Jessica

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Es gibt sicher schlechtere Orte für ein Auslandsstudium, als dieses kleine, gemütliche Universitätsstädtchen in Süd-Kalifornien. Bis zum Strand sind es mit 100 Meilen für amerikanische Verhältnisse nur ein Katzensprung und auch so bieten sich auf dem offenen Campus-Areal mehr als genug grüne Flecken, um die scheinbar immerwährende Sommersonne zu genießen. Doch um ehrlich zu sein hatte ich in meinen ersten zwei Monaten davon noch nicht wirklich viel mitbekommen. Meist pendelte ich zwischen den unzähligen Vorlesungssälen und dem Schreibtisch meines recht beengten 1-Zimmer-Appartments. Doch jetzt sah ich langsam Aussicht auf Besserung. Meine erste Hausarbeit in Geschäfts-Ethik war so gut wie fertig und während ihrer Bearbeitung hatte auch mein Englisch endlich ein Niveau erreicht, dass auch für die wissenschaftliche Kommunikation akzeptabel war und nicht nur dafür Smalltalk zu betreiben.

Zugegeben... So ganz unschuldig war ich an meiner sozialen Isolation nicht. Bislang hatte ich vorrangig mit meinen Dozenten diskutiert und mich eher weniger unter meines Gleichen gemischt. Schuld gab ich deswegen jedoch nicht mir selbst, sondern schob es auf die recht stressige Eingewöhnungszeit und den Fakt, dass ich mit Anfang 20 bereits ein paar Jahre älter als der überwiegende Teil der Rest-Studentenschaft war. Ganz zu schweigen von dem doch recht präsenten Kastensystem des Colleges. Doch langsam musste ich was ändern. Zum einen kann der Mensch nun mal nicht ohne soziale Kontakte und zum anderen wäre das bei den unzähligen Verlockungen, die sich mir bei jedem Gang über den Campus boten, reine Verschwendung gewesen. Ja schon klar... Verlockungen gibt es vielerorts, doch der offensichtliche Widerspruch zwischen der vor sich her getragenen Moral und der gelebten Realität war gerade in sexuellen Dingen mehr als offensichtlich.

Aber hey... Als liberaler Europäer hatte ich grundsätzlich mehr mit Ersterem ein Problem, wobei ich schon zugeben musste, dass die Radikalität, mit der Zweiteres ausgelebt wurde, überraschend war und so eher an die Studentenzeit früherer Generationen erinnerte. Jetzt allerdings - im Zeitalter der Asozialen Medien - ging es eher oberflächlich als freigeistig zu, doch ich wäre eben auch nur ein Heuchler, wenn ich nur versuchen würde zu behaupten, dass mich eben diese verführerische Oberfläche der den Campus bevölkerten jungen Damen nicht interessiert hätte.

Es war wohl die geographische Nähe zu Mexiko, die für einen nahezu ausgeglichenen Mix der Kulturen sorgte und Dank derer ich mich mit meiner Schwäche für Latinas und dem Single-Dasein wie ein trockener Alkoholiker im Schnapsladen fühlte. Doch da war noch eine zweite Schwäche, die auf den ersten Blick ein wenig ungewöhnlicher war, doch für mich recht logisch. Bereits seit ich denken konnte, war ich immer der Kleinste gewesen und selbst mit der Volljährigkeit war ich kaum einen Kopf größer als ein Spiegelei. Erst ein sehr sehr später Wachstumsschub hatte dafür gesorgt, dass ich der Durchschnittsfrau immerhin in die Augen schauen konnte. Doch bis dahin waren all meine Freundinnen größer gewesen und so schob ich es einfach darauf, dass ich eine sexuelle Vorliebe für größere Frauen besaß, selbst jetzt noch mit ausreichend Alternativen...

