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Es liegt in der Familie 03

byAljowi©

An der Kasse des Supermarktes hatte sich eine längere Schlange gebildet, da der Wechsel der Registrierrolle offenbar Schwierigkeiten bereitete. Gerda hatte ihren Wagen mit Obst und Gemüse gefüllt, dazu Haferflocken, gemahlene Nüsse, Rapsöl, Sojamilch, Eier aus Freilandhaltung, Himalayasalz, das neu in das Angebot aufgenommen war, und dergleichen. Ungeduldig trommelte sie mit den beringten Fingern auf dem Griff des Wagens.

„Sind Sie immer so nervös?", fragte der hinter ihr stehende sehr gepflegte Herr von etwa 45 - nach dem Aussehen zu urteilen.

„Nur manchmal."

„Dann sollten Sie Ihrem Naturkosteinkauf noch Baldrian hinzufügen. Dahinten gibt es preiswerte Kapseln. Da -- bei der Nahrungsergänzung."

Er drehte sich um und deutete auf ein grün gehaltenes Regal."

„Meinen Sie?" fragte Gerda und sah in seine blauen Augen.

Er nickte nur.

Also sprang sie schnell zu jenem Regal.

„Sie kaufen sehr überlegt ein.", meinte der Herr, als sie wiedergekommen war. „Und nach ihrer Figur zu urteilen, führen Sie auch ein recht ausgeglichenes Leben."

Diese verhaltene Anerkennung ihrer Erscheinung ging Gerda wie Öl die Kehle hinab. Sie richtete sich noch etwas stolzer auf und lächelte.

„Danke! So etwas hört eine Frau natürlich gern. Aber, wenn sie nur diese eine Packung Brokkoli haben ... bitte, dann gehen Sie doch vor. Bei mir dauert es ja etwas länger."

Gerda trat bei Seite, um den Herren vorbei zu lassen.

„Danke schön. Sehr liebenswürdig, aber ich habe Mittwoch Nachmittag frei und Zeit. Aber S i e sind sicher etwas in Eile.". Nachsichtig lächelnd ergänzte er: „Und da zählt jede Sekunde."

Der Gerda gefiel dieser Mann in seiner kultivierten ruhigen Art. Er strahlte Selbstsicherheit aus. Bei dem Blick auf seine Hände stellte sie sich vor, wie es ich wohl anfühlen würde, wenn: er ihr über das Haar striche! Und ein wohliges Empfinden lief Ihren Rücken herab.

Inzwischen war das Problem an der Kasse mit Hilfe der Marktleiters gelöst worden und das Transportband lief wieder an. Gerda legte ihre Sachen aus dem Einkaufswagen darauf und des Herren Blick fiel wohlgefällig in Gerdas Dekolleté, das jedesmal einen vollen und hoch angesetzten Busen verriet, wenn sie sich über den Wagen beugte, um die Sachen herauszuholen. Gerda merkte das natürlich und bückte sich besonders tief, um aus der hintersten Ecke des Wagens nach einem Bündchen Petersilie zu fingern, das ihr „versehentlich" wieder entglitt, so daß sie sich noch einmal und auch etwas tiefer bücken mußte.

„79.83.", sagte die Verkäuferin, riß den Kassenzettel schwungvoll ab und legte ihn zu dem Eingekauften.

Gerda öffnete das Portmonais und wurde verlegen. Sie hatte vergessen, daß sie ja vorhin in der Drogerie 125 Euro gelassen hatte und nun reichte das Geld nicht.

„Ich habe nur 75. Da müssen wir was zurücknehmen." Gerda wurde rot.

„Gut, den Baldrian?" fragte die Kassiererin.

„Wegen fünf Euro!" schaltete sich der Herr hinter Gerda ein, zog seine Geldbörse heraus, entnahm ihr einen Fünfeuroschein und legte ihn auf die Theke.

„Danke, aber das kann ich nicht annehmen!" wehrte Gerda ab. Die Kassierein schaute ratlos von einem zum anderen:

„Ja, was nun?"

„Bitte, nehmen Sie für fünf Euro irgend etwas zurück."

