tagInzest / TabusMutproben 01

Mutproben 01

byplusquamperfekt©

Vorwort:

Diese Geschichte wurde aufgrund ihrer Länge in drei Teile aufgebrochen. Sie enthält unter anderem auch homosexuelle Elemente. Die Geschichte ist bereits fertig geschrieben -- die nächsten Teile werden zeitnah nach Korrektur folgen. Viel Spaß damit.


Eigentlich war es ein ganz normaler Samstagabend. Während viele unserer Altersgenossen auf Partys oder in Kneipen abhingen, waren Jan und ich am zocken. Jan war seit meiner Kindheit mein bester Freund, wir gingen auf dieselbe Schule, aber da er hängengeblieben war, war er eine Klasse unter mir. Ich hatte gerade die dreizehnte begonnen, er hatte es irgendwie in die zwölfte geschafft. Wir waren beide über achtzehn, da wir spät eingeschult worden waren, was mit der Kapazität unserer Dorfschule zu tun gehabt hatte.

Bei Schmidts war ich ein häufiger Gast, fast so etwas wie ein dritter Sohn, denn Jan hatte noch einen zehnjährigen Bruder, der schrecklich nervig war, wenn Jans Eltern in der Nähe waren, ansonsten schüchterte ihn Jan ausreichend ein. Es roch immer sehr eigenartig in Schmidts Haus, ich habe nie herausgefunden, was genau dieser Geruch war, aber da Essen eines der liebsten Hobbies der Familie zu sein schien, stammte er wohl von irgendwelchen Kochabenteuern. Herrn und Frau Schmidt sah man diese Leidenschaft auch überdeutlich an, beide waren fast so breit wie hoch und auch Jan war ein wenig aufgedunsen, obwohl sich das in den letzten beiden Jahren etwas relativiert hatte, nachdem er noch einmal zehn Zentimeter gewachsen war.

Jetzt war er einen halben Kopf größer als ich und hatte eine tiefe männliche Stimme bekommen. Er klang am Telefon genau wie sein Vater, von dem er wohl auch sein Aussehen geerbt hatte. Im Gegensatz zu seinen Eltern war ihm sein Gewicht nicht egal, er hatte ganz schöne Komplexe wegen seines Aussehens gehabt und versuchte nun mit joggen und im Fitness-Studio Gewicht ab- und Selbstvertrauen aufzubauen. Daran mangelte es uns beiden ein wenig; zumindest wenn wir auf andere trafen und insbesondere wenn Frauen ins Spiel kamen.

Die kamen aus diesem Grund so gut wie nie ins Spiel, während unsere Altersgenossen sich mit Eroberungen und Sexabenteuern brüsteten, konnten wir von gar nichts berichten, weil uns nichts dergleichen widerfuhr. Ich trug zu dieser Zeit eine fette Hornbrille, da meine Augen ziemlich schlecht waren, und hielt mich von Mädchen fern. Einmal hatte ich einem Mädchen in meiner Klasse einen Liebesbrief geschrieben und zugesteckt. Sie bürstete mich freundlich, aber bestimmt ab, ersparte mir Gründe und schien niemandem weiter davon zu erzählen. Es war trotzdem mein erster und letzter Versuch.

Jan hatte sich öfter mal zum Seppen gemacht und die Körbe seiner Fettleibigkeit zugeschrieben. Nun war er aber einfach zu verunsichert, um sich noch einmal aus dem Fenster zu lehnen.

„Mir tut meine Hand weh. Lass uns für heute aufhören."

Ich nickte. Irgendwie hatte ich heute auch keinen rechten Bock.

„Meinethalben. Du hast noch gar nichts erzählt, wie war denn nun eure Fahrt nach Regensburg?"

Er war mit seinem Englischkurs nach Regensburg gefahren.

„Langweilig. Wir haben ein Kloster besucht, wo die Mönche Starkbier gebraut haben. Eines davon und wir waren alle besoffen. Ansonsten tote Hose."

Er pausierte eine Weile und starrte nachdenklich auf das Menu des Spieles.

„Na ja ... ich habe ein paar geile Bilder geschossen und ein kleines Video."