Aber was schwafel ich hier herum... Mein Unterbewusstsein, meine Augen, mein Herz, mein Kopf, mein Schwanz hatten in einer äußerst undemokratischen Abstimmung mein Ziel schon gewählt. Es bzw. Jessica lag in Anbetracht meiner Schwächen aber auch auf der Hand. Sie war eine der wenigen, die nicht direkt nach der Schule den Weg hierher gefunden hatte, ähnlich wie ich eher zurückhaltend und einzelgängerisch. Dazu passte sie optisch nahezu perfekt in mein Beuteschema, mit ihrem Körper, der wohl so im mittleren 1,70er Bereich und je nach Beschuhung über 1,80 pendelte, dazu mit schlanker Taille und flachen Bauch, aber ebenso mit dem Latina-typisch extrabreiten und -runden Po und dazu noch eindeutig überdurchschnittlicher Oberweite. Ihr Gesicht war meist eher kühl, trotz des tiefem Brauns ihrer Haut, den langen, hell blondierten Haaren und den ausdrucksstarken nahezu grauen Augen. Aber wenn sie mal lächelte... Whow!!! Leider hatten wir nur jeweils Freitag zwei Kurse zusammen, in denen ich jedes Mal aufs Neue staunte, wie aufreizend es ihr gelang, ihre zahlreichen weiblichen Vorzüge durch eine geschickte Auswahl an Kleidung nur noch hervorzuheben. Hier freute mich eine weitere - wohl charakteristisch amerikanische - Eigenschaft, denn wie so viele andere glänzte sie nicht mit dieser so typisch deutschen Zurückhaltung, sondern hatte alles aber keine Angst auch mal einen Style zu bringen, den man bei uns wohl freundlich mit "tussig" und unfreundlich mit "schlampig" bezeichnet hätte.

Heute war es besonders schlimm. Es war ein auffallend heißer Tag und selbst in den sonst so kühlen alten Backsteingebäuden des Colleges war es warm und stickig. Kurz nach Mittag saß ich in der zweiten Reihe direkt am Gang und während sich um mich herum der Hörsaal langsam füllte, schwebte Jessica einer Fata Morgana gleich in pinken Turnschuhen, einem luftig lockeren Top gleicher Farbe und einer abgeschnittenen Blue-Jeans an mir vorbei, wobei der Schnittkante der Hose sichtbar höher lag als der Beginn ihrer prallen Arschbacken. Die langen blonden Haare hielt nur eine große Sonnenbrille ein wenig zusammen und während ich mich sonst in ihrer Gegenwart zumindest halbwegs zusammenreißen konnte, so musste ich mich jetzt einfach umdrehen und dem Spiel ihrer prallen Pobacken die Treppenstufen hinauf hinterherschmachten. Trotz des noch fast leeren Hörsaals blieb das nicht allen verborgen und so fing mich Joeys Blick ein, der zwei Reihen hinter mir saß und mich offen angrinste.

"Hey Paul..." flüsterte er halblaut über die Reihen hinweg, "Hast du ein Auge auf unsere Jessy geworfen?"

Ich zuckte mit den Schultern, froh Dank der Hitze nicht röter werden zu können. "Wieso? Kennst du sie?"

"Ziemlich gut sogar... Ich hatte letztes Jahr die Vorbereitungskurse mit ihr..."

"Echt?!" Ich wurde neugierig. "Kannst du mir dann vielleicht ein zwei Fragen beantworten?"

"Klar..." Einladend deutete er auf den Platz neben sich und ich ließ mich nicht zweimal bitten. "Also schieß los... Wobei... Die erste Frage liegt ja auf der Hand"

Er grinste vielsagend und ich nickte nur gespannt. Für einen Moment verzog er keine Miene und zögerte die Antwort noch heraus, ehe er nickte: "Ja..."

"Krass..." Hörbar entwich die Luft aus meinem Mund und ich lehnte mich nach hinten gegen die harte Holzlehne. "Ich hab echt gedacht, dass ist nur der typische Gossip"

"Keinesfalls... Sie macht selbst auch kein Geheimnis draus."

"Okay..." Ich war echt ein wenig verdutzt. "Und hat sie einen Freund?"

"Glaube ich nicht... Es gibt zwar Gerüchte, sie hätte etwas mit einem aus dem Lacross-Team, aber ich glaub da nicht dran. Ich weiß, dass sie mehr das Single-Leben genießt, wenn du verstehst, was ich meine..."

