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Noriko Teil 03

byAndy43©

Liebe Leser/Innen.

Auf vielfachen Wunsch stelle ich hiermit einen weiteren Teil von "Noriko" ein.

Mir ist bewusst, das weitere Kapitel von "Noriko" ist recht umfangreich.

Aber ich hege die Hoffnung, der 3. Teil möge dem Leser reichich Spannung und Erotik bieten, um ihn bis zum Ende lesen zu wollen.

Kommentare zum Text, wie er auf Euch wirkt, was gefällt, oder was eher nicht, sind erwünscht.

Liebe Grüße.

Andy

Noriko (Roman)

© by Andy43

Licht und Schatten


Es war kurz vor Mitternacht. Noriko verließ mit Dan das Gebäude auf dem gleichen Wege, den sie bei ihrer Ankunft genommen hatten. Der Nieselregen hatte sich in einen Monsun verwandelt. Dan winkte ein Taxi heran.

Sie saßen schweigend nebeneinander und schauten aus den Seitenscheiben.

Gedankenfetzen schossen Dan durch den Kopf. Szenen aus dem Theaterstück, die befremdliche Atmosphäre, der General, die Prinzessin, die junge Frau auf dem roten Kissen, Norikos Anmerkungen zu einzelnen Szenen, dessen Sinngehalt sich ihm nicht erschlossen. In ihm keimten viele Fragen auf. Nicht zuletzt die Frage nach Norikos Verbindungen zu dieser mysteriösen, hochrangigen Gesellschaft.

Dan wandte sich ihr zu. Er hob an, etwas zu sagen.

»Nicht jetzt«, meinte Noriko. »Warte bitte, bis wir bei mir sind.«

Dan ließ den bisherigen Verlauf des Abends erst einmal sacken, versuchte einen normalen Gefühlslevel zu erreichen. Ihn konnte so schnell nichts aus der Ruhe bringen, aber jene Eindrücke im Theater zehrten an ihm.

Sie erreichten den Wohnblock, in dem Noriko ihr Apartment hatte.

Noriko öffente die Wohnungstür.

Noriko legte an der Garderobe ab, ging auf direktem Wege ins Schlafzimmer, holte ihre Nachtwäsche und betrat das Bad.

Sie hatte ihm das Gästezimmer zugewiesen, wohl aus Rücksicht und nicht zuletzt aus Vorsicht. Nicht nur, dass sie einen emotional aufgebrachten Dan erwartete, der ihr Vorwürfe machen könnte. Sie fürchtete sich vor einer allzu raschen Reaktion, wollte ihm die Möglichkeit geben, alleine zu sein, um mit den ungewohnten Umständen ihres nächtlichen Theaterbesuches zurechtzukommen. Sie wusste, dass er sie liebt, aber sie fühlte sich unsicher. Er fragte sich, ob er es verstehen, Noriko jemals verstehen könnte. Er kannte die Hintergründe nicht, ihre Motivation, wusste nichts von dem, was andere in ihr sahen, was sie verkörperte, wenn sie im Theater auftrat oder bei privaten Treffen in kleinerem Rahmen. Sie wollte ihm Zeit geben.

Dan setzte sich auf sein Bett und strich sich gedankenverloren durchs Haar.

Nach einer Weile stand Noriko in der Tür. Sie trug einen schneeweißen Pyjama, über den ihr langes, schwarzes Haar wie ein Schleier fiel. Er schaute sie an. Sie ist faszinierend und so rätselhaft, dachte Dan.

»Du kannst jetzt ins Bad, Dan«, sagte sie leise und ließ ihn wieder mit sich allein.

Dan griff seinen Pyjama, machte sich im Bad für die Nacht zurecht, legte die Zahnbürste beiseite und stützte sich auf den Waschtisch. Er blickte in den Spiegel und erinnerte den abend, an dem Noriko in seinem Hotelzimmer am Fenster stand. Er wollte nicht mehr alleine sein. Er wollte mit seinem Leben an irgendeinem Ort einen festen Halt finden, sich zu Hause fühlen. Das alles wünschte er sich zutiefst, und er fühlte sich mit Noriko angekommen. Dieses Gefühl wollte er sich nicht nehmen lassen. Dan fasste den Entschluss, um Noriko zu kämpfen, egal was passierte, dabei ans Licht käme.