„Nein, nein! Lassen Sie, wie es ist," sagte der Herr mit seiner keinen Widerspruch duldenden ruhigen, festen und angenehmen Stimme - und zu Gerda "Vielleicht sehen wir uns hier mal wieder, dann können Sie es mir wiedergeben."

Die Kassiererin hatte inzwischen auch den Fünfeuroschein mit den 75 von Gerda in die Kasse gelegt und zählte 17 Cent Gerda in die Hand.

„Dann nehmen Sie erst mal die 17 Cent zurück", meinte sie verlegen lächelnd, „und geben mir Ihre Anschrift für den Rest. Mit dem schicke ich dann meinen Sohn vorbei. Oder geben Sie mir Ihr Konto, dann überweise ich Ihnen das."

„Aber bitte, meine Herrschaften, können Sie das nicht nachher besprechen!" Das Mädchen an der Kasse wurde ungeduldig. "Ich muß doch hier weiter machen."

Der Herr bezahlte seine Brokkoli, während Gerda Ihren Einkaufswagen zur Ausgangstür drehte.

„Bitte schön, meine Karte.", sagte der Herr auf dem Weg nach draußen.

"Dr. med. Egon Müller, Facharzt für Allgemeinmedizin und Humangenetik - ganzheitsmedizinische Beratung"

Gerda staunte. Das Praxisschild war ihr schon aufgefallen, besonders der Begriff

Ganzheitsmedizin. Das war neben der Schule der Kinder. Sie gab ihm auch Ihre Karte und er las „Gerda Schulz -- Vorstandssekretärin - "

„Herr Doktor, nachmals herzlichen Dank, mein Sohn bringt Ihnen morgen das Geld in die Sprechstunde."

Der Doktor nickte zustimmend und lächelte sie an.

„Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend, gnädige Frau."

Sie streckte ihn die Hand hin, die er mit einer leichten Verbeugung ergriff.

In Gedanken versunken fuhr Gerda heim.

***

Beim Abendessen erzählte sie den Kindern von ihrem Erlebnis. Denen blieb natürlich nicht verborgen, welchen Eindruck der Dr. Müller auf die Mutter gemacht hatte.

Als sie dann Peter bat, die 5 Euro morgen dem Arzt zu bringen, schüttelte Moni den Kopf: „Gerdi, du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig."

„Wie? Was?"

„Na wenn der gesagt hat: „Vielleicht treffen wir uns hier mal wieder."! Du, das ist doch ein Signal. Und daß er sich nicht vorlassen wollte - denken!!! Der wollte doch nur die Kontaktzeit nicht abkürzen und mit dir quatschen. "

„Meinst du???"

„Mensch Gerdi! Du fährst morgen selbst hin und gibst ihm die Moneten. Fünf Minuten vor Sprechstundenende. Dann habt Ihr Zeit."

„Moni, ich weiß ja gar nicht, was mit ihm ist. Vielleicht ist er verheiratet, vielleicht hat er ... "

„Dann hätte er sich die Brokkoli nicht selber geholt. Und dein „vielleicht, vielleicht ...! Was soll denn das? Vielleicht geht morgen die Welt unter ...! „Der hat sich geschickt um dich Mühe gegeben, dir fast den Hof gemacht -- und jetzt gehe über die Brücke, die er dir gebaut hat! Was kann denn passieren? Aber wenn du nichts machst, dann passiert auch nichts. Der Peter bringt ihn dir bestimmt nicht huckepack ins Bett. Und dahin willst du ihn doch schließlich haben."

Gerda mußte lachen:"Moni, du bist in deiner direkten Art immer wieder umwerfend."

***

Am nächsten Tag, 17 Uhr 55, klingelte Gerda an Dr. Müllers Praxistür in schwarzen Pumps, einen engen schwarzen Rock, der kurz über dem Knie ihrer nackten schon schön gebräunten schlanken Beine endete, und einem weiten dunkelroten Rollkragenpullover aus Angorawolle mit halben Ärmeln. Sie trug eine Kette mit Anhänger und an der linken Schulter eine Brosche, dazu ein Armband und an Zeigefinger und Daumen einen Ring. Alles in Silber und die Ornamente dieses Schmuckes waren in ihren Motiven auf einender abgestimmt. Es waren Tiere, die an druidische Darstellungen erinnernten. Zurückhaltend geschminkt mit leichtem Lidschatten und ihrem wogenden langen vollen blonden Haar machte sie einen Eindruck durchaus sexy, aber keineswegs nuttig.