"Achso? Also hat man bei ihr ne Chance?"

"Weiß nicht. Aber nachdem was man hört, soll es sich auf alle Fälle lohnen. Soll in der Kiste ganz schön abgehen die Kleine. Richtig Porno-mäßig"

"Und hast du schon? Ich meine, du kennst sie ja scheinbar ganz gut"

"Nein... Aber definitiv schon mit dem Gedanken gespielt. Nur... Ich weiß nicht... Ich bin dann doch eher so der 100%-Typ. Aber versuch du doch dein Glück. Es heißt, sie war in letzter Zeit recht enthaltsam."

"Deswegen auch die Gerüchte wegen dem Freund?"

"Genau..." Joey nickte. "Aber wie gesagt... Meiner Meinung nach ist das alles nur Quatsch..."

Für einen Moment sah ich Joey noch mal prüfend an, doch er schien es absolut ernst zu meinen und so nahm ich kurzentschlossen meinen Mut zusammen und stieg nach oben zu ihr in die vorletzte Reihe.

"Hey... Jessica?" fragte ich und wartete, bis sie ihre Kopfhörer abgenommen hatte.

"Hey... Ma... Nein, Andy... Nein... Kannst du mir helfen?"

"Ja, Paul... Aus Deutschland"

"Ah genau... "

"Und du?"

"Jessica... Aus Brasilien" schob sie noch hinter her.

"Freut mich..." sagte ich lächelnd und sie erwiderte: "Mich auch..."

"Also... Paul aus Deutschland, was kann ich für dich tun?"

"Ähm..." Gefühlt zum ersten Mal in meinem Leben stotterte ich bei einem Flirtversuch. "Ich hab mich gefragt, ob du vielleicht mal einen Kaffee trinken willst?"

"Kaffee? Bei dem Wetter?" Sie lächelte leicht spöttisch und verstärkte so nur noch meine Unsicherheit.

"Na ja... Oder was anderes. Magst du Eis?"

"Wer mag das nicht?" spielte sie weiter mit mir.

"Ja, also... Willst du mal eins Essen?"

"Warum nicht? Ich könnte mir nach der Vorlesung eins holen... Gute Idee, Danke Paul"

Sie war schon dabei wieder ihre Kopfhörer aufzusetzen, als ich intervenierte. "Nein, stopp..."

"Wie... Darf ich mir kein Eis holen?" Sie lachte ein wenig, doch sie hätte mich auch schallend auslachen können... Für mich hätte es keinen Unterschied gemacht.

"Ähm, ja doch klar... Ich wollte eigentlich nur fragen, ob du mit mir ein Eis essen willst"

"Was... Ein und das selbe? Du willst, dass wir am gleichen Eis herum lecken?"

"Nein... Du bekommst schon dein eigenes... Aber egal, also... Du weißt, doch was ich eigentlich meine..."

"Nein..." auf einmal war ihre Stimme und auch das Gesicht merklich kühler.

"Ja, also... Ich wollte dich eigentlich fragen, ob wir uns mal treffen wollen, du weißt schon..."

"Achso... Du willst, dass wir beide an etwas anderem herumlecken?" fragte sie zweideutig.

"Ja..." stotterte ich unsicher und tappte dankt direkt in ihre Falle. "Ich hab gehört du..."

"Was hast du gehört?" blaffte sie mich plötzlich regelrecht an und und ich sank nur so in mich zusammen.

"Nichts... Also ja schon... Ich... Keine Ahnung... Es tut mir Leid" Der rapide Stimmungswechsel hatte mich endgültig aus der Bahn geworfen.

Ein klares, glockenhelles Lachen ihrerseits unterbrach endlich mein Gestammel. "Tut mir leid Paul... Ich hab dich nur verarscht... Keine Angst. Ich..."

Weiter kam sie nicht, denn ein lautsprecherverstärktes Räuspern kündigte den Beginn der Vorlesung an und so hastete ich schnell nach unten auf meinen Platz.

