Sophie

byGrab_Me©

Kapitel Eins.

Dunkelheit umfing sie. Sie spürte Erschütterungen. Sie war in einem Auto, wahrscheinlich im Kofferraum. Ihr Hinterkopf und ihr Rachen schmerzten. Was war das? Was war gewesen?

Erinnerungsfetzen kamen hoch. Das Hotel am Rande der Wüste. Wie hieß es noch gleich? Castle Desert. Absurderweise fiel ihr noch ein, wie einer ihrer Begleiter auf französisch "Schloss Nachtisch" sagte. Der Sektempfang, dann die schnelle Reise im Jeep in Richtung Treffpunkt. Noch ein Schluck Wasser aus der Feldflasche. Dann - dann.. dann was? Die Kopfschmerzen wurden stärker. Sie schloss die Augen und wurde wieder ohnmächtig.

Dunkle Haare, weiße Haut, zierlich gebaut, aber recht große Brüste dabei. Ein Gesicht, das an und für sich unauffällig wirkte, aber bei genauerem Hinsehen Scharfsinn und Intelligenz, sowie einen äußert interessanten Charme verriet und ein strahlendes Lächeln erahnen ließ. Asiatisch in gewisser Weise, aber schlussendlich doch europäisch.

Die Lösung dieses Rätsels war, dass diese schöne, noch recht junge Frau einen französischen Vater und eine koreanische Mutter hatte. Sophie Li war eine Agentin. Nicht im James-Bond-Stil, im Gegenteil.

Das einzige, was sie mit den Daniel Craigs, Roger Moores und Pierce Brosnans von Hollywood gemeinsam hatte, war die Geheimstufe ihrer Aufträge.

Sophie Li lieferte Waffen. Von einer Regierung an eine andere Regierung. Oder an Zivilisten. Oder an Organisationen. Im Nahen Osten, im Fernen Osten, im tiefsten Russland, an Rebellen in Georgien, an Waffennarren in Amerika - sie konnte alles besorgen und jeden beliefern. Alles im Auftrag eines Konglomerats verschiedener europäischer Regierungen. Raketen an Warlords, Giftgas an Despoten, oder auch den ersten von Samuel Colt selbst gebauten Revolver für Millionen an einen Inder. Schallkanonen für die US-Amerikaner, Teaser für russische Polizisten, AK-47-Sturmgewehre an Pakistani. Die Liste konnte ewig fortgesetzt werden.

Sophie Li galt als die Beste. Wenige kannten ihr Gesicht oder gar ihren Namen, aber diejenigen, die sie kannten, genossen stets höchstes Vertrauen in ihren Wahlbereichen - und waren stets gewillt, für den höchsten Profit dieses zu missbrauchen.

Es galten zwei Regeln in Sophies Metier. Jede Missachtung dieser würde zu ihrem Tod oder zu lebenslanger Haft führen, je nach Land, und wahrscheinlich schwere politische Krisen auslösen.

Die erste lautete: "Niemand existiert."

Die zweite lautete: "Da wo niemand existiert, wird nicht geredet."

Sophie wachte auf. Sie sah nichts, spürte nur einen fest angelegten, dünnen Schal an ihren Augen und einen kalten Luftzug, der durch ihre leicht geöffneten Beine glitt. Nur langsam wurde ihr klar, dass sie völlig nackt war.

Ihre Hände waren fast taub, eng gefesselt und über ihrem Kopf an der Decke befestigt. Ihre Beine waren gespreizt, jedes Fußgelenk einzeln an Ringen am Boden gefesselt. Mit einem Schlag wurde Sophie hellwach, der letzte Schleier ihrer Betäubung wurde weggepustet, als sie eine dunkle, leise Männerstimme hörte:

"Zwei Regeln, Mademoiselle Li. Zwei Regeln."

Kapitel zwei.

Zwei Tage zuvor.

Hektische Betriebsamkeit herrschte auf dem Castle Desert am Rande der Wüste Gobi. Es stand auf dem Gebiet der Mongolei, die chinesische Grenze lag nah und doch aufgrund der sengenden Wüste in ca. 500 Kilometern Entfernung. Das Castle Desert genoss einen hervorragenden Ruf bei seinen Gästen - Extremsportler meist, die irre genug waren, die 500 Kilometer bis China zu Fuß laufen zu wollen.

Eine der Stärken des Hotels war die exotische Wasserversorgung, die weitgehend unterirdisch, am Ende jedoch über zwei Kilometer über einen authentischen Nachbau eines römischen Aquäduktes lief.

Die Besonderheit dieses Hotels bestand jedoch in seiner Bauweise. Es war kein futuristischer Hochbau, im Gegenteil. Es war flach gebaut, zweistöckig, ganz im römischen Villenstil - nur größer als jede Villa, die Rom jemals bieten konnte. Das Hotel besaß vier Wohnbereiche - ein christlich Geprägter mit einer Kirche, ein muslimisch Geprägter mit einer Moschee, außerdem ein von außen zwar römisch, von innen jedoch rein zweckmäßig gestaltetes, nüchternes Gebäude, in dem normale Gäste ihre Unterkunft fanden. Der vierte Bereich war besonders.

Auf die Tore dieses letzten Bereichs (Türen konnte man die fast drei Meter hohen dunklen Eichenholz-Ungetüme mit stilvollen Metallbeschlägen nicht mehr nennen) ging Sophie Li nun zu. Sie hielt sich hinter mehreren großen Männern, die schwere Kisten trugen. Ohne einen Laut öffneten sich diese Tore, die Männer gingen hinein. Sophie blieb stehen. Sie kannte das Procedere bereits. Die Tore schlossen sich.