Ich schluckte unwillkürlich. Auch das war eine eher neue Entwicklung. Jan hatte im Sommer am Badesee mit seinem Handy heimlich ein paar Mädels beim Umziehen und Sonnen fotografiert und mir die Bilder auch gezeigt; ein paar Titten und ein verschwommener Busch, mehr nicht. Irgendwie passte es zu unserem armseligen Liebesleben, obwohl mir so etwas nie in den Sinn gekommen wär. Klar riskierte ich auch mal ein Auge, wenn sich die Gelegenheit bot, aber so weit wäre ich nie gegangen.

„Aha. Von Jenny?"

Jenny war das Mädel, in das er wohl aktuell ein wenig verliebt war, auch wenn er das nicht zugab. Er schüttelte langsam den Kopf und schaltete die PS3 aus.

„Ich zeig sie dir, ich hab sie auf den Computer übertragen."

Ich folgte ihm an seinen Schreibtisch und gähnte herzhaft. Eigentlich hatte ich nicht einmal mehr Lust, mir seine Spanner-Bilder anzuschauen. Aber nach Hause zu gehen auch noch nicht. Es dauerte Ewigkeiten, bis seine alte Gurke hochfuhr. Er bot mir eine Zigarette an. Im Gegensatz zu mir durfte er in seinem Zimmer rauchen. Ich musste immer auf meinen Balkon. Seine Hand zitterte leicht. Nachdem wir schon halb aufgeraucht hatten konnte er endlich auf den versteckten Ordner navigieren, den er mit einem Passwort gesichert hatte. Alle Achtung, er war richtig vorsichtig.

„Okay, die sind von der Hinfahrt."

Er hatte sich wohl mit zwei Mädchen ein Zugabteil geteilt. Beide trugen kurze Röcke und er hatte es irgendwie geschafft, ein paar „Upskirts" unentdeckt zu fotografieren. Nichts besonders Aufregendes, ein weißer und ein dunkler Slip, aus dem ein paar Schamhaare hervor lugten.

„Der weiße, das ist allerdings schon Jenny."

Aha. Also doch. Jenny sah richtig gut aus, dunkles, lockiges Haar und einen wahnsinnigen Körper. Sie hatte meinem Wissen nach aber einen festen Freund. Auch ohne diesen hätte Jan aber nie eine Chance gehabt.

„Die hier sind von unserem Ausflug nach München, wo wir vormittags am Starnberger See waren."

Oho, da waren auch schon mal Titten zu bewundern. Auch Bikini-Höschen, bei denen sich ziemlich deutlich weibliche Geschlechtsteile abzeichneten. Jetzt zitterte auch meine Hand, als ich nervös abaschte. Und es wurde langsam eng in meiner Hose.

„Nicht schlecht", bemerkte ich.

Jan grinste zustimmend.

„Das Beste zuletzt", meinte er und navigierte auf das Video.

„Das ist von der Wanderung nach der Klosterbesichtigung. Wir waren alle ganz schön strunkelig. Ich war morgens zu spät aus dem Bett gekommen und musste kacken", gab er bekannt. Ich schüttelte mich unwillkürlich. Zu viel Information. Er fuhr gnadenlos fort.

„Ich war schon fertig und wollte gerade aus meinem Busch, als Susanne auftauchte."

Susanne war mir ebenfalls bekannt, weder schön noch hässlich und mir nie besonders aufgefallen, obwohl sie nur ein paar Häuser weiter wohnte. Jan musste ziemlich schnell nach ihrem Eintreffen reagiert und auf Aufnahme gedrückt haben, denn das Video begann damit, wie sie sich in alle Richtungen umschaute, ihm den Rücken zudrehte und mühsam ihre enge Jeans und ein kleines weißes Höschen abstreifte.

Er musste ihr sehr nahe gewesen sein, denn das Zoom an seinem Handy war nicht stark und er hatte es tatsächlich geschafft ihren blanken Hintern in voller Größe aufzuzeichnen. Bei ihrer Bück-Bewegung, um die Jeans weit genug herunterzuziehen, gab es eine kurze Ansicht ihrer gloriosen Spalte, bevor sie sich niederhockte, um zu pinkeln.