Es war ihm nur ein Gefühl, aber er beschloss, sich dieses Mal von seinen Gefühlen leiten zu lassen. Selbst auf die Gefahr hin, dass er mit seiner tiefen Liebe für Noriko scheitern könnte.

›Wenn es so ist, ist es so‹, hatte Lee ihm gesagt. Es klingt so einfach, Lee, so einfach, dachte Dan. Aber wie funktioniert das?

»Na schön, warten wir es ab, Dan«, murmelte er Richtung seines Spiegelbildes.

Er begab sich auf den Weg zum Gästezimmer.

Norikos Schlafzimmertür stand offen. Dan hielt inne, besann sich und schaute schließlich zu ihr hinein. Noriko saß vor einem Frisiertisch, betrachtete sich im Spiegel, während sie mit bedächtiger Handbewegung ihr Haar kämmte.

Im Spiegel sah sie Dan im Türrahmen stehen, legte ihre Hände langsam in den Schoß, drehte ihm das Gesicht zu und schaute ihn an.

»Es ist schon spät«, meinte sie.

»Aber nie zu spät, wir haben Zeit«, erwiderte er.

»Komm bitte in zehn Minuten«, meinte Noriko.

Dan ging in sein Zimmer, legte sich aufs Bett, nahm sein Handheld vom Nachttisch und klickte suchend durch seinen Terminkalender. Er suchte nicht wirklich. Es war ihm eine Ablenkung. Ein tägliches Ritual, das ihn in die Banalität seines Alltages zurückholen sollte. Auf einen Weg, den er kannte. Es gelang ihm nicht.

Der letzte, grün hinterlegte Eintrag lautete: Noriko, Osaka. Yin+Yang?

Der Eintrag stand direkt hinter Bootstour mit Lee.

Grün stand für privat. Die meisten Termine waren rot hinterlegt. Rot stand für geschäftlich. Fast jeder Tag, bis zum Gestrigen. Dan überkam Scheu, sich entscheiden zu müssen. Für eine Farbe, für die nächste Woche mit Noriko. Für die Zeit danach stand sie schon fest. Rot.

Sein Handheld schien keine passende Farbe dafür bereitzuhalten. Vielleicht wird es ein neutrales Weiß. Rot steht für die Liebe, dachte Dan, und erschrak innerlich. Was ist mir wichtig im Leben. Dan warf sein Handheld missmutig aufs Bett.

Noriko ... resümierte er, sie ist mir wichtig. Nicht morgen, sondern jetzt.

Dan stand auf, ging zurück zu ihr. Sie lag bereits im Bett. Eine kleine Nachttischlampe spendete ein wenig Licht. Nur ihr Kopf ragte unter der Bettdecke hervor. Sie lag auf der Seite und schaute Dan mit ihren dunklen Augen an.

Dan legte sich neben sie. Sie hob die Bettdecke an, und lud Dan ein, sich zu ihr zu legen.

»Ich werde nicht mit dir schlafen, nicht jetzt«, meinte sie leise.

»Ich weiß«, erwiderte Dan. »

Er schaute in ihre dunklen Augen, die ihn abwartend fixierten.

»Was ist das für ein Theater«, fragte er schließlich.

»Ein Privates, dort finden gewöhnlich musikalische Aufführungen statt, klassische Theaterstücke für ein allgemeines Publikum. Was du heute sahst, ist nur für handverlesene, besondere Kreise arrangiert. Ich spiele in solchen Aufführungen je nach Thema unterschiedliche Rollen.«

»Wem gehört dieses Theater.«

»Einer einflussreichen Persönlichkeit, hinter dem ein Konsortium steht.«

»Verstehe. Warum solche Aufführungen«, fragte Dan.

»Es wirkt in seiner Art gewöhnlich, andererseits ist es ein demonstratives, zentrales Instrument«, erwiderte Noriko.