In der heißen Sonne stand Sophie nun da. Sie stellte sich mit dem Rücken zum Gebäude und nahm ihre Sonnenbrille ab. Ein Panorama ohnegleichen bot sich ihr: ihr Blick ging genau zwischen den drei anderen Trakten durch. Kieswege, gesäumt von exotischen Büschen, Olivenbäumen und rot eingefärbtem Sand verliefen zwischen den Gebäuden, die in einem Halbkreis so gesetzt waren, dass sie jeden Blick von der einzigen Straße hierhin auf den vierten Trakt abschirmten. Genau in der Mitte zwischen allen Gebäuden stand ein Brunnen, aus dem klares blaues Wasser in kunstvollen Bögen in die Luft stieg. Glitzernd wanden sich die Fontänen umeinander.

Sophie erinnerte sich an ein anderes Bild, dass sie vor nur einem Jahr hier gesehen hatte. Zwei Männer und eine Frau. Nackt. Es hatte in Europa für einen enormen medialen Aufruhr gesorgt, als das spanische Königspärchen und ihr Ministerpräsident nicht mehr aufzufinden waren.

Was dort mit ihnen geschah, war allen anderen eine Warnung. Die geschundenen Körper waren ausgestellt worden. Die Männer konnten nicht mehr reden - ihre Zungen waren herausgeschnitten worden. Sie bluteten aus ihren Wunden. Die Frau war unversehrt - scheinbar. Doch dann fing sie an, sich auf ein Fingerschnippen eines Mannes, den Sophie nicht kannte, hemmungslos zu befriedigen. Es war vorgetäuscht. Die Frau hatte noch nichtmal Angst, ihre Augen waren völlig leer. Sie war gebrochen, wie auch immer das geschehen war.

"Holt den Stock."

Was daraufhin geschah, hatte Sophie immer versucht zu vergessen. Die Frau bekam einen dornigen Stock, ca. 30 Zentimeter lang. Kommentarlos schob sie ihn sich selbst in ihre mit Spucke gefeuchtete Pussy. Als er drin war, stand die Frau still aufrecht. Ihre Augen waren geweitet. Ein dünner Blutstrom rann aus ihrer Scheide, ein wenig Pisse lief mit.

Dann brach sie zusammen.

"Zwei Regeln wurden gebrochen, zwei Strafen wurden verhängt. Diese Dame hatte ihren Mund weit offen. Diese Herren hatten ihre Ohren weit offen. Doch wir sind großzügig. Jeanne, Vila - kommt her." Zwei splitternackte, bildschöne Frauen traten vor - die eine mit strahlend weißer Haut, dunklen, roten Haaren und einem schlanken, aber doch an den richtigen Stellen mit Rundungen versehenem Körper, die andere dunkelhäutig, asiatisch angehaucht, mit tiefschwarzem Haar. Jede von ihnen nahm einen der blutenden Männer an die Hand.

"Diese beiden Frauen werden euch bis an euer Lebensende begleiten und umsorgen. Ihr bekommt ein Haus, Essen, Trinken, alles auf unsere Kosten. Wenn jedoch nur ein Wort nach draußen gelangt, werden Jeanne und Vila zeigen, was sie können."

Dann ging der Sprecher auf die am Boden liegende Frau zu.

"Auch zu dir sind wir gnädig." Er bemerkte, dass die Frau ohnmächtig war und ihn nicht hörte.

Auf einen Fingerzeig schütteten zwei Diener einen Bottich Wasser über ihr aus.

"Du bekommst eine faire Chance. Wir fahren dich über die Grenze nach China."

Zum ersten Mal blitzte ein Licht, ein wenig Hoffnung in den Augen der ca. 50-jährigen, etwas dicklich wirkenden Frau.

Ein Jeep fuhr vor.

"Hier ist dein Auto."

Wortlos sprangen zwei Männer ab. Sie banden einen Arm und ein Bein der Frau zusammen, dann befestigten sie es mit einem dicken Seil an der Anhängerkupplung.

"Die Jungs fahren nach China, durch die Wüste. 500 Kilometer. Wenn du das überlebst, bist du frei. Wenn das Seil reißt, bist du frei, da wo du bist." In der Wüste, fügte Sophie in Gedanken hinzu.

Ihr Blick fiel auf den Dornenstock, der durch die Fesselung in einem absurden Winkel aus der Scheide der Frau ragte. Als hätte der Mann ihre Gedanken gelesen, griff er danach. Mit Kraft drückte er ihn hinein, dann zock er ihn rasend schnell heraus. Ein schriller, spitzer Schrei war zu hören.

Dann stieß der Mann ohne zu Zögern den Dornenstock in den Anus der Frau. Er ließ den Stock los. Nur noch zwei Zentimeter waren zu sehen.

Der Jeep fuhr los.

Nun, im strahlenden Sonnenlicht, wirkte der Brunnen friedlich. Die Frau war nie wieder aufgetaucht.

Report Story

byGrab_Me© 9 comments/ 24681 views/ 0 favorites

Share the love

Tags For This Story

Report a Bug

1 Pages:1

Bitte diesen Beitrag bewerten:

Please Rate This Submission:

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Please wait
Recent
Comments
by Anonymous

If the above comment contains any ads, links, or breaks Literotica rules, please report it.

There are no recent comments (9 older comments) - Click here to add a comment to this story or Show more comments or Alle Benutzer-Kommentare lesen (9)

Add a
Comment

Post a public comment on this submission (click here to send private anonymous feedback to the author instead).

Post comment as (click to select):

Sie können sich auch eine Aufzeichnung der Zeichen anhören.

Preview comment

Forgot your password?

Please wait

Change picture

Your current user avatar, all sizes:

Default size User Picture  Medium size User Picture  Small size User Picture  Tiny size User Picture

You have a new user avatar waiting for moderation.

Select new user avatar:

   Cancel