Alter Verwalter. Wie geil war das denn?

„Wow", entfuhr es mir.

„Geht noch weiter", kommentierte er grinsend.

Susanne pinkelte, der helle Strahl war recht deutlich zu sehen. Sie wühlte in ihrem kleinen Rucksack und holte ein Taschentuch heraus, um sich abzuwischen. Beim Aufstehen zog sie gleichzeitig an Slip und Jeans und präsentierte so erneut in dieser gebückten Haltung ihr jugendliches Geschlecht, bevor dieses viel zu schnell wieder von schützendem Stoff verdeckt wurde.

Also gut, das war zugegebenermaßen richtig geil.

„Nochmal? Und an den guten Stellen anhalten?" wollte er wissen. Ich nickte einfach. Schade, dass die Bildqualität nicht so gut war. Ich hatte eine Digitalkamera, mit der man auch Videos schießen konnte. Damit hätte er in dieser Situation deutlich mehr anfangen können. Das tat meiner Geilheit aber in diesem Moment keinen Abbruch. Ich hatte einen ganz hübschen Ständer.

„Echt cool. Kopierst du mir das Teil?"

Er grinste breit.

„Klar. Ich konnte danach nicht gleich aus dem Busch, weil ich mir erst einmal einen runterholen musste."

Das war nur zu verständlich. Das würde ich zuhause vermutlich ebenfalls tun.

„Logen."

„Egal, wie oft ich das Teil sehe, ich werde immer noch geil davon."

Dann tat er etwas, was mir für einen Moment den Atem verschlug. Er öffnete seine Hose und holte seinen Schwanz raus.

„Eh, merkst du's noch?"

„Wieso, was ist denn dabei? Du bist doch auch geil, oder? Ich kann uns ein paar Voyeur-Videos anmachen, die ich runtergeladen habe ... dagegen ist das hier gar nichts."

Er wartete nicht einmal mehr meine Zustimmung ab und zauberte ein Strandvideo auf den Bildschirm. Von einem Nacktstrand wohlgemerkt. Hier wurde ellenlang auf exponierte Muschis gehalten, in allerbester Qualität. Hui. So langsam verstand ich sein verschrobenes Hobby. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie er sich langsam an seinem Schwanz spielte und mich herausfordernd ansah. Scheiße, was soll's. Ab davor. Wir hatten keine Geheimnisse voreinander, teilten alles, also warum denn nicht auch das. Ich öffnete ebenfalls meine Hose und tat es ihm gleich. Seine Eltern kamen nie in sein Zimmer, die Türe war geschlossen, also gab es keinen Grund zur Beunruhigung. Dachte ich zumindest.

Beunruhigt wurde ich dann nämlich schon, als er nach einigen Minuten einträchtigen Zupfens an unseren jeweils eigenen Freudenspendern, sich plötzlich für berufen hielt, mir zur Hand zu gehen. Es war das erste Mal, dass sich irgendjemand außer mir damit beschäftigte und dementsprechend geil war es dann auch. Nach kurzem Zögern wollte ich mich für die empfangenen Wohltaten revanchieren und griff auch bei ihm herzhaft zu.

Sein Schwanz war marginal länger als meiner, aber deutlich dünner und hatte erstaunlich viel Vorhaut, wie ein kleiner Zipfel, was irgendwie eigenartig aussah. Ich gestehe, ich sah immer weniger auf den Bildschirm, mehr und mehr auf mein von kundiger Hand verwöhntes bestes Stück und sein Gerät, mit dem auch ich mir viel Mühe gab. Wir ließen uns Zeit, das war kein Spurt zum Höhepunkt. Jede Minute wurde es unerträglicher und abgefahrener. Ich sah ihm oft ins Gesicht, um seine Reaktionen abzulesen, hielt mich im Grunde aber an mein eigenes, vertrautes Muster, wenn es nicht schnell gehen sollte.

Sein Griff und seine Herangehensweise waren etwas anders, aber sehr einfühlsam und irrsinnig geil.