»Ein Instrument? Wofür? Erkläre es mir der Reihe nach.«

»Es liegt an unserer Gesellschaft, an unserer Geschichte, unserer Religion. Es ist für Europäer schwer zu verstehen. Hast du dir einmal Gedanken gemacht, warum am Flughafenzoll unter anderem nach Lektüre und Filmen gefragt wird. Sie suchen dabei nach europäischem, unzensiert pornografischem Material. Pornografie ist in Japan verboten. Du wirst in japanischen Pornofilmen, die du im Internet findest, selten eindeutige Szenen finden, sie sind unkenntlich gemacht, nicht einmal ein Schamhaar darf gezeigt werden. Wundert dich das nicht? Wir gehören doch zu den modernsten Gesellschaften auf der Welt. Es gibt bei uns nichts, was es andernorts nicht auch gibt. Was aber die Offenheit und der Umgang mit Sex und Sexualität angeht, haben wir eigene Vorstellungen von dem, was man zeigen darf und was nicht. Ist dir das noch nicht aufgefallen? Erinnerst du dich an die Bilder und Filme, die ich dir vor wenigen Wochen gezeigt habe?«

»Ja, sie waren unkenntlich gemacht.«

»Es gibt strenge Gesetzte, auch wenn sie nicht immer in aller Schärfe angewendet werden. Es gibt dennoch Orte, an denen Sexualität offen gezeigt wird, so wie bei euch. Jenes Theater ist ein solcher Ort, allerdings ein sehr elitärer, zu dem nur ausgesuchtem Publikum Zugang gewährt wird. Leuten, die dem Besitzer in ihrer gesellschaftlichen Funktion sehr nahe stehen, geschäftlich, wie privat wichtig sind. Niemand redet darüber. Es ist ein absolutes Tabu, es auch nur ansatzweise zu erwähnen. Das ist die banale Seite.

Aber dieses Theater ist auch Ausdruck von Macht. Dadurch, dass jenen ausgesuchten Zuschauern ermöglicht wird, an diesen und anderen Veranstaltungen teilzunehmen, übt man Einfluss auf sie aus. Es ist einem jeden, der ins Theater kommt bewusst. Aber sie akzeptieren es für sich, wollen es sogar, reißen sich darum. Einer solchen Einladung fernzubleiben, würde zudem den Gastgeber entehren. Sie sind wie eine Familie. Eine verschworene Gemeinschaft, denen es um ihre ganz eigenen Interessen geht. Das hält sie zusammen. Es geht um mehr, als nur um Sex. In diesem Zusammenhang wird eine solche Veranstaltung zu einem besonderen Teil ihres elitären Lebens. Es ist viel mehr als ein großes Haus zu besitzen, ein Flugzeug, teuren Champagner zu trinken. Verstehst du, was ich dir sagen will? Es ist eine besondere Würdigung dazuzugehören, sich vom Gewöhnlichen zu unterscheiden. Sie haben Macht und Einfluss, genießen es, dies zu ihrem Vorteil nutzen zu können. Sie sehen sich über dem Gesetz. Ich bin nur ein kleiner Teil dieses Ganzen.«

»Ich habe beobachtete, wie einige dich erkannten und sich geradezu ehrfürchtig vor dir verneigten«, entgegnete Dan.

Noriko hielt inne.

»Ich bin für sie ein Idol, eine Ikone«, flüsterte sie. »Ich verkörpere für diese Leute ein dämonisches Begehren, stehe für eine geschichtlich bedingte Tradition, einem erotischen Verlangen, das im Verborgenen dieses Theaters in vielerlei Form und Gestalt inszeniert und ausgelebt wird. Ich bin für sie wie eine Göttin und doch nur eine Sklavin. Es ist schwer für dich zu verstehen, Dan, ich weiß das.«

Dan hörte ihr aufmerksam zu.