Die Sprechstundenhilfe -- eine ältere, etwas säuerlich wirkende Dame - öffnete, bereits ich Hut und Mantel: „Wir schließen jetzt. Bitte kommen sie morgen zwischen 9 Uhr 3o und 11 Uhr 3o wieder."

„Ich wollte Herrn Doktor nur einen Umschlag geben."

„Den können Sie auch mir geben, ich reiche ihn weiter."

"Bitte Verzeihung!" -- Gerda war es nicht gewöhnt, sich abwimmeln zu lassen -- „Aber ich möchte ihn persönlich übergeben."

„Dann müssen Sie halt einen Moment warten." Sie zuckte mit den Achseln. „Nehmen Sie im Wartezimmer Platz."

Dann verschwand sie im Ordinationszimmer, kam schnell wieder heraus und verließ mir einem flüchtigen „Der Doktor kommt gleich - Guten Abend!" die Praxis.

Es dauerte sieben Minuten, während derer Gerda auf dem Bildschirm an der Wand einen von der Firma „tv Wartezimmer" angefertigten Film ansah. Gezeigt wurden darin die therapeutischen Angebote dieser Praxis und die Untersuchungsmethoden mit der Begründung, warum, was gemacht werden sollte bzw. mußte. Der Doktor erschien selbst auf der Mattscheibe und erklärte in Vertrauen einflößendem warmem Ton die einzelnen Maßnahmen. Gerda war ganz versunken, als ein

„Guten Abend gnädige Frau! Ich freue mich, Sie so schnell wiederzusehen." sie aus ihrer Gedankenwelt herausholte.

„Guten Tag, Herr Doktor! Mein Sohn konnte heute nicht, er hat Arbeitsgemeinschaft Geschichte in der Schule. Und da ich Ihnen die Regulierung meiner Schulden für heute versprochen hatte, bin ich halt selbst gekommen." Gerda war aufgestanden und reichte ihm zwar lächelnd, jedoch innerlich etwas unsicher die Hand. Aus der Schwingung ihrer Stimme hörte er heraus, wie es um Gerda stand. Nichts ist so verräterisch, wie der Klang der Stimme und nichts läßt sich so schwer verstellen.

„Na so eilig war das doch wirklich nicht."

Sie zog den kleinen Schein aus ihrer Handtasche und reichte ihn ihm.

„Danke, aber jetzt Sie kriegen noch 17 Cent."

„Ach! Lassen Sie das doch!"

Dabei sahen sie sich in die Augen - länger als nötig gewesen wäre. Es lag eine Spannung in der Luft: Die Formalien waren erfüllt: Sie war ihre „Schulden" bei ihm los, er hatte sein Geld wieder. Objektiv gesehen, hätte man sich mit einem „Auf Wiedersehen!" trennen können und alles hätte „seine Ordnung„ gehabt. Aber das wollten beide nicht. Und so überlegte jeder, wie er unter Wahrung seines Gesichtes die Beziehung auf unverfängliche Art und Weise weiter in Richtung Affäre führen konnte, was ja beide auch wollten.

„Ich habe eben gesehen," Gerda deutete auf den Monitor, „was Sie alles machen, Herr Doktor. Das ist ja hochinteressant. Können wir darüber einmal reden?" Das war die lösende Idee Gerdas.

„Aber gern, gnädige Frau. Bitte, kommen Sie in mein Sprechzimmer, dann unterhalten wir uns über alles, was Sie da wissen möchten."

Er machte eine einladende Handbewegung in Richtung Sprechzimmer, trat neben die geöffnete Tür und ließ ihr den Vortritt. Als sie an ihm vorbei ging, berührte er kurz und kaum fühlbar ihren Rücken in Höhe der Schulterblätter. Gerda

durchfuhr es wohlig.