Während dem Rest der Vorlesung war ich noch immer spürbar verunsichert und beantwortete im Gegensatz zu sonst sogar zwei Fragen der Professorin falsch, die ich normalerweise locker gewusst hätte. Entsprechend rasch suchte ich nach Ende der Vorlesung den Ausgang und den Weg auf die Toilette.

Ein langer Blick in den Spiegel, zwei drei Spritzer Wasser und noch mehr entspannende Atemzüge ließen mich wieder etwas ruhiger werden, zumindest bis wieder in den Gang trat und sah, wer dort auf mich wartete.

"Hey Paul..." begrüßte mich Jessica und drückte sich ab von der Wand, an der sie mit einem Fuß gelehnt hatte. "Ich wollte mich bei dir entschuldigen... Ich hab dich eigentlich nur ein wenig ärgern wollen, weil sonst bist du immer so kühl und jetzt warst du richtig unsicher... Und süß..." Sie zwinkerte mir zu. "Ich hatte keine Ahnung, dass ich dich so aus der Bahn werfen kann"

Sie schien es wirklich ernst zu meinen und nach dem Kompliment hätte ich ihr eh alles verziehen und so konnte ich gar nicht anders, als die Stimmung zu lockern: "Ich auch nicht..."

Immerhin das klappte und so lachten wir beide.

"Und als kleine Wiedergutmachung... Hast du vielleicht Lust auf einen Kaffee? Oder ein Eis..."

Ihr zufriedenes Grinsen sprach Bände und wurde nur noch breiter, als ich sie vielsagend ansah. "Okay... Schlechter Scherz. Aber mal im Ernst: Gehst du heute Abend auf die Party?"

"Ich weiß nicht... Ich hab schon überlegt, aber so richtig kenne ich ja noch keinen?"

"Du kennst doch jetzt mich" meinte sie zwinkernd.

"Okay ja, aber... Ich glaube nicht, dass du den ganzen Abend mit mir herumhängen willst"

"Warum nicht? Wenn du versprichst, mit mir Tequilla zu trinken."

"Klar, gerne... Aber nicht den ganzen Abend!"

"Mach dir darüber mal keinen Kopf, Paul. Mehr als ich verträgst du eh nicht... Aber dann geht das klar?"

"Auf alle Fälle! Wann und wo wollen wir uns treffen?"

"Am besten gleich dort... Sagen wir, du bist um Neun da?"

"Ich bin da"

"Perfekt... Bis dann Paul aus Deutschland"

"Bis dann Jessica aus Brasilien"

Der Rest des Nachmittags verflog überraschend schnell. Zuhause ordnete ich ein wenig meine Unterlagen vom Tag und ging dann für eine Stunde Laufen. Danach aß ich eine Kleinigkeit und viel Zeit blieb mir schon gar nicht auf meiner Bett-Couch, bis ich mich wie auf dem Flyer der Party gewünscht in Jeans, College-Shirt und Sneaker schmiss und dann eine gute Viertelstunde zu dem Verbindungshaus ging. Es war noch nicht wirklich was los und um ehrlich zu sein wunderte es mich kein bisschen, dass Jessica noch nicht da war. So verschaffte ich mir erstmal ein Bier und lief dann Joey über den Weg, der mich direkt nach meinem Flirtversuch bei Jessica ausfragte. Daraus ergab sich ein überraschend langes Gespräch, das fast zwei Bier dauerte und währenddessen sich die Räumlichkeiten um uns herum langsam füllten. Kurz vor zehn sah ich so erst wieder auf die Uhr und mit einem neuen Bier machte ich mich auf die Suche, ob Jessica nicht doch bereits da war. Um es kurz zu machen, sie war es nicht. Doch ich musste auch nicht mehr warten, denn just als ich mich auf eine Couch in der Nähe des Eingangs pflanzen wollte, sah ich sie die Einfahrt herauf kommen.