»Was meinst du mit ›verborgen‹.«

»Ich bin wie ein lebendiges Kultbild für diese Gesellschaft. Ich verkörpere ihre erotische Begierden, die sie an und mit mir ausleben können, sofern man es ihnen gestattet. Man kennt mich so nur in ihren Kreisen, ihrer Szene. Es ist nicht öffentlich, das unterscheidet mich von anderen Idolen, verstehst du. Mit Szene meine ich auch jenen Ort, das Theater, die Stücke, in denen ich auftrete. Es sind lebendige Bilder, keine hölzernen ›Shunga‹. Ich soll ihnen sein, was auch immer sie in mir sehen. Das ist meine Aufgabe, meine Bestimmung.

»Du erwähntest es, die kleinen Holzbilder, im Flur«, sinnierte Dan leise.

»Sie wurden per Gesetz verboten, Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts«, fuhr Noriko fort. »Ihre Herstellung, Verbreitung und der Handel wurden unter Strafe gestellt. Erst Mitte der Neunziger Jahre wurde das Gesetz gelockert und es war wieder erlaubt, sie zu sammeln, sie auszustellen, jedoch unter strickten Auflagen. Sie gelten als obszön. Aufgrund dieser Gesetze war es auch nicht erlaubt, Geschlechtsteile oder gar Schamhaare detailliert zu zeigen.«

Dan schaute Noriko erstaunt an.

»Was noch, sag es mir«, meinte Dan leise. Er ahnte, das es nur ein Teil der Wahrheit war.

Noriko schaute Dan forschend an.

»Ich habe grundsätzlich kein Problem mit dem, was ich im Theater mache. Wie du weißt, mag ich Sex, gewisse Praktiken. Aber es ist jetzt anders, deinetwegen, Dan. Ich habe noch mit keinem darüber gesprochen und erst recht nicht mit jemandem aus dem westlichen Ausland, verstehst du. Selbst mein Vater weiß es nicht. Es wäre eine Schande für ihn. Ich entehre ihn. Dir das alles zu erzählen, ist ein gefährlicher Tabubruch. Ich lebe ein Leben, das Europäern völlig fremd ist. Ich bin keine Hure, Dan. Nicht so eine Frau, wie du sie aus Europa kennst.«

»Sag es mir, bitte, sag mir, was du denkst, was in dir vorgeht, sobald du mich ansiehst«, flüsterte Dan und schaute Noriko auffordernd an.

Noriko schaute Dan eine Weile an.

»Einen Mann, der es verstehen könnte, dem ich vertraue, ihn Liebe«, flüsterte sie schließlich, »aber ich habe auch Angst davor.«

Dan strich mit der Hand über ihr Gesicht.

»Ich bin hin und wieder ein außergewöhnliches Geschenk, eine besondere Aufmerksamkeit, ein Präsent aus den Händen der Anderen«, flüsterte Noriko«, ich gehöre ihnen.«

Dan schaute sie nachdenklich an.

›Es ist nicht für die Anderen, es ist wegen der Anderen‹, hatte Noriko ihm einmal gesagt. Er erinnerte sich genau. Wie hätte er jenen Tag auch vergessen können. Er wurde nervös bei der Erinnerung daran. Es war nur eine Aufführung, damals wie heute. Doch mit umgekehrten Vorzeichen. Dan verstand allmählich. Sie hatte sich damals in ihn verliebt, obwohl sie nur eine Rolle spielte. Schon zu jenem Zeitpunkt, in der Tiefgarage, wo sie jene Worte zu ihm sagte, nachdem sie vor seinen Augen masturbiert hatte. In einem öffentlichen Raum, ›für‹ ihn und ›wegen‹ der Anderen. Allerdings wurde die ganze Angelegenheit für sie nun zum Problem. Einer Rolle gerecht zu werden, die man ihr aufgetragen hatte und der Tatsache, dass sie diese Rolle Dan gegenüber nicht mehr spielen wollte, ihr nicht mehr gerecht werden konnte und doch so tun musste. Sie machte den Anderen nunmehr etwas vor. Noriko beging Verrat. Das war unverzeihlich. Sie musste ihrer Rolle gerecht werden, das erwarteten sie von ihr, doch musste sie diese ablegen, um sich selbst und Dan gerecht zu werden, wollte sie sich und ihre Liebe zu Dan nicht verraten. Eine ernste, ja, gefährliche Situation, aus der sie nicht heraus konnte. Es ging um Ehre, Respekt und um ihre aufrichtige Liebe zu Dan. Alles das, stand für sie nun auf dem Spiel. Sie fürchtete alles zu verlieren, was sie besaß, am Ende sich selbst. Dan fielen Lee's Ausführungen ein. Wenn Lee alles verlöre, bliebe immer noch etwas übrig. Er selbst. Er wäre immer noch derselbe. Das ist es. Nur in Norikos Fall, wäre sie vor sich selbst verloren. Sie kämpft um ihr Herz, um ihre Liebe zu mir.