Diese zwar distanzierte aber keineswegs abweisende Höflichkeit, verbunden mir einer warmherzigen Ausstrahlung beeindruckte Gerda. Das war Geschliffenheit. Sie spürte die elegante Zielstrebigkeit seines Verhaltens, das die Grenze der vorläufig noch Erlaubten abfühlte und bis genau zu dieser Grenze gehen wollte, in der Absicht und der Gewissheit, daß sich diese Grenze schon noch verschieben ließ und eines Tages völlig fallen würde. Gerda gefiel dieses Spiel.

"Bitte, nehmen Sie Platz! - Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?"

*Aha!*, dachte sie erwartungsvoll *Jetzt will er mich beschwipst machen und dann flach legen. Zwar ein bisschen schnell -- aber warum nicht?* und sagte :"Danke ja."

Sie setzte sich und schhlug die Beine über einander. Der Rock rutschte bis zum halben Oberschenkel und Gerda zog den Saum wieder eine Stück herunter.

*Schade!*, dachte er, *Von diesen hübschen Beinchen könnte sie ruhig ein bißchen mehr zeigen. Aber besser so als in Hosen.*

„"La Vita". Das ist ein ganz hervorragender alkoholfreier und auch preiswerter Vitaminextrakt, den ich seit Jahren

täglich nehme."

„Damit sind wir ja schon bei einem Thema.", antwortete sie. „In dem eben gesehenen Film sprechen Sie ja von naturgemäßer Ernährung."

„Sie haben den Film leider nicht ganz gesehen. Es geht nicht nur um Ernährung, sondern im weiteren Verlauf auch um naturgemäße Lebensführung -- in allen Bereichen unseres menschlichen Daseins: Körper, Geist, Seele."

Er holte zwei Gläser, die „La Vita" -- Flasche und zur Verdünnung des Konzentrates eine Karaffe mit alkalisiertem, in seiner Praxis hergestelltem Wasser.

Die Art seiner elastichen Bewegungen beeindruckten Gerda, die Weise, in der er mit der Flasche und den Gläsern hantierte - alles körperlicher Ausdruck einer starken Persönlichkeit.

„Prost! Man kann auch ohne Alkohol gut leben. Vielleicht sogar besser als mit."

Dann setzte er sich hinter den Schreibtisch,

Nun sprachen sie eine Weile über Naturkost.

„Interessant, daß Sie auch Fleisch ablehnen."

„Ja, gnädige Frau, zu den biologischen Gründen kommen noch menschliche. Wenn ich so das Elend der Schlachttiere bedenke! Und seit ich erlebt habe, wie qualvoll Fische und Krebse umgebracht werden, ist mir jeglicher Appetit auf „Meeresfrüchte" vergangen."

„Das sagt meine Tochter auch immer."

„Das einzige tierische Eiweiß, das ich gelten lasse sind Eier aus Freilandhaltung. Die sind unbefruchtet und so wird also kein Leben getötet. Außerdem ist Eiereiweiß viel hochwertiger als Fleisch."

Sie redeten noch eine Weile über alles mögliche andere,- Sport, Schlaf, Luft, Licht, Wasser, Denkgewohnten, Lebenshaltung und so weiter.

Schließlich fragte Gerda: „Ist da nicht vieles sehr theoretisch?"

„Die Praxis bestätigt es. Und auch wenn die Universitätsmedizin und die „Gesundheits"politik ihre idiotischen Hypothesen vertreten und mit Gewalt durchsetzen -- Paracelsus' Wort :"Wer h e i l t, hat recht." gilt immer noch."

„Ja aber ..."

„Für wie alt halten Sie mich eigentlich, Gnädigste? Aber ehrlich!"

„Anfang, Mitte 4o."

„Ha, ha haaa! Ich bin 58. Und habe die Vitalität eines 3ojährigen."

Gerda blickte ihn erstaunt an, wie er so da saß, zurück gelehnt, breitschultrig, strahlend, mit vollen braunen Haar und nur wenigen charakterisierenden von Gedanken eingeprägten Falten im Gesicht, mit glatter straffer Haut und leuchtenden Augen. *Wie würde er wohl im Bett nach einem Orgasmus aussehen? Wie oft würde er können? Wie lange können?*, fragte sie sich.

