz. Jetzt legt euch schlafen, wir reden morgen weiter."

Wunderbar, wenn sie vorher noch Zweifel gehabt hätte, ob sie überwacht wurde, so waren diese nun vollständig ausgeräumt. Was sie daran erinnerte, dass der Magier, den sie zu fangen hatte, wahrscheinlich ziemlich mächtig war. Jedenfalls hielt Luarek ihn für mächtig. Wenn Uriel die Wahrheit erzählt hatte, dass im Landesinneren kaum Magier ausgebildet wurden, diese dann nur in den Künsten des Geistes unter strengster Überwachung, dann war es offensichtlich, dass er ein Problem mit einem herumlaufenden Magier hatte. Er konnte kaum eine ganze Armee auf die Suche schicken, die Alternativen waren rar.

Eine Handvoll seiner Assassinen dafür zu verheizen war es ihm offensichtlich nicht wert, beziehungsweise konnte er selbst nicht einschätzen, was dieser Magier wirklich konnte. Sie hingegen hatte er schon kennen gelernt, wusste genau, wo mögliche Schwächen waren. Und das Wichtigste: Sie war ersetzbar. Niemand interessierte sich dafür, wenn sie scheiterte und dabei umkam.

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