Whow... Ich hatte mich schon gefragt, wie sie den Dresscode des Abends auslegen würde und ich hatte mir versucht vorzustellen, wie sie ihn in ihrem sonstigen Style anpassen würde können. In diesem Fall übertraf die Realität die Vorstellung bei weitem und ihr Anblick schickte ein heißes Rauschen durch meine Gliedmaßen. Ihre leuchtend weißen High-Cut-Sneaker waren noch das unspektakulärste. Darüber spannte sich eine zweite Haut aus Jeansstoff über ihre Beine und den Unterkörper, wobei die Jeans so hoch saß, dass der Schnitt ihre schlanke Taille und damit ihre Sanduhr-Figur perfekt zur Geltung brachte. Und ja, sie trug tatsächlich ein Shirt von unserem College - sie hatte sich für eins in Feuerrot entschieden - allerdings hatte sie es mit einer Schere so bearbeitet, dass es nicht weit unterhalb ihrer Brüste endete und so noch gut drei fingerbreit nackte Haut blicken ließ. Dazu schien es ihr auch gefühlt eine Nummer zu klein, so eng spannte es es sich um ihren Busen. Dadurch sorgte es aber trotz des an sich langweiligen runden Halsausschnitts für einen Anblick, den Mann auch mit ausgeprägter Willenskraft nicht auf einmal begrenzen konnte. Mir fielen auch erneut wieder ihre vielfältigen Tattoos auf, die nicht nur den Großteil ihres linken Arms bedeckte. Heute Mittag waren mir auch schon Dank der Hotpants die Verzierungen auf ihren Beinen aufgefallen und Dank des kurzen Tops, war für jeden ersichtlich, dass sich die Tattoos wohl über die Schulter, den Rücken und mindestens auch die Rippen erstreckte.

"Ah da bist du ja..." platzte es erleichtert aus mir heraus.

"Hi Paul... Auch schön dich zu sehen"

"Oh ja... Sorry... Hi" Ich beugte mich zu ihr und sie hauchte mir einen Kuss auf die Wange. "Es ist nur... Ich bin schon ein wenig hier und..."

"Ich hab dir nicht gesagt, wann ich hier bin..."

"Nicht?" Ich war verwirrt. "Hast du nicht was von um Neun gesagt?"

"Ich hab gesagt, du bist um neun hier..." Meinte sie frech. "Von mir war keine Rede"

"Okay... Also ich war auf jeden Fall um neun hier. So wie du gewollt hast..."

"Brav, mein Kleiner. So gefällt mir das" beendete sie das Thema zwinkert und ich ärgerte mich ein wenig über mich selbst, dass ich dieser Frau offensichtlich nicht böse sein konnte.

"Wollen wir uns setzen?"

"Einen Moment noch... Ich will kurz zwei drei Leuten Hallo sagen. Du kannst ja schonmal zwei Gläser hierfür organisieren"

Gut zehn Minuten später saßen wir zusammen auf einer kleinen Couch im ersten Stock. Jessica füllte geschickt die kleinen Gläser mit der leicht goldenen Flüssigkeit und reichte mir dann eins.

"Cheers. Auf einen... spannenden Abend"

"Ja Cheers... Aber sag mal... Brauchen wir nicht noch Zitrone und Salz?"

"Bist du verrückt? Das ist richtig guter. Den gibt es nur eiskalt und pur!"

"Okay dann... Cheers"

Ich beobachtete, wie sie das Glas zu ihren Lippen führte und dann ohne auch nur die kleinste Regung den Inhalt in ihrem Mund verschwunden ließ. Ich spiegelte ihre Handlungen und obwohl ich all meine Willenskraft bündelte um die gleiche Würde wie Jessica auszustrahlen, scheiterte ich kläglich.

"So schlimm" fragte sie glucksend, während ich meine Gesichtszüge wieder in die normale Spur brachte und noch leicht heiser vom Brennen der Flüssigkeit murmelte ich: "Alles gut... Gleich noch einen"

Beim Dritten innerhalb weniger Minuten hatte ich mich dann endlich gefangen und so nutzte ich die angenehme Wärme in meinem Bauch und den schnell wirkende Alkohol um locker auf ihre Fragen zu mir zu antworten. Nach dem fünften wurden dann die Fragen zum ersten Mal etwas intimer.

"Weißt du Paul, was ich mich die ganze Zeit gefragt habe... Kennst du eigentlich die Gerüchte über mich?"