„Ich habe seit Jahrzehnten eine naturangepasste Lebensform. Meine Frau wollte das nicht mitmachen."

*Ist also verheiratet!*, schoß´es Gerda durch den Kopf,*und hat Probleme mit seiner Alten.*

„Sie wollte sich nicht von Zigaretten, Kaffee, Schnaps, Bier etc. und Fleisch trennen. Und so ist sie an mir vorbei gealtert. Voriges Jahr mußten wir sie begraben. Jetzt führt meine Tochter mir den Haushalt. Ist aber gerade im Urlaub und da muß ich selber einkaufen." Er lächelte.

*Warum erzählt er mir das alles? Das lässt ja tief blicken.*, ging es Gerda durch den Kopf.

So plaudernd war es 20 Uhr geworden-

„Herr Doktor, das war ja alles sehr informativ. Ich möchte sagen, es war fast eine Konsultation. Sie haben meine Adresse, schicken Sie mir ihre Liquidation, ich werde sie umgehend begleichen. Übrigens sind wir privat versichert. Ich möchte außerdem auch Ihre Beratung mit für meine Kinder beanspruchen. Können wir mit Ihrer Hilfe vielleicht ein ganzheitliches Gesundheitsprogramm für meine Familie aufstellen? Meine Tochter wäre sicher auch dafür. Das Mädchen ist zwar erst 17, aber für ihr Alter schon sehr weit. Fast weiter als ihr 18jähriger Bruder."

„Gern, dann machen wir gleich für die nächste Woche einen Termin aus, wann Sie mit den beiden kommen."

Er öffnete den Google-Kalender: „Mittwoch, 15 Uhr 15 ... Darf ich eintragen?"

Gerda nickte.

„Wie heißen die Kinder?"

„Peter und Monika."

„Also." er tippte in den PC ein und sprach dabei „Gerda, Peter, Monika Schulz -- Generaluntersuchung und Beratung. ... An sich habe ich ja Mittwoch Nachmittag keine Sprechstunde," er blickte auf, „aber ich möchte Sie alle drei zusammen haben und da ist der halbe Tag weg. Während der normalen Sprechzeiten geht das schlecht."

Gerdas Herz schlug bei diesen Wort höher, besonders als sie erstmals ihren Namen aus seinem Mund ausgesprochen hörte.

„Ich werde Sie dann gründlich untersuchen, wir werden ein so genanntes „Großes Labor" machen lassen, um Ihre hormonelle und sonstige biochemische Situation festzustellen -- die "Droh- und Frohwerte" und so weiter und so weiter."

„Finde ich gut.", stimmte Gerda zu.

„Wir verbinden das auch gleich, aber nur wenn Sie es wünschen, gnödige Frau mit der Vorsorgeuntersuchung. Ich selbst halte davon nichts - weckt meist nur schlafende Hunde. Aber viele Frauen wollen das und wenn ich Sie nun schon Gynäkologisch untersuche ..."

„Ach ja?.", kam es zögernd von Gerda. „Das machen Sie auch?". Eine leichte Röte überflog ihr Gesicht.

„Aber dganz selbstverständlich. Ich muß doch ein ganzheitliches Bild von Ihnen gewinnen, denn der Mensch ist eine Ganzheit. Und das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Die Zersplitterung der Medizin der in Hals-Nase Ohren- , Kinder-, Haut-, Frauen-, Innere Medizin u.s.w. ist völliger Schwachsinn. Lediglich die Unfallchirurgie und die Zahnmedizin haben als gesonderte Disziplinen eine gewisse isolierte Daseinberechtigung."

Mit einem Mal fühlte sich Gerda etwas unbehaglich.

Bei Untersuchtung hatte sie so an Blutdruck Mesen, Abhören und so was gedacht. Und jetzt sollte sie sich auch noch zwischen die Beine sehen lassen. Da würde Moni bestimmt nicht mitkommen.