„Ich komme gleich ...", vermeldete er nach vielleicht zehn Minuten. Das ging mir zwar ähnlich, aber ich fokussierte meine Aufmerksamkeit jetzt nur auf ihn und drehte meine Hand so, dass ich das austretende Sperma mit ihr abfangen würde, zupfte gleichzeitig etwas wilder. Es blieb bei dem Vorsatz, seine Ladung aufzufangen, den er spritze in wilden Schüben an meiner Handfläche vorbei auf die ausziehbare Keyboardfläche seines Schreibtischs.

„Shit ...", bemerkte ich und sah mich suchend nach etwas zum Abwischen um, aber er schüttelte mit dem Kopf, murmelte „egal" und ging bei mir jetzt richtig zur Sache. Der Erfolg dieser Aktion klatschte kurze Zeit später gegen meine diesmal ideal positionierte Hand, tropfte aber zum Teil auf den Boden, bevor ich sie drehen konnte. Er versorgte uns mit Taschentüchern, um die Spuren unserer homoerotischen Begegnung flugs zu beseitigen.

Ich beeilte mich, meinen Schwanz wieder zu verstauen, er ließ sich deutlich mehr Zeit. Wir grinsten uns beide an, aber ich spürte deutlich, dass auch ihm nicht so ganz klar war, ob das, was wir gerade getan hatten, so in Ordnung war. Immerhin waren wir ja nicht schwul. Wir waren geile Teenager, mehr nicht. Das war kein Sex, das war gegenseitiger Service. Gedanken dieser Art schwirrten durch meinen Kopf.

Er reinigte letzte Tropfen von seinem Keyboard, sah mich etwas verunsichert an und räusperte sich.

„Ehm ... was soll ich dir denn jetzt kopieren?"

„Hm ... weiß nicht, irgendwas halt ... aber auf jeden Fall auch das Teil von Susanne ... was wir gerade gesehen haben war auch gut."

„Ich hab auch eins, wo Leute beim Sex am Strand gefilmt wurden. Erst spielt er ihr an der Muschi, dann bläst sie ihm einen."

„Oh ... okay, ja ... das dann auch bitte."

Ich nahm die angebotene Zigarette und rauchte schweigend, während er mir eine DVD zusammenstellte.

„Mehr geht nicht drauf. Ich hab mittlerweile eine ganz hübsche Sammlung."

„Cool. Wenn du ... in besserer Qualität ... mein Fotoapparat ist ja recht klein und kurze Videos kann man damit auch schießen. Ich leih ihn dir gern."

„Jo, ich komm drauf zurück ... willst du es nicht selber mal probieren?"

Ich schüttelte den Kopf.

„Nee, das würd ich nicht bringen ... ich hätte viel zu viel Schiss erwischt zu werden ... außerdem, wo denn hier? Am See liegen doch höchstens mal ein paar oben ohne rum."

So schnell, wie sein Vorschlag kam, musste er sich vorher Gedanken darüber gemacht haben.

„Und deine Schwester?"

Ich sah ihn ungläubig an.

„Häh? Spinnst du? Die Alte hat voll die Macke ... außerdem ist sie meine Schwester ..."

Meine Schwester Melanie war drei Jahre älter als ich und hatte mich meine gesamte Kindheit durch gequält und rumkommandiert. Erst in den letzten zwei Jahren hatte sie mich weitestgehend in Ruhe gelassen. Wir gingen uns größtenteils aus dem Weg, aber dumme Sprüche kriegte ich noch immer mit schöner Regelmäßigkeit von ihr.

„Na und? Sie sieht absolut geil aus und ihr teilt euch doch den Balkon ..."

Das stimmte natürlich, auch was ihr Aussehen anbelangte. Wir waren exakt gleich groß, nämlich einen Meter fünfundsiebzig und sie hatte einen sagenhaften Körper, was damit zusammenhing, dass sie ein Ernährungsfreak war, zudem auch zweimal wöchentlich trainierte. Sie spielte in einer Mannschaft der dritten Liga Handball, zugegebenermaßen auch noch richtig gut, war eine der besten Kreisläuferinnen der Region. Ich hatte bis zur B-Jugend ebenfalls gespielt, dann aber die Lust verloren, weil unsere Mannschaft immer nur auf die Mütze bekommen hatte.