Ich brauchte einen Moment, bis mir klar war, was sie genau meinte, dann erst nickte ich.

"Und glaubst du ihnen?"

"Ich hab mit Joey geredet..."

"Ah Joey..." Sie lächelte. "Du kennst also die Wahrheit"

"Ja schon"

"Und du hast mich trotzdem nach einem Date gefragt?" Sie zwinkerte mir frech zu.

"Klar warum nicht..." Ich lächelte zurück und versuchte dann zu erklären, doch sie stoppte mich.

"Halt... Du musst nichts sagen. Das ist nicht wichtig. Mich würde eher interessieren, was Joey noch so erzählt hat"

"Nicht viel..." Ich rief mir das Gespräch wieder in Erinnerung. "Er meinte, du wärst früher ganz schön unterwegs gewesen..."

"Das stimmt" Sie grinste zufrieden.

"Hättest einige Typen gehabt..."

"Allerdings!"

"Und du wärst... Wie soll ich das höflich sagen... Du sollst ganz gut zu..."

"Vögeln sein..." Half sie mir auf die Sprünge und ich nickte leicht rot. "Was noch..."

"Eigentlich nur noch, dass du in letzter Zeit enthaltsam warst. Er glaubt aber nicht, dass es daran liegt, dass du einen Freund hast. Er meinte, du würdest das Single-Leben viel zu sehr genießen..."

"Hm... Da hat unser lieber Joey mal nicht komplett recht. Ich war enthaltsam, aber das lag nicht daran, dass ich einen Freund hatte, sondern dass ich keine Lust mehr auf One-Night-Stands hatte."

"Also bist du doch auf der Suche nach was festem?"

"Nicht mehr zwingend..."

"Ich hab es jetzt ein halbes Jahr versucht, aber... Was soll ich sagen... Ich hab andere Ansprüche an einen Partner als an einen guten Fick für eine Nacht."

"Und die Ansprüche konnte bisher noch keiner erfüllen?"

"Sagen wir so... Meine Forderungen stehen in Widerspruch mit der Illusion der perfekten Frau, die ich für meine Affären aufrecht erhalten soll"

"Das kapier ich nicht..."

"Pass auf Paul. Wenn du noch einen mit mir trinkst, dann erklär ich es dir. Deal?"

"Deal..."

Inzwischen hatte der Alkohol meine Sinne ausreichend betäubt, dass der sechste Tequilla ohne große Gesichtsregung meinerseits den Weg über meine Kehle fand. Jessica, bei der der Alkohol auch merklich anschlug, quitterite das mit einem anerkennenden Lächeln und rutschte eng an mich heran.

"Das folgende ist ziemlich privat. Von daher hast du doch hoffentlich kein Problem damit, wenn ich es dir ins Ohr flüstere..."

Natürlich hatte ich kein Problem damit, hatte das doch zur Folge, dass sie noch mehr auf Tuchfühlung ging. Ihre Beine lagen schon fast auf den meinen und und mit den Händen auf meiner Schulter zog sie sich so eng an mich heran, dass sich ihr weicher Busen überdeutlich an meine Seite drückte. Und als ob das nicht schon gereicht hätte, um mein Blut zum Kochen zu bringen, kam sie mit ihren Lippen meinem Ohr so nahe, dass ihr Atem eine feine Gänsehaut über meinen gesamten Rücken bis hinab zu den Knöcheln jagte.

"Weißt du Paul, warum ich bei den Jungs so beliebt bin?" Mit staubtrockener Kehle schüttelte ich den Kopf. "Bei mir haben sie die perfekte Illusion von einem Porno. Bei mir können sie als das machen, was sie in den vielen schmutzigen Filmen so sehen, wenn sie sich allein einen runter holen. Du musst wissen... Ich liebe harten Sex und ja... Für eine Nacht bin ich gerne devot, aber nicht immer. Deswegen hat das mit den Typen auch immer nur einmal geklappt. Solange ich sie geblasen habe und sie mich in den Arsch ficken durften, war alles gut. Aber wehe, ich habe mal nach etwas wie Revanche gefragt..."

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