»Ich verstehe es«, antwortete Dan.

»Einerseits habe ich die freie Wahl es zu tun, andererseits erweise ich Respekt und man respektiert mich. Ich habe kein Problem damit, es macht mir Spaß, das zu sein, was ich für sie darstelle, obwohl ich weiß, das man mich manchmal für etwas benutzt, mich opfert. Es ist nicht wegen des Geldes. Es spielt für mich dabei keine Rolle.«

Eine Weile schwiegen sie.

Wer sind die ›Anderen‹, was hat es mit diesem Konsortium auf sich?, fragte sich Dan. Welche Macht üben sie aus, was macht sie eventuell gefährlich? Ich werde Noriko nicht aufgeben, egal, wer oder was sich uns in den Weg stellt.

Dan hätte noch viele Fragen stellen wollen, hielt sich aber zurück. Er wollte Noriko nicht bedrängen und ihr Zeit geben.

»Ich will nicht alleine schlafen, aber, ich überlasse es dir«, meinte Dan schließlich. »Es ist ja dein Bett.«

Noriko schmunzelte.

»Bleib bei mir, ich bin nicht gern allein.«

Noriko drehte sich um, machte die Nachttischlampe aus und kuschelte sich an ihn.

Dan nahm sie liebevoll in den Arm. »Wir sind nicht mehr allein, Noriko.«*

*


Dan war schon eine Weile wach, lag auf der Seite, den Kopf auf eine Hand gestützt und betrachtete Norikos Gesicht. Hin und wieder strich er sanft mit den Fingerspitzen über ihre Wange.

»Du bist so wunderschön, mein Engel«, flüsterte er.

Noriko regte sich nach einer Weile, gähnte und legte ein feines Lächeln auf.

»Engel, was ist ein Engel?«, hauchte sie mit geschlossenen Augen.

»Du bist ja schon wach?«

»Schon lange.«

Dan schmunzelte.

»Hast du es genossen?«

»Ja, sehr, es ist so schön, deine zärtliche Liebe zu fühlen. Sag mir, was ist ein Engel?«, wiederholte sie, öffnete die Augen und schaute ihn an.

»Ein unsichtbarer, treuer Beschützer. Jeder Mensch hat einen Engel, der ihn ein Leben lang begleitet, ihm beisteht. So sagt es unsere Religion. Ein Engel gibt dir das Gefühl, nicht alleine zu sein.«

»Unsichtbar?« Noriko lächelte, schmiegte wohlig ihren Körper an Dan und gab ihm einen zärtlichen Kuss.

»Nein, jetzt nicht mehr«, flüsterte Dan, lachte leise auf und drückte sie fest an sich.

»Ich werde dich beschützen, Dan, so gut ich kann. Und ich weiß, dass du auf mich achtgeben wirst«, flüsterte Noriko.

Eine Weile lagen sie eng umschlungen beieinander. Noriko hob schließlich ihren Kopf und schaute ihn an.

»Schlafe mit mir, Dan, ich will ein Teil von dir sein.«

Dan schaute in ihre dunklen Augen und strich ihr sanft ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht.

Noriko richtete sich langsam auf, kniete sich neben ihn, ließ sich anmutig auf ihre Beine nieder und legte ihre Hände flach auf ihre Oberschenkel. Sie saß dort wie eine Geisha bei einer Teezeremonie.

Dan ließ seinen Blick über ihr zartes Gesicht wandern, ihr pechschwarzes Haar, den blassen Teint ihres Körpers.

Zaghaft begann Noriko die Knöpfe ihres seidenen Pyjamas zu öffnen und lies das Oberteil langsam über ihren Rücken hinab gleiten.