„Ja, klar, aber nee ... das würde ich nie bringen."

Gleichzeitig fiel mir aber schon ein, dass sie jetzt in dem warmen Wetter nach dem Training in unsere kleine Dusche im oberen Teil des Hauses huschte und dann tropfnass mit einem Handtuch bekleidet in ihr Zimmer ging, um sich dort abzutrocknen und anzuziehen. Das hatte den simplen Grund, dass es in dem winzigen Badezimmer unterm Dach beim Duschen so heiß und feucht wurde, dass man darin kaum trocken wurde. Ich machte das nicht anders.

„Und wenn ich dir dafür eine Belohnung verspreche?"

Hm? Was ging denn jetzt ab?

„Wovon redest du?"

Er wurde rot und starrte vor sich hin, zögerte eine Weile und fuhr dann mit zittriger Stimme fort.

„Wenn du es machst ... dann ... blase ich dir einen. Bis du kommst."

Hoppala. Das Blut rauschte in meinen Ohren. Nun wurde es langsam surreal. Nee, das ging doch wohl gar nicht. Okay, wichsen war okay, ich hatte am Rande mitbekommen, dass wir da nicht die ersten waren, die sich gegenseitig Abhilfe verschafften. Blasen, das war dann ja schon richtig Sex. Richtig Sex ... wie das wohl wäre? Mein Schwanz in einem Mund ... verflucht, jetzt wurde ich bei dem Gedanken auch noch richtig geil. Was war denn jetzt los?

„Machst du Witze?" versuchte ich uns beiden eine Rückzugsmöglichkeit zu schaffen.

Er schüttelte langsam den Kopf.

„Nee, ich mein das ernst. Und ich bring das auch ... du kannst mich beim Wort nehmen. Wenn du mir ein geiles Video von ihr bringst, heißt das."

„Ich versteh dich nicht, warum denn diese Kackbratze? Du weißt doch, wie sie drauf ist! Hast du dich in sie verguckt?" quizzte ich ihn, auch um mich selber von den Gedanken an einen möglichen Blow-Job abzulenken.

„Irgendwie schon ... rein optisch, verstehst du? Das musst du doch zugeben, sie sieht fantastisch aus."

„Ja, schon ... aber ... nee, ich glaub, ich würd das nicht bringen ... wenn die mich erwischt ..."

„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie geil das ist ... der Adrenalin-Schub und das alles ..."

„Das mag ja alles sein ... aber ... nee ... wirklich ... nee."

„Denk doch in Ruhe drüber nach. Und wenn sich die Gelegenheit mal bietet ... denk an die Belohnung."

Das Denken daran wollte ich eigentlich tunlichst vermeiden, denn auch bei diesem Gedanken war mir nicht wohl.

„Wie dem auch sei ... ich will denn auch so langsam nach Hause."

Er nickte und reichte mir die gerade fertig gewordene DVD.

„Viel Spaß damit."

Den würde ich sicher haben. Ziemlich verwirrt und immer noch eigenartig erregt ging ich einige Minuten später nach Haus.

***

Mittwoch. Zweiunddreißig Grad. Meine Mutter klapperte in der Küche mit Töpfen, bereitete das Abendessen vor. Meine Eltern waren seit drei Jahren geschieden. Mein Vater hatte eine Affäre mit einer Kollegin angefangen und ihre Ehe war daran zerbrochen. Mittlerweile hatte er eine neue Freundin, die er uns auch vorgestellt hatte. Sie war fünfundzwanzig und dumm wie Brot. Gott sei Dank sahen wir ihn und sie so gut wie nie.

Das Motorengeräusch vor dem Haus kündigte Melanies Ankunft an. Sie kam vom Handballtraining. Bis zu diesem Tag hatte ich nicht ernsthaft an Jans Angebot gedacht. Ich hatte mir zu den Videos und Bildern auf der DVD zwar einige Male munter einen runtergeholt, aber den Gedanken, selbst wie vorgeschlagen zu spannen, vermieden.