Dr. Müller ahnte, was in Gerda vorging.

„Sehen Sie, gnädige Frau, Sie sind eine Frau. Und was Sie zur Frau macht, sind Ihre

Geschlechtsorgane, eingebunden in Ihren ganzen Körper und mit dessen Funktionen verflochten, Ihrem Denken und Fühlen. Wenn ich Ihnen also raten soll, wie sie ihr Leben in seiner Gesmtheit optimal gestalten, kann ich diesenso wesentlich Teil ihres Körpers nicht unbeachtet lassen."

Gerda schwieg zunächst und meinte dann überlegend:

„Das ist allerdings einsichtig.", sah verschämt zu Bodenund fuhr fort: „Monika war noch nie beim Frauenarzt. Ich weiß jetzt nicht, ob die mitkommen würde."

"Nach allen, was Sie von Ihrer Frau Tochter bisher erzählt haben, gnädige Frau, kann ich mir das einerseits gut vorstellen. Sie denkt an die übliche routinemäßige Medizinmühle. Aber ich mache ja hier, wie Sie erkannt haben, etwas ganz anderes. Und wenn Sie Ihrer Tochter das klar machen, wird sie ihre verständlichen anfänglichen Hemmungen leicht überwinden. Doe meisten Frauen haben eine Scheu vor der gynäkologischen Untersuchung.Aber warum schämen sie sich denn, Frauen zu sein und zu haben, was sie zu Frauen macht, und das auch zu zeigen?".

Dr. Müller sah bei diesen Worten ruhig und mit einem freundlichen Gesichtsausdruck und etwas schräg gehaltenem Kopf auf Gerda. Es machte ihm Spaß, von seiner ärztlichen Autorität herab, die unangreifbar war, Frauen wegen einer anerzogenen Verklemmtheit in Verlegenheit zu bringen.

Gerda schaute wieder auf. *Eigentlich hatte er ja recht.*, dachte sie und schämte sich wegen ihrer Schamhaftigkeit.

„Viele Frauen", fuhr er fort, "gehen lieber zum Zahnarzt als zum Gynäkologen. Es würde mich schon interessieren, wie viele Zähne unnötig angebohrt werden, nur um eine Liquidation schreiben zu können. Und das tut weh. Die frauenärztliche Untersuchung dagegen ist meist schmerzfrei.

Und", dabei lächelte er vielsagend, „wenn der Doktor dabei eventuell auch mal erotische Gefühle bekommt, was bei den Patientinnen oft als Schreckgespenst im Hinterkopf herum wirbelt - -- wir sind ja alle Menschen --,so ist das bestimmt keine Schande für eine attraktive und charmante Frau." Beinahe hätte er noch ergänzt: „... wie Sie.", aber das verkniff er sich dann doch.

Dr. Müller dah Gerda schon in Gedanken auf dem Stuhl liegen. *Ob sie rasiert ist?* überlegte er.

*Sicher hat sie prachtvolle Titten, nach dem zu urteilen, was ich gestern im Supermarkt gesehen habe. Und nach zwei Kindern so schlank! Egon! Die mußt du flach legen!"

Gerda war platt über diese Offenheit und mußte schließlich lachen.

„Sie sind von einer entwaffnenden logischen Direktheit, Herr Doktor Müller. Da sind Sie wie meine Tochter."

„Sehen Sie, gnädige Frau, wenn sie ihr das auch so rüber bringen, dann sind wir Mittwoch hier doch zu viert."

Strahlend stand sie auf, um sich zu verabschieden.

*"Sind wir zu viert."*, dachte sie, *Das klingt schon richtig familiär.*

Beim Verlassen des Sprechzimmers fiel ihr Blick durch die halb geöffnete Tür des benachbarten Untersuchungszimmers und zwar direkt auf den grün bezogenen Gynäkologenstuhl, der in der Mitte auf einem runden roten Teppich stand. Ein Schauer durchlief sie, als sie sich vorstellte, bald nackig darauf zu liegen und sich von Dr. Müller im Beisein der Kinder zwischen den gespreizten Beinen in ihre beiden Löcher sehen zu lassen.

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