Dan richtete sich auf, legte eine Hand an ihre Wange, küsste sie zärtlich und schaute in ihre Augen. Noriko legte einen Zeigefinger an ihre Lippen, als Dan anhob, etwas zu sagen.

Sie legte ihre Hände zurück auf ihre Oberschenkel und schloss die Augen.

Dan betrachtete ihren Oberkörper, ließ seine Hand seinem Blick folgen. Er berührte ihren Hals, fühlte an ihrer schmalen Schulter entlang, über den Ansatz ihrer Brust und liebkoste mit den Fingerkuppen zärtlich die festen Nippel, die sich seiner Berührung entgegen reckten.

Noriko öffnete ihre Augen, schaute ihn an, erhob sich, entblößte sich nun vollends und legte sich neben ihn.

Dan entkleidete sich, kam zu ihr, schloss sie in seine Arme und gab ihr einen innigen Kuss. Er fühlte, wie Noriko ihre Beine langsam auseinander legte. Er löste sich von ihrem Mund und schaute sie an. Dan konnte sich nicht an einen solchen Moment in seinem Leben erinnern. An ein derart tiefes Gefühl von Zuneigung und Liebe, das er sich herbeisehnte, sobald er mit einer Frau schlief, mit der er sich einen gemeinsamen Lebensweg erhoffte. Er suchte danach, es wieder und wieder zu fühlen. Doch es war Noriko, jene geheimnisvolle Frau, die ihm zum ersten Mal jenes Gefühl und die Einsicht vermittelte, endlich gefunden zu haben, wonach er auf der Suche war.

»Liebe mich, wie ich dich liebe. Lasse mich meine Liebe spüren«, hauchte Noriko, nahm ihre Beine weiter auseinander, schaute ihm wie berauscht in die Augen und legte ihre Arme um seine Schultern.

Sie stöhnte fast unmerklich, als Dan sanft in sie eindrang. Eine Träne lief ihr aus einem Augenwinkel. Sie lächelte zart, hauchte leise auf. Er fühlte ihre schlanken Finger, die sanft durch sein Haar glitten. Ihr Oberkörper reckte sich ihm entgegen, als Dan sie zaghaft zu penetrieren begann.

Dan war wie elektrisiert. Er schaute sie entgeistert an, hielt immer wieder inne und genoss den Augenblick, sich mit ihr zu verbinden.

Noriko legte ihre Hände an Dans Gesäß und zog ihn in jenem Moment so fest sie konnte zu sich heran. Es war ihm nicht, als erkennte er eine andere Noriko, die sich ihm hingab. Dan erfuhr sich selbst in einer Weise, von der er annahm, diese Bedeutung längst verloren zu haben. Diese Frau erinnerte ihn daran, brachte es in ihm wieder hervor. Es war das tiefe Gefühl, mit Leben erfüllt zu sein. Und er wollte sein Leben, sein Schicksal mit ihrem verknüpfen, egal, was die Zukunft für sie bereithalten mochte. Sie wussten beide, dass es von nun an keinen anderen Weg geben würde, es keine denkbare Alternative gäbe, und ihre sich kreuzenden Wege in eine gemeinsame Richtung führen sollte, dachte er für einen Augenblick. Sich in jenem Moment mit Noriko zu vereinen, fühlte er in seinem Innern, hielt eine weitere Dimension dieser Liebe bereit. Der Gedanke an dieser Möglichkeit schien ihm nicht abwegig.

Noriko zitterte wie in einem Fieber, während Dan sie sanft penetrierte. Sie betrachtete sein Gesicht, suchte in seinen Augen, in denen sie tiefe Liebe erkannte, eine Innigkeit, die sie ebenso für ihn empfand.

Sie flüstert einige Worte auf Japanisch, die sich bald zu einem Stakkato steigerten und ihren Höhepunkt begleiteten. Sie keuchte Dans Namen, zog sich an seinen Schultern hoch und küsste ihn. Dan stöhnte leise auf. Sie legte ihre Hände an seine Hüften, zog ihn fest zu sich heran.

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