Am Vorabend war ich Melanie aneinandergeraten, weil sie die ganzen Kirschen, die für alle gedacht waren, weggefressen hatte. Oh, wie ich sie hasste. Ich hörte, wie sie meine Mutter in der Küche begrüßte und schon auf der Treppe noch „ich beeil mich und spring noch schnell unter die Dusche" rief. Ein komischer Gedanke kam mir in den Kopf:

‚Wenn du Kirschen nicht teilen willst, dann teilst du halt den Anblick deiner Pflaume.'

Ich kicherte innerlich bei diesem albernen Gedanken. Ich hatte den Apparat letztes Jahr zu Weihnachten von ihr bekommen. Ein typisches Melanie-Geschenk. Ich hatte nie weder Interesse noch Freude an der Fotographie bekundet. War wahrscheinlich irgendwo im Angebot gewesen. Mein Herzschlag beschleunigte sich, als ich, mit einer Alibi-Zigarette bewaffnet, auf den Balkon trat. Das Klappen ihrer Türe zeugte davon, dass sie bereits zum Badezimmer unterwegs war. Ihre Balkontür war auf Kipp, die Jalousien aufgezogen.

Ich sah ihre Sporttasche und Turnschuhe auf dem Boden liegen. Wie konnte ich mich postieren, dass sie mich nicht sah? Verdammt, das hätte ich alles vorher ausbaldowern sollen, als sie noch beim Training war. Jetzt wurde die Zeit knapp, sie verbrachte dankenswerterweise nie viel Zeit unter der Dusche, einer ihrer wenigen Vorzüge.

Der Blumenkasten am Balkon, natürlich. Wenn ich den Apparat ... nein, das war zu niedrig. In fieberhafter Eile sah ich mich nach etwas zum Unterlegen um und fand einen kleinen Topf. So, das müsste auch vom Winkel stimmen. Aber der Apparat war eigentlich viel zu sichtbar ... egal, ich hatte keine Zeit mehr und sie würde es sicher auch eilig haben zum Essen zu kommen. Mit zitternden Fingern drückte ich den Auslöseknopf und floh in mein Zimmer.

Keine Sekunde zu früh, denn ich hörte das charakteristische Umschließen der Badzimmertür.

„Kommt essen Kinder."

„Komme gleich", antwortete meine Schwester beim Betreten ihres Zimmers. Ich wartete schweigend und in atemloser Spannung darauf, dass sie die Treppe runter lief. Das tat sie dann auch ziemlich schnell. Ich atmete auf.

„Stephan, wo bleibst du denn? Das Essen steht auf dem Tisch!" schallte es aus dem Erdgeschoss. Da war ich schon auf dem Balkon und sicherte meinen Fotoapparat. Sie hatte ihn nicht entdeckt. Ich schaltete ihn schnell ab, versteckte ihn unter meinem Deckbett und rannte zu den beiden wartenden Frauen. Es gab Omelette mit Champignons, Melanies Leibgericht.

Meine Mutter sah müde und abgekämpft aus. Sie hatte bei diesen Temperaturen immer Probleme mit ihrem Kreislauf und die ewige Schichterei im Altenheim machte sie gerade noch zusätzlich fertig.

„Bist du okay, Mama? Du siehst krank aus."

„Ja, mein Kreislauf spinnt wieder ... kein Wunder bei der Hitze. Ich weiß gar nicht, wie ich am Tage schlafen soll ... habe ich das euch schon erzählt? Ich hab morgen frei und muss Freitag dann in die Nachtwache, weil Bärbel schon wieder krank ist."

Report Story

byplusquamperfekt© 53 comments/ 196372 views/ 48 favorites

Share the love

Report a Bug

Weiter
7 Pages:123

Forgot your password?

Please wait

Change picture

Your current user avatar, all sizes:

Default size User Picture  Medium size User Picture  Small size User Picture  Tiny size User Picture

You have a new user avatar waiting for moderation.

Select new user avatar:

